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Auf Frühverrentung folgt der Tod

Miese Quoten, katastrophale Kritiken: "Wetten, dass ..?" ist in der Krise. Das ZDF will die Show gründlich überarbeiten - zieht aber falsche Schlüsse. So wird die Sendung komplett ruiniert.

Von Carsten Heidböhmer

  Dann doch wieder die Hörbiger. Das ZDF möchte "Wetten, dass ..?" auf ein älteres Publikum ausrichten - mit entsprechenden Gästen: Christiane Hörbiger, Ruth Maria Kubitschek, Iris Berben.

Dann doch wieder die Hörbiger. Das ZDF möchte "Wetten, dass ..?" auf ein älteres Publikum ausrichten - mit entsprechenden Gästen: Christiane Hörbiger, Ruth Maria Kubitschek, Iris Berben.

Es war ein Debakel auf allen Ebenen: Mit dem Mallorca-Sommerspecial unterbot "Wetten, dass ..?" jedes vernünftige Maß an Anstand, Geschmack und Niveau. Also alles, was man vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen wohl erwarten darf. Vor allem aber verfehlte der Abend die Quotenerwartungen des Senders und fiel mit 6,74 Millionen Zuschauern auf den schlechtesten Schnitt seit Bestehen der Show. Lanz' ersten Einsatz wollten im vergangenen Oktober noch 13,62 Millionen Menschen sehen - damit hat die Sendung ihre Zuschauerzahl in wenigen Monaten mehr als halbiert. Spätestens jetzt war auch dem ZDF klar, dass etwas geschehen muss.

So war es nur folgerichtig, dass Programmdirektor Norbert Himmler ankündigte, bis zur nächsten Show am 5. Oktober "einiges verbessern" zu wollen. Die Frage ist nur: Welche Schlüsse zieht das ZDF aus dem Desaster? Offenbar ziemlich kuriose. Als Hauptschuldigen an der Misere haben die Senderverantwortlichen einem Bericht der "Bild am Sonntag" zufolge die Ausrichtung auf ein jüngeres Publikum auserkoren. Die solle nun korrigiert werden. Denn das Publikum weist ein Durchschnittsalter von 61 Jahren aus und interessiert sich naturgemäß für andere Stars als junge Zuschauer. Künftig sollen deshalb entsprechende Gäste für die Altersgruppe 60 plus eingeladen werden. Die Zeitung nennt als Beispiele Ruth Maria Kubitschek, Iris Berben und Klaus Kleber. Die Richtung ist klar: Frühverrentung statt Zukunft.

"Wetten, dass ..?" konnte mehrere Generationen versammeln

Sollte sich dieser Kurs durchsetzen, wäre das der Sargnagel für das Konzept: Damit würde das ZDF die Familienshow endgültig beerdigen. Dabei hat gerade das "Wetten, dass ..?" immer ausgezeichnet: Wie keine zweite Sendung im deutschen Fernsehen hat sie mehrere Generationen vor dem Bildschirm versammelt, hier konnten Großeltern zusammen mit ihren Enkeln einen netten Abend verbringen.

Zugegeben: Diese Zeiten sind schon länger vorbei, in der heutigen, zersplitterten Medienlandschaft ist es immer schwieriger, Zuschauer verschiedener Altersgruppen zu bedienen. Doch wenn das eine Sendung schaffen kann, dann "Wetten, dass ..?": Lange Jahre war die Show das letzte Lagerfeuer der TV-Nation. Nichts spricht dagegen, dass es noch ein paar Jahre weiterglimmt.

Das setzt aber voraus, dass die Show weiterhin alle Bevölkerungs- und Altersgruppen ansprechen will. Doch wissen die Verantwortlichen beim ZDF überhaupt, mit welchen Gästen eine jugendliche Zielgruppe erreicht werden kann? Mit den Geissens, Jürgen Drews oder Paul Panzer - die nun als Beispiel für die jugendliche Ausrichtung genannt werden - gelingt das jedenfalls nicht: Diese Gäste binden kein junges Publikum, sondern vertreiben Zuschauer, die von ihrem Fernsehabend ein Mindestmaß an Niveau erwarten.

Zynisches Menschenbild

Dabei gäbe es genügend interessante Persönlichkeiten, mit denen das ZDF Jugendliche begeistern könnte, ohne Ältere zu verprellen: Schauspieler wie Florian David Fitz oder Matthias Schweighöfer, Musiker wie Tim Bendzko oder die Sportfreunde Stiller, Moderatoren wie Joko und Klaas oder Sarah Kuttner. Und ja: Auch Hollywoodstars wie Tom Hanks und Gerard Butler fallen in diese Kategorie. Nur: Man muss sie eben auch wie Stars behandeln, anstatt ihnen Katzenützen aufzusetzen oder sie zu nötigen, Eiswürfel in ihre Unterhose zu kippen. Vor allem sollte man die Auszeit von Cindy aus Marzahn nutzen und sich von der Co-Moderatorin verabschieden. Auch sie vertreibt Zuschauer, für die Takt und Niveau noch relevante Werte sind.

Die Vorstellung, Jugendliche könne man nur mit Trash ködern, bringt ein geradezu zynisches Menschenbild zum Ausdruck und zeigt, wie weit sich das ZDF von seinem jüngeren Publikum entfernt hat. Die Senderverantwortlichen sollten sich dringend Rat bein Spartenkanal ZDFneo holen, der es immer wieder schafft, ein anspruchsvolles Programm für junge Zuschauer zu machen, ohne dabei anbiedernd zu wirken. Das dürfte für ZDF-Programmchef Norbert Himmler kein Problem sein: Er leitete den Digitalsender bis vor einem Jahr.

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