Wie kann eine Lösung aussehen? Rechtlich eindeutig zu fixieren ist zum Beispiel, welche Art von Inhalten gebührenfinanzierte Sender nicht im Internet anbieten dürfen, weil dies privatwirtschaftlichen Angeboten tatsächlich die Luft zum Atmen nehmen würde. Das sind zum Beispiel: Dating-Portale, Steuertipps, Online-Shopping etc. etc. - das alles ist gesetzlich festgelegt und auch überprüfbar. Wie aber soll eine "Tagesschau-App" bewertet werden? Wie soll die Bewegtbild-Dominanz sichergestellt werden? Soll eine Text-Obergrenze oder eine täglich nicht zu überschreitende Buchstabenmenge festgelegt werden? Soll das Landgericht dafür Richtlinien beschließen? Das wäre kurios. Nein, die deutschen Verleger und die ARD werden vermutlich erneut zustande bringen, was sie schon bei der generellen Überprüfung der öffentlich-rechtlichen Internetangebote durch den so genannten "Drei-Stufen-Tests" geschafft haben: neue Bürokratie, neue Institutionen. Schon ist die Rede von einer permanent arbeitenden "Clearing-Stelle" zwischen ARD und Verlegern. Juhuu! Das wäre mal wieder was! Das hat uns noch gefehlt nach Landesmedienanstalten und Verwaltungsräten, KEF und KEK. Aber auf so etwas kann es tatsächlich hinauslaufen. Wenn man sich nicht verträgt, muss man eben Verträge schließen.
Nicht gesondert erwähnt werden muss, dass dies selbstverständlich keine vernünftige Antwort auf die tatsächlichen Herausforderungen der Medienzukunft wäre. Ein Akteur scheint dies zu ahnen und ausnahmsweise auch einmal danach zu handeln. Fast heimlich hält sich das ZDF schön heraus aus dem Gerangel zwischen ARD und Verlegern, springt weder dem öffentlich-rechtlichen Partner solidarisch zur Seite, noch provoziert es die Verleger, sondern praktiziert einfach auch online, was ohnehin dem eigenen Können entspricht: viel Bewegtbild und keine Text-Konglomerate. Das ist die überraschende Klugheit des ZDF. Die Mainzer zeigen: Es geht doch!