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2. Februar 2010, 11:08 Uhr

So könnte Raab die ARD aufpeppen

Eine "To Do Liste" für Stefan Raab
Will Raab einen solchen Anstoß geben, könnte dies die erste "To Do Liste" sein:
Erstens: Vor der Entwicklung einer großen Samstagabendshow müsste die Aufgabe stehen, für den Donnerstag ein auch für Nicht-Greise akzeptables Quiz- oder Showkonzept zu erfinden, das mehr ist als die stets gleiche, abgedroschen-freundliche Pilawa-Sauce. Mit dessen Weggang zum ZDF übt sich der als kantiger Journalist eingeführte Frank Plasberg als Unterhaltungs-Maxe. Leider in just der gleichen Manier: mit einem Quiz voller Belanglosigkeiten und Infantilität. Als wissenswert wurde etwa ein Foto eingestuft, auf dem es den Anschein hatte, als hätte Obama hätte einer Dame auf den Hintern geschaut. Tatsächlich hatte er auf das seltsame Schuhwerk (Sandalen) einer Gipfelteilnehmerin geblickt. Im gezeigten Bildausschnitt aber waren die Beine abgeschnitten. Für ein Quiz mit Herrenwitz fälscht eben auch ein knallharter Journalist gerne mal ein bisschen.

Zweitens: Aus dem großen Beziehungsgeflecht von Brainpool könnte der Unterhaltungs-Retter Raab gut Anke Engelke, Bastian Patewka und Christoph Maria Herbst mitbringen - denn da gehörten diese eigentlich hin, wenn die ARD ein wacher Laden wäre. Elton und Simon dürfen dann gerne bei ProSieben bleiben; ebenso wie Pocher und Kerner bei Sat1.

Drittens: Es gab einmal eine Zeit, da probierte insbesondere der WDR im Dritten Programm viele neue Sendungen aus. Halbwegs populäre Leute vom Jugendsender 1Live wurden zu TV-Moderatoren. Beispiele hierfür sind "Schorn und Heinrich", das Medienmagazin "Für heute - Danke" von Olli Briesch oder das Jugendmagazin "Ach du Check".

Übrig geblieben sind davon zwei Moderatoren in der Regionalsendung "Aktuelle Stunde", Thomas Bug und Catherine Vogel, sowie Sabine Heinrich, die jetzt an der Seite von Matthias Opdenhövel die Vorausscheidungen für den Eurovision Song Contest moderieren darf. Alles andere wurde für gescheitert erklärt - aus Mangel an Geduld und weil der Transfer ins TV viel komplexer war als vermutet. Jetzt hat man wieder solide Quoten mit Bernd Stelter, Bettina Böttinger und ganz viel Karneval. Die Resttalente (Jan Böhmermann, Katrin Bauerfeind) sind unter die Fittiche von Harald Schmidt geschlüpft. Hier muss Raab endlich eine große ARD-Talentschmiede installieren.

Viertens: Am Vorabend der Bundestagswahl findet die wichtigste Sendung längst bei Stefan Raab statt. Hilflos wirkten die bisherigen öffentlich-rechtlichen Versuche, etwa mit "Ich kann Kanzler" (ZDF) etwas Ähnliches hinzubekommen. Von Jugend und Politik redet die ARD nur ständig; sie traut sich nichts.

Wenn Stefan Raab also den Eurovison Song Contest erstmal für die ARD gewuppt hat, gibt es keinen Grund das Joint Venture zu beenden.

Zur Person Bernd Gäbler, geboren 1953 in Velbert/Rheinland, ist Publizist und Dozent für Journalistik. Bis 1997 arbeitete er beim WDR (u.a. "ZAK"), beim Hessischen Rundfunk ("Dienstags - das starke Stück der Woche"), bei Vox ("Sports-TV"), bei Sat.1 ("Schreinemakers live", "No Sports"), beim ARD-Presseclub und in der Fernseh-Chefredaktion des Hessischen Rundfunks. Bis zur Einstellung des Magazins leitete er das Medienressort der "Woche". Von 2001 bis Ende 2004 fungierte er als Geschäftsführer des Adolf-Grimme-Instituts in Marl.

