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24. Oktober 2007, 10:41 Uhr

"Ich will einfach nur Bananen"

Sie sagen, Sie machen kein politisches Kabarett, sondern Alltags-Comedy. Wenn man jetzt Ihre politische Geisteshaltung nehmen will, dann ist die ja eigentlich sehr konservativ.

Ich bin schon sehr konservativ. Ich war auf einer katholischen Schule, mein Opa war Doktor der Chemie, wurde dann Oberstudienrat in einem bayerischen Gymnasium, wo er auch unserem jetzigen Papst das Abitur abgenommen hat. Meine Mutter ist erzkonservativ, es gibt freitags bei uns kein Fleisch. Karfreitag essen wir seit 34 Jahren Linsen mit Essig, Öl und Spiegelei, daran musste sich meine Freundin auch gewöhnen. Ich liebe Traditionen, Weihnachten mit der ganzen Familie, Rostbratwürstchen mit Kartoffelsalat, den meine Mutter noch immer selbst macht. Zum ersten Weihnachtsfeiertag gibt's bei meinem großen Bruder Gänsebraten, beim zweiten Weihnachtsfeiertag gibt's bei meiner Mutter Gänsekeule.

Will man nicht den Leuten, die kommen, was bieten, eine gewisse Anregung? So lachen Sie nur über das, was sie sowieso schon wissen.

Meine Aufgabe ist es doch nicht zu belehren. Ich will unterhalten. Die Leute sollen zweieinhalb Stunden kommen, lachen, abschalten. Das ist mein Erfolgsrezept. Die gehen zum Barth und wissen, sie kommen in eine andere Welt, der Mann erzählt lustige Geschichten. So wie ich gerne in den Disney Park gehe. Es gibt Musik und riecht nach Zuckerwatte.

Journalisten-Kollegen von mir bezeichnen Sie als "Kalauerdeppen". Wurmt Sie so etwas?

Wer schreibt das denn? Das schreiben doch die Leute, die völlig frustriert in ihren Büros sitzen. Kalauerdeppen, da sieht man ja schon, wie sachlich das ist. Atze Schröder, den ich sehr schätze, hat mir mal gesagt, sei einfach nur ehrlich zu den Leuten und alles ist gut. Ich habe kein Problem, wenn jemand schreibt Mario Barth ist kacke. Ich finde auch nicht jede Musik gut.

Bleiben Sie auf diesem Bereich Mann und Frau stehen oder gibt es eine Weiterentwicklung?

Bei jedem Programm ist eine Weiterentwicklung. Im ersten Programm ging es um meine Kindheit, meine Jugend mit meinen fünf Brüdern. Der nächste Schritt war mit der Freundin zusammenziehen. Jetzt wohnt man zusammen. Am Anfang teilt man das Badezimmer, aber nach spätestens einem halben Jahr sieht man als Mann, dass man reduziert ist auf ein Brettchen an der Wand, alles andere gehört ihr. In Sachen Ausdauer kann man sich gegen eine Frau nicht wehren. Meiner Freundin sagst du was, das macht sie nicht. Am Ende kann ich es nur akzeptieren.

Ihr Programm beruht auf realen Erfahrungen aus Ihrem Privatleben. Würden Sie so etwas wie eine Home Story machen lassen?

Nein! Meine Freundin möchte nicht in der Öffentlichkeit stehen, sie geht auch nicht mit zu Preisverleihungen. Ich mache meine Job, sie ihren, alles ist gut. Ich habe auch meinem Bruder gesagt, wenn wir gemeinsam zum Deutschen Comedypreis gehen, mach dich darauf gefasst, dass dich die Leute fotografieren. Wenn du das nicht willst, bleib zu Hause.

Was kommt demnächst?

Ick will'n Hund.

Mann-Hund?

Mann-Hund, Hund-Mann. Und als nächstes großes Projekt ist ein Kinofilm geplant. Nächsten Sommer geht's schon los, mehr kann ich aber noch nicht sagen - außer: Es wird eine Komödie.

Interview: Kathrin Buchner
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KOMMENTARE (10 von 14)
 
