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19. März 2010, 17:49 Uhr

Die Verpilcherung der Heike Makatsch

Eine Sackgasse in München

Das ist natürlich kein Einzelphänomen. Historische Vorlagen werden - wie bei "Operation Walküre", "Der Baader Meinhof Komplex" oder "Der rote Baron" - mal mehr, mal weniger bearbeitet, um Spielfilmen emotionale Wucht zu verleihen. Man kann trotzdem im Vor- oder Nachspann das Wort "wahr" über die Leinwand laufen lassen, das macht Eindruck. Thorsten Dewi, Drehbuchautor von "Dr. Hope" schreibt dazu in seinem Blog, Dr. Hope sei "so wahr, wie 'Der Untergang' wahr ist zum Thema Hitler".

Dennoch ist Dr. Hope ein Spezialfall, denn über diese starke Frau ist nur wenig bekannt. Es gibt keinen Nachlass, kaum Briefwechsel, wenig Archiv-Material. 2004 wurde eine kleine Sackgasse in München nach ihr benannt - mehr auch nicht. Die einzige Biografie über Hope hat die bayerische Historikerin Marita Krauss geschrieben.

Grenzen zwischen Fiktion und Sachbuch

Gern hätte die Wissenschaftlerin für den Film gearbeitet, zumal sie ein sehr unkonventionelles Verständnis ihrer Arbeit pflegt. "Die Grenzen zwischen Fiktion und Sachbuch sind fließend", sagt