
Daniel Küblböck im Kakerlakenkübl: "Die Leute haben lieber jemanden, der quietscht und kreischt"© RTL/Stefan Menne
Auch Daniel Küblböck, Heulsuse der ersten Staffel, sieht in der vierten Ausgabe eine deutlich stärkere Gewichtung auf Äußerlichkeiten: "So nackt haben wir die Leute noch nie gesehen. Die haben schon so ein Scheiß-egal-Gefühl." Die Scham- und Ekelgrenzen fallen. Heute sind sich die Prominenten darüber im Klaren, dass es ein pelziges Gefühl ist, wenn man einen Känguruhoden verspeist und dass man nicht tot umfällt, wenn man im TV-Camp von Skorpionen gebissen wird.
Von dem Pioniergeist, der Dschungelromantik und der Abenteuerlust von einst, da sind sich Cordalis und Küblböck einig, ist nichts mehr übrig. Nichts ist mehr wirklich aufregend, nichts ist mehr neu. Eine Giulia Siegel weiß genau: "Nicht so kreischen wie der Küblböck, sonst wählen dich die Leute immer wieder zu den ekligen Prüfungen!" Und Günther Kaufmann, ganz der Dschungel-Profi: "Giulia, nicht so viel heulen, die Zuschauer denken, Deine Phobien sind gespielt!" Medienprofis im Pseudo-Selbstfindungscamp.
Als Cordalis und Küblböck 2004 in den TV-Dschungel zogen, wagten sie ein Abenteuer: zwei Wochen lang im australischen Dschungel leben, alles wird gefilmt, und Essen gibt es nur gegen das Bestehen übelster Prüfungen. Kurzum: ein in Deutschland komplett neues Format. Cordalis sagte sofort zu. "Weil mich Australien gereizt hat". Und auch für Küblböck sah das PR-Video von RTL mehr nach "lustigem Ferienlager" aus. Zusammen mit Lisa Fitz, Caroline Beil, Werner Böhm, Mariella Ahrens, Susan Stahnke, Antonia Langsdorf, Carlo Thränhardt und Dustin Semmelrogge begaben sie sich in das Experiment mit ungewissem Ausgang. Zwei Wochen später ging Cordalis als erster Dschungelkönig aus dem Camp.
Küblböck sieht heute eine Reihe von "Trittbrettfahrern, die nur mitmachen, um ihre Schulden auszugleichen". Auch Cordalis bedauert die drittklassige Auswahl der Promis: "Natürlich sucht RTL die Leute speziell danach aus, wo Konfliktsituationen entstehen könnten. Nur bekommen sie jetzt nicht mehr die guten, bekannten Leute. Die echten Stars haben alle Angst, weil sie wissen, was auf sie zukommt." Die C-Promis, die jetzt Down Under hocken, haben demnach nicht mehr viel zu verlieren.
Ihre Favoriten haben Cordalis und Küblböck dennoch schon gefunden. Der Ex-"DSDS"-Kandidat Küblböck setzt auf die "Memmen" im Camp. "Die Leute haben lieber jemanden der quietscht und kreischt, als einen Macho wie Peter Bond, der dann doch abkackt". Schlagersänger Cordalis denkt, dass Günther Kaufmann es schaffen könnte. "Weil er mutig ist. Nicht lästert und meckert". So richtig überzeugt sind allerdings beide nicht. "Bei den Leuten fehlt einfach die Wärme untereinander und der Bezug zur Natur", so Costa. Die Busen aus Silikon, die Phobien gespielt - natürlich ist das nicht.
"Die erste Staffel war einfach die beste und hochkarätigste", zieht Cordalis heute vollmundig seine Dschungelcamp-Bilanz und fährt unbescheiden fort: "Die Promis im aktuellen Camp können sich nicht steigern. Besser als ich kann keiner von denen werden. Da muss man der Wahrheit ins Auge blicken."