StephanK27 (26.10.2007, 10:05 Uhr)
@barryallen
War mir klar, dass Sie irgendwie auf meine Kritik reagieren würden. Vielleicht sollten Sie sich ein wenig deutlicher ausdrücken, ich bin offenbar nicht der Einzige der Ihren Kommentar falsch versteht (siehe schoolar, Iphitos). Welche Reaktion ich kommentiere, und welche nicht, können Sie gerne mir überlassen.
MarkusMcFly (25.10.2007, 18:18 Uhr)
Fragen.......
Nach all diesen wohlwollenden Kommentaren dachte ich; habe ich vielleicht etwas verpasst? Aber ein Blick in die Kritiken eines bekannten Internet Buchhandels zeigt mir, dass ich nicht der einzige bin, der Mario Barth niveaulos, billig und nervig findet. Ausserdem, was ist an den Fragen der Journalistin auszusetzen?
barryallen (25.10.2007, 01:49 Uhr)
@StephanK27
Sorry, wenn sie nicht verstehen, was ich schreibe, dann kommentieren sie es bitte auch nicht!
StephanK27 (24.10.2007, 14:50 Uhr)
@barryallen
Wenn man sich darüber aufregt, dass man bei einem Komiker(!!) keine brauchbare Erklärung bekommt wie Mann und Frau funktionieren, sollte man sich doch nicht wundern wenn man als humorlos dargestellt wird.
Veilleicht sollten Sie die Interviews mit Comedy-Stars überspringen, denn Tipps fürs Leben werden Sie hier kaum finden.
Mario Barth bringt Leute zum Lachen ohne zu beleidigen (andere Komiker sind da weniger zurückhaltend), alleine dafür schon Respekt
mupfeline (24.10.2007, 14:02 Uhr)
Mario ist einfach klasse
Ich habe gewimmert vor Lachen. Allerdings habe ich ihn ab und an im Verdacht, ein kleiner Macho zu sein :) Macht nix, klasse ist er trotzdem. Und ehrlich gesagt, ich habe mich schon einigemale ertappt bei dem Gedanken: "Yepp, das kommt bekannt vor ...!"
RomanTicker (24.10.2007, 10:12 Uhr)
Super-Mario
Mario Barth hat ein einzigartiges Talent, Geschichten interessant zu erzählen. Alltagsgeschichten klingen aus seinem Munde sehr amüsant. Komiker wie Mario Barth werden gerne von Pseudo-Intellektuellen belächelt und als primitiv abgestempelt. Wie hier bereits erwähnt wurde, klingen auch die Fragen des Interviews teilweise herablassend kritisch. Dabei ist es gar nicht so leicht, Alltagssituationen komödiantisch perfekt aufzuarbeiten, so wie es Super-Mario nun mal schafft, denn das zeigt sein Erfolg beim Publikum. Wer dagegen stänkert, muss ja wohl neidisch sein. Warum sollte man sich ansonsten überhaupt dazu äußern? Wenn man ihn nicht mag, dann kann man ja einfach wegsehen.
barryallen (24.10.2007, 09:54 Uhr)
@ schoolar
@ schoolar
1. Die von Ihnen unterstellte Aufregung ist ein Produkt Ihrer Fantasie?
2. Wieso sollte ich die Umtriebe der Spitzen- Manager in einem Artikel über Mario Barth kommentieren?
3. Wo bittesehr gibt es in meinem Kommentar einen Hinweis auf Sozialneid?
4. Sie gestehen jedem eine Meinung zu, kritisieren dann aber, dass ich meine geäussert habe.
5. Auch Ihr Kommentar wird nichts daran ändern, dass ich diesen "niveauvollen" Komiker nicht länger als eine Minute am Stück ertragen kann.
Iphitos (24.10.2007, 09:45 Uhr)
Gut weil aus dem Leben
Ich finde Mario Barth auch gut und freu mich schon auf sein nächstes Programm.
Seine Gags kommen weitestgehend direkt aus dem Leben und nicht selten denkt man als Zuschauer/-hörer "das stimmt, GENAU so ist es"... nur kann man selbst daraus meist nicht so einen guten Lacher machen, weil einem das Talent dafür fehlt.
Dafür gibts ja dann Comedians...
Und wer (wie barryallen) denkt, MB würde versuchen, mit seinem Programm jemandem Mann & Frau zu erklären, der sollte vielleicht erstmal im Duden nachlesen, was Comedy ist, bevor er was von Kritik faselt *zwinker*
1807frank (24.10.2007, 09:06 Uhr)
Mario Barth - ein echter Lichtblick
Mario Barth macht herrliche Kommedy. Es gibt wirklich nur wenige Profis auf diesem Gebiet, die einen auf familientauglichen Niveau so kunstvoll unterhalten können, bis man vor Lachen fast schon einen Bauchkrampf bekommt...Ich freue mich schon auf das nächste Programm von ihm.
schoolar (24.10.2007, 08:57 Uhr)
@ barryallen
Also mal ehrlich: Selbst "Mr. Barth", wie er hier so schön genannt wurde, betont doch, daß er mit Kritik leben kann - wohl auch zwangsläufig, da sich gegen Kritik (egal ob positiv oder negativ) niemand wirklich wehren kann...! Wem's nicht gefällt, der muß sich weder seine Shows im TV angucken (es gibt schließlich im Schnitt noch 30 andere Programme) noch am Merchandising beteiligen. Ich mag ihn wiederum so sehr, daß ich - obwohl beide Shows ja schon im TV liefen - mir die beiden DVD-Sondereditionen gegönnt habe, um mir seine "Alltags-Beobachtungen" jederzeit antun zu können. Ich nehme ihm auf jeden Fall ab, daß er noch immer ziemlich "geerdet" ist, zumindest gemessen an seinem Erfolg und dem damit verbundenen Einkommen. Na klar kann ein Hartz-IV-ler nicht zum Abendessen mit der Freundin ausgehen, wann es ihm paßt, aber muß ein Künstler jetzt deswegen seine Einnahmen spenden oder von Brot und Suppe leben?! Sozialneid ist in D scheinbar ein großes Problem - stellen Sie doch erstmal unsere "Spitzen-Manager" (die ich als moderne Raubritter bezeichnen würde) an den Pranger, bevor Sie sich über das "Stammtisch-Niveau" eines Komikers(!) aufregen.
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