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11. März 2010, 20:00 Uhr

Vom Kampfterrier zum Schoßhündchen

Wie ernst es Raab meint mit der Förderung musikalischen Nachwuchses, spürte man erstmals, als er den schluffigen Max Mutzke unter seine Fittiche nahm. Der hatte in Raabs Sendung "TV total" einen Gesangswettbewerb gewonnen und durfte 2004 für Deutschland zum Song Contest nach Istanbul fahren. Raab schrieb ein Lied für ihn. Reist mit in die Türkei, wo er den Bub fürsorglich vor zu viel Rummel abschirmte. Wenn man die beiden dort bei Pressekonferenzen erlebte, kamen sie einem vor wie Vater und Sohn.

Zum ersten Mal beschlich einen damals auch das Gefühl, dass Raab den Song Contest ernster nimmt, als man es vermutet hätte. Das war ein anderer Raab als jener, der unter dem Pseudonym "Alf Igel" das Lied komponiert hatte, mit dem der unansehnliche Guildo Horn 1998 Deutschland vertrat: "Piep, piep, piep", hieß es darin, "Guildo hat euch lieb".

Es war auch ein anderer Raab als 2000, als er selbst beim Song Contest angetreten war. In einem Kostüm, das an den späten, von Burgern übersättigten Elvis erinnerte: weißer Anzug, mit Pailletten besetzt, Schlaghosen, dazu eine grässliche Sonnenbrille. "Wadde hadde dudde da", sang Raab. Worauf Dieter Thomas Heck, der Pate des deutschen Schlagers, öffentlich stöhnte, bei so einem Text bekomme er Magenschmerzen.

Die Samstagabendshow des jungen Jahrtausends

Manchen Hierarchen in der ARD tat ebenfalls der Magen weh bei dem Gedanken, dass man dem Song Contest zuliebe gemeinsame Sache mit Raab machen würde. Können nur Hierarchen gewesen sein, die lange nicht mehr ProSieben geschaut haben. Dort verwaltet Raab längst das Erbe großer Familienunterhalter wie Kulenkampff oder Frankenfeld. "Schlag den Raab" ist die Samstagabendshow des jungen Jahrtausends. Das Spektakel wäre eine Zierde für jeden öffentlich-rechtlichen Sender. Und wenn sie klug sind bei der ARD, behandeln sie Raab so pfleglich, dass er eines Tages, wenn er der Zielgruppe von ProSieben entwachsen ist, seinen Vorruhestand im Ersten verbringt.

Der alte Raab war ein Kläffer. Er pisste jedem ans Bein, der am Wegesrand stand. Wenn er es für geboten hielt, schnappte er zu, danach bleckte er sein Gebiss, von dem man immer denkt, es bestehe nicht aus den üblichen 32 Zähnen, sondern aus mindestens doppelt so vielen. Inzwischen ist das Hündchen so was von stubenrein und zahm, dass man es unbesorgt ins Wohnzimmer lassen kann. Fast möchte man es streicheln.

Von Alexander Kühn
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KOMMENTARE (10 von 17)
 
berns4000 (14.03.2010, 19:39 Uhr)
Es ist schon kühn, Herr Kühn,
diesen Angeber Raab so zu loben.
Klar, unter den Blinden ist der Einäugige König.
Wenn man es so sieht, ist er eben König Raab.
Nur eben, dass seine Sendungen alles andere als geistvoll sind. Sie reihen sich ein in den ganzen Mist, der seit Jahren im TV in Deutschland gesendet wird.
Layla (13.03.2010, 10:32 Uhr)
Ich finde, diese beleidigenden,
an Rufmord grenzenden Kommentare sollte man nicht so stehen lassen - wenn man es überhaupt als sinnvoll und angemessen erachten kann, sie überhaupt zu veröffentlichen. Aber einen Menschen einfach so als Verbrecher zu bezeichnen... oder wie in der Überschrift als Tier... das ist für mich unterste Schublade und zeigt, welcher Geist hier offenbar vorherrscht. Schade.
Layla (12.03.2010, 15:28 Uhr)
Stefan Raab ist kein Hund,
und so finde ich den Titel weder passend noch einfallsreich, sondern nur geschmacklos. Die Schwarz-Weiß-Sichtweise ist außerdem ermüdend und wird einem komplexen Charaker ebenso wenig gerecht wie einem differenziert urteilenden Betrachter / Leser.
tobix (12.03.2010, 14:32 Uhr)
TV Total
Die allabendliche "TV Total"-Show finde ich mittlerweile nur noch peinlich. Merkt er das nicht selber? Lustig ist das kein bisschen mehr.

Okay, als Inspirationsquelle und Testareal für neue richtige Shows vielleicht geeignet, aber anschauen mag ich das schon lange nicht mehr.
Ryan2k (12.03.2010, 14:08 Uhr)
100% aggree with Obstmann
Zu Raab sein gesagt:

1. Er ist wirklich mit seiner Zielgruppe gewachsen.

2. Es gibt einfach keinen im TV der soviel erreicht hat wie er, ein einfach Metzgergeselle.

3.Schlag den Raab ist wohl die Samstagabend Show 2009 gewesen, ich glaube(weiß es nicht zu 100%)das die Show die besten Qouten hatte. Die viele Werbung ist nervig aber gehört einfach dazu, da man ja kein Lust hat sich die Leute beim Umziehen aunzuschauen !
Obstmann (12.03.2010, 12:08 Uhr)
@wonderwobble
Naja, ich finde man muss schlicht differenzieren zwischen der Printausgabe und der Internetausgabe...Während die Printausgabe nur seriöse Autoren enthalten sollte finde ich es hier im Internet auch sehr erfrischend, wenn gelegentlich mal jemand "bloggt" der sich dem Jugendjargon verschrieben hat. Ich fand den Text erfrischend geschrieben und musste sogar mal zwischendrin lachen. Bei solchen Themen wie Raab, die nicht die Politik oder andere erste Themen schneiden, darf doch wohl mal frisch und frech geschrieben werden. Passend zum Thema und einfach erheiternd... Die Rechtschreibfehler sind bedauerlich, aber wenn man nicht zu heikel ist, kann man da auch mal darüber hinweg sehen.
Schlimmer finde ich es, wenn sich seriöse Berichterstatter wie der Herr Jörges an Themen wie Film (Avatar) oder Religon (Missbrauch) versuchen und dort bei erstgenanntem mit persönlicher Meinung (uninteressant) und bei zweitem mit Halbwissen glänzen...Schuster bleib bei deinen Leisten heißt es zurecht!
elperiquitobestial (12.03.2010, 11:39 Uhr)
mitgewachsen
Stefan Raab ist schlicht mit seiner Zielgruppe mitgewachsen ;-)
laketahoe (12.03.2010, 11:07 Uhr)
Wer ist der Maßstab?
Wenn es so wie der Autor bemerkt, tatsächlich so ist, dass Raab als Jurypräsident wirkt, als hätte er die Kreidefelsen von Rügen gefressen, dann frage ich mich, wer das Maß festgelegt hat, dem Moderation heute zu entsprechen hätte..... sieht spannende Moderation wie die Dieter Bohlens oder einem der anderen Krawallheinis und -tanten aus.....?

Mitnichten!

Ich empfinde auch den gereiften Stefan Raab als anarchischer, frecher und frischer als alled anderen TV-Macher im Unterhaltungsgenre. Als intelligenter und "gebildeter" sowieso.

Ich finde, man sollte die Frage stellen, wer von den Kollegen beherrscht den Beruf wie Raab das tut?

Während bei Gottschalk und anderen Kollegen nur Fremdschämen hilft, wenn internationale Gäste auf der Couch sitzen, zeigt sogar ein oberflächlich vorbereiteter Raab noch immer die bessere Performance (er hat ohnehin längst die besten internationalen Gäste, wenn es um Musik geht).

Fazit: Um gute Unterhaltungssendungen zu machen braucht es auch Hirn und Respekt vor dem, was der andere kann. Und da sieht es bei so manchen Kollegen von Raab ganz zappenduster aus..... Und die Leute bei DSDS (alle Vier!) oder GNTM, inklusive Klum sind sowieso einfach nur Grotte!
gunnarhaeger (12.03.2010, 10:27 Uhr)
Nichts hinzuzufügen
ist diesem Kommentar. Man muss auch mal anerkennen, wie viele Events er ins Leben gerufen hat, die heute Kult sind.
Wenn einer bei den öffentlich-rechtlichen einigermaßen von Verstand ist, dann holt er diesen Raab zu seinem Sender. Und was wirklich verwundert: Alle, wirklich alle 20 Kandidaten von USFO waren um Längen besser als das, was Bohlen und Co. uns anbieten.
einsatzreicht (12.03.2010, 10:09 Uhr)
Gute Unterhaltung
Ich habe jetzt diese Castingshows nicht gesehen, weil mich so was nicht interessiert. Allerdings muss ich gestehen, dass ich z. B. Schlag den Raab als die z. Zt. beste Abendunterhaltung empfinde. Die Sendung kann ich bedenkenlos mit meinen Kindern ansehen und es gefällt allen. Selbstverständlich nur aufgenommen, am nächsten Tag angesehen, und von jeglicher Werbeunterbrechung und Showacts "befreit".
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