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Fünf Tage Midlife-Crisis in Echtzeit

"40+: Jetzt oder nie!": Arte und SWR widmen sich in der Karwoche den alltäglichen Problemen rund um die Midlife-Crisis. Die Echtzeit-Serie "Zeit der Helden" findet ihre Fortsetzung im Internet.

Der 46-jährige Elektroinstallateur Arndt (Oliver Stokowski) und seine 45-jährige Frau Mai (Julia Jäger) zeigen fünf Tage lang das ganz normale Leben in "Zeit der Helden"

Der 46-jährige Elektroinstallateur Arndt (Oliver Stokowski) und seine 45-jährige Frau Mai (Julia Jäger) zeigen fünf Tage lang das ganz normale Leben in "Zeit der Helden"

Die Midlife-Crisis - eine zweite Pubertät, eine Zeit des Wandels, eine Krise des Übergangs vom verbrachten zum verbleibenden Leben - oder wie es die Programm-Macher von Arte und SWR Fernsehen beschreiben: "Bei den meisten Menschen stellt sich in der Lebensmitte das Gefühl ein, dass die Zeit auf Erden für jeden Menschen endlich ist. Und dann kommen die Fragen ..." Jenen Fragen widmen sich beide Sender von Montag, 25. März, an mit einem gemeinsamen Programmschwerpunkt. "40+: Jetzt oder nie!": Bis Karfreitag geht es um die Krise in der Lebensmitte. Welche Fragen stellen sich Frauen, wie gehen Männer damit um? Auf dem Programm stehen Dokumentationen, Filme und eine Echtzeit-Serie.

In neun Folgen begleitet "Zeit der Helden" die Brunners - eine durchschnittliche deutsche Familie: Arndt (Oliver Stokowski) ist ein 46 Jahre alter Elektroinstallateur. Seine 45-jährige Frau Mai (Julia Jäger) hat den gemeinsamen Sohn Ben, 14, und ihre, von Arndt adoptierte Tochter Pauli (Jasna Fritzi Bauer), 18, großgezogen. In der Nachbarschaft wohnt ein kinderloses Paar, der 43-jährige Lichtgestalter Gregor (Thomas Loibl) und die 42-jährige Managerin Sandra #Link;http://www.stern.de/kultur/tv/inka-friedrich-90473143t.html;(Inka Friedrich)#. Dann gibt es noch den gemeinsamen Freund und Single Christoph (Patrick Heyn), der zum Skiurlaub Escort-Dame Katharina (TV-Moderatorin Palina Rojinski) mitbringt. Fünf Tage lang können die Zuschauer ins Leben dieser Protagonisten eintauchen.

Wie erzählt man glaubhaft Realität?

Jeden Abend (jeweils 20.15 Uhr und 22 Uhr) zeigen Arte und SWR von Montag bis Donnerstag parallel zwei Folgen, die letzte Episode gibt es am Freitag (20.15 Uhr). Die Folgen zur Hauptsendezeit sind 45 Minuten lang, die späteren 30 Minuten. Wie etwa in der US-Serie "24" stimmen Erzählzeit und erzählte Zeit überein. Regie führte Kai Wessel ("Die Flucht", "Hilde"), der die Geschichte einerseits so in Szene setzen wollte, als könnte sie tatsächlich gerade irgendwo in Deutschland genau so passieren, andererseits aber auch für Spannung und Humor sorgen musste.

"Die Grundfrage war: Wie erzählt man glaubhaft Realität, ohne dabei den Menschen stundenlang beim Essen oder gar auf der Toilette zuzusehen und was ist für die Zuschauer dabei packend?", erklärt er. Hier zeige sich das Fernsehen endlich mal mutig. Über allen neun Episoden stehe die Frage: "War's das jetzt mit Mitte 40?", betont Darstellerin Julia Jäger.

Serien-Helden 24 Stunden lang im Internet beobachten

"Fünf Menschen. Fünf Tage. Eine Krise" - und das auch rund um die Uhr im Internet, kündigen die beiden TV-Sender an. In dieser Form habe es das im deutschen Fernsehen noch nicht gegeben. #Link;http://zeitderhelden.de/;Die Internetseite# liefert Text-Nachrichten, Fotos, Videos oder Einträge und gibt somit 24 Stunden lang Einblicke in den Alltag der Serienhelden. "Wie im echten Leben gibt es hier keine Sendepause", betonen die Macher, die auf diese Weise auch dem Zuschauer erklären wollen, wie ihre Protagonisten zu den Menschen geworden sind, die sie heute sind: eine Schnitzeljagd auf Spurensuche in der Vergangenheit. Alles ist als interaktives Spiel angelegt.

Neben der Serie sind verschiedene Dokumentationen und Spielfilme zum Thema geplant. Unter dem Titel "Ich krieg' die Krise" zeigt etwa das SWR Fernsehen zwei Filme, die jene Zeit mal aus Sicht der Frauen und mal aus der der Männer thematisieren. Aus wissenschaftlicher Sicht beleuchtet die Dokumentation "Midlife Crisis: Die Fakten" auf beiden Sendern die Problematik. Daneben gibt es Filme wie "Mein Leben - 2. Akt" von Stephan Moszkowicz (Arte).

Von Dorit Koch, DPA/DPA

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