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10. November 2009, 17:07 Uhr

Annäherung an einen Mythos

Der Film von Torsten C. Fischer zeigt Romy Schneiders zermürbenden Kampf gegen das Prinzessinnen-Image nach "Sissi", ihre glückliche Zeit mit Alain Delon in Frankreich, ihre Theaterarbeit mit Luchino Visconti, ihren Kampf mit sich selbst, mit ihrer Heimat Deutschland, die sie als Verräterin ansieht. Zwar muss der Mut zu eigenen Interpretationen Torsten C. Fischers Wunsch nach Vollständigkeit weichen, was zum Teil für Längen sorgt. Doch die Höhepunkte des Films entschädigen dafür reichlich: Zum Beispiel wenn Romys Ehe mit dem frustrierten, erfolglosen Regisseur Harry Meyen beleuchtet wird, der so gnadenlos gut gespielt wird von Thomas Kretschmann. Eine Ehe, die an "zu viel Kartoffelsalat und Fernsehen" (Romy Schneider) zu Grunde geht und am Ende beide das Leben kosten wird.

Andeutung statt Ausschlachtung

Am stärksten ist der Film dann, wenn er schweigt. Wenn er den Suizidversuch von Romy nach der Trennung von Delon erahnen lässt, wenn er den Selbstmord von Meyen und den furchtbaren Tod von Romys Sohn David durch einen Kameraschwenk auf niedergelegte Blumen an einem Zaun nur andeutet. Offene Sektflaschen statt Saufgelage. Schneiders Tod wird ganz ausgelassen. Die Kraft der Bilder, die nicht gezeigt werden, ist gewaltig und man ist dankbar für den Verzicht auf reißerische Szenen.

"Die Männer in meinem Leben waren doch eigentlich nicht so wichtig", sagt Romy, vom Tabletten- und Alkoholmissbrauch gezeichnet, gegen Ende des Filmes zu ihrer stets fordernden Mutter Magda Schneider (Maresa Hörbiger). Doch welchen Einfluss ihre Männer wie Alain Delon (Guillaume Delorme), ihr Stiefvater Hans Herbert Blatzheim (Heinz Hoenig), ihr leiblicher Vater Wolf Albach-Retty (Karlheinz Hackl) und Ehemann Harry Meyen (Thomas Kretschmann), wirklich auf ihr Leben hatten, zeigt die Produktion auf dramatische Weise.

Wird der Film der wahren Romy Schneider gerecht? Gegenfrage: Welcher Film könnte das schon? Immerhin ist "Romy" eine beeindruckende Annäherung an einen Mythos und Jessica Schwarz brilliert mit einer dezenten Interpretation einer Legende. Ein Film, der vielleicht nicht lange im Kopf bleibt, aber der den Schmerz von Romy Schneider mehr als 27 Jahre nach ihrem Tod wieder spüren lässt und lange traurig macht. Und das ist vielleicht das größte Kompliment.

"Romy" läuft am Mittwoch, 11. November, um 20.15 Uhr im Ersten. Danach folgt die Dokumentation "Romy Schneider - Eine Nahaufnahme" um 22 Uhr

Von Katharina Miklis
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