Von Bernd Gäbler
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KOMMENTARE (10 von 18)
 
Mikeorganizer (03.02.2010, 11:22 Uhr)
Ja ist schon klar ....
wir zahlen gerne einen Raab für 1000,- von Euro. Warum auch nicht ? Der dumme gemeine Deutsche zahlt doch gern für volksverdummende Sendungen GEZ - Gebühren. Was sind da bald 20-30 Euro im Monat für Leute die der Großteil der Bevölkerung eh nicht sehen will und trotzdem für diesen hirnverbrannten Schrott bezahlen muss. Aber klar der Krug geht solange zur Tränke bis er bricht. Darum wird es weiterhin, neue Sender geben mit weniger Qualität und noch mehr Gehirnmüss den wir unfreiwillig zahlen müssen und damit auch die fetten Bonzen sich auf die Schulter schlagen können wenn sie sich die fetten Boni von unserem Geld zureichen.
Ehrlich mir wird in diesem Land wirklich schlecht. Wie dumm kann ein Volk eigentlich sein ? Ich weiss es nicht aber offensichtlich ist da das Gewinde nach unten einfach endlos.
SethusCalvisius (03.02.2010, 01:13 Uhr)
Naja,
nachdem die erste Folge gelaufen ist, dürfte sich die erste Ernüchterung breit machen. Raab kann das Fernsehen auch nicht neu erfinden. Alles läuft wie bei anderen Casting-Shows, nur das die Jury ein besseres Benehmen an den Tag legt. Das dürfte allerdings Zuschauer kosten. :)

Warum nun gerade ein Selbstinszenierer wie Westernhagen und die nichtssagende Yvonne Catterfeld in der Jury saßen, bleibt ein Rätsel. Catterfeld beschränkte sich meistens darauf, Westernhagens Bemerkungen nachzuplappern.
Naja, vielleicht wird's ja noch und schlechter als in den Vorjahren kann's ja nicht mehr werden.
ruebesamen (02.02.2010, 17:26 Uhr)
Geniales Marketing
Stefan Raab ist der genialste Marketing-Mensch in unserem Lande. Dazu ist er ein grandioser Musiker, mit einem unglaublichen Gespür für den aktuellen Zeitgeist. Er mag ein Egomane, ein Unsympath, ein Dummschwätzer oder sonst etwas sein, für diesen Zweck ist er einfach ideal. Und das reicht doch. Ich schau es mir an, ggf. entschuldige ich mich hier morgen, aber heut schau ich es mir erst mal an.

martineden (02.02.2010, 16:28 Uhr)
Noch mal zum Songcontest selbst
Es sträuben sich einem die Nackenhaare, wenn man erfährt, wer so alles in der Jury sitzt: Marius Müller-Westernhagen, Yvonne Catterfeld, Sarah Connor, Xavier Naidoo, Peter Maffay etc. Durch die Bank Leute, die am Wettbewerb selbst nie und nimmer teilnehmen würden, sei es aus Angst zu verlieren oder Überheblichkeit. Hier sollen wohl Vorzeige-"Promis" der deutschen Popszene Quote machen. Der Sache selbst ist das freilich nicht unbedingt dienlich. Ob Raab so gut beraten war, keinen echten Grand-Prix-Kenner einzuladen?
Prologo (02.02.2010, 15:48 Uhr)
Verschont uns mit dem Raab!!
Wir haben schon genug solche Tröten, da brauchts den nicht auch noch.

MfG,
T.
Gallagher (02.02.2010, 15:16 Uhr)
Die Idee mit Raab ist gar nicht übel...
... ich fürchte nur, dass die Senderindentanz zuviel "mitreden" und somit "verwässern" würde.
Voltadino (02.02.2010, 15:05 Uhr)
ÖR-TV auf Privatsenderniveau
Ich bin eh schon kein eifriger Fernsehzuschauer und Ich sehe mir aus Prinzip keine Programme der Privatsender an. Aber wenn sich jetzt "Größen" wie Raab und Co. im ÖR-Fernsehen breit machen, dann bleibt bei mir der Fernseher noch öfter ausgeschaltet. Pocher hat mir schon gereicht, und der ist ja glücklicherweise wieder dort, wo er hingehört.
Knuffiman (02.02.2010, 14:25 Uhr)
stefan
lass dir mal die zähne machen, sieht scheice
aus
Kastenfrosch (02.02.2010, 14:09 Uhr)
ARD
Mit meinen 23 Jahren, kann ich mit den Sendungen in der ARD absolut nichts anfangen. Das einzige was man sich dort ansehen kann ist, wenn mal wieder ein Fußballspiel übertragen wird oder eine interessante Doku läuft. Obwohl in der Hinischt die privaten Sender schwer aufgeholt haben. Bietet N24 doch sehr oft interessante Dokus.
Überhaupt kann ich dem gesammten TV Inhalt immer weniger abgewinnen. Nachmittags läuft auf den privaten Verblödungsfernsehen und auf den "ÖRs", Friede, Freude Eierkuchen Telenovelas für extrem Herzinfakt gefährdete. Stefan Raab mag von seinen persönlichen Eigenschaften nicht gerade liebenswert sein. Jedoch bieten seine Sendungen einen gewissen Unterhaltungsgrad.
Clamaria (02.02.2010, 13:49 Uhr)
Was den Song Contest angeht,
haben wir sowieso nichts mehr zu verlieren, da kann jetzt jedes Jahr ein anderer Berufener herumexperimentieren, bis es mal wieder heißt: Allemagne - douze poenng... Fragt sich nur wann...
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