30. Dezember 2012, 14:01 Uhr

Eine "Tatort"-Inflation

21 Ermittler-Teams

Was einen guten "Tatort" ausmacht, ist eh umstritten. Die einen wollen es möglichst authentisch, die anderen so künstlich wie geht, einige mögen Krimis, wenn sie sozial engagiert sind, die anderen eher politisch unkorrekt, wieder andere wollen es lustig und die nächsten möglichst ernst oder experimentell. Tukur sagte: "Da muss man mal aus der Reihe fallen dürfen und bei aller Unterhaltung auch ein wenig anstrengen und den Zuschauer etwas höher springen lassen. Sonst wird am Ende alles seicht und beliebig."

Der neue Saar-"Tatort"-Star Devid Striesow meinte: "Sich Sonntagabend um 20.15 Uhr überraschen zu lassen, das wäre meine Motivation den Fernseher anzuschalten!" Er will vielfältige Krimis: "Ich finde es gut, aus jeder Richtung angeregt zu werden: Action, Comedy, Beziehungskisten."

Auf der Karte der Ermittler in Deutschland, Österreich und der Schweiz finden sich ab 2013 sage und schreibe 21 "Tatort"-Teams. Rechnet man den für 2014 angekündigten Franken-"Tatort" noch dazu, sind es bald 22. Einzige Bundesländer ohne Ermittler sind Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Dort ist aber der "Polizeiruf 110" zu Hause.

Bei all den inzwischen angeheuerten Schauspiel-Stars und der begrenzten Zahl von Erstausstrahlungsplätzen am Sonntagabend (es gibt ja noch den "Polizeiruf 110" sowie eine Sommerpause) kommen viele "Tatorte" nur noch einmal im Jahr: Schweiger, Möhring, Tukur, aber eben auch Weimar, Erfurt, Saarbrücken und künftig auch Maria Furtwängler (Charlotte Lindholm/Hannover) machen noch höchstens einen Film pro Jahr.

In der Woche nach Weihnachten stehen wieder besonders viele "Tatort"-Premieren auf dem Programm: drei in sieben Tagen. Am 26. Dezember lief der Frankfurter Fall "Im Namen des Vaters" (mit Joachim Król und Nina Kunzendorf als Steier und Mey), am 30. Dezember kommt der Münchner Film "Der tiefe Schlaf" (Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl als Batic/Leitmayr) und am Neujahrstag der Kölner Krimi "Scheinwelten" (Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär als Ballauf/Schenk).

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Gregor Tholl, DPA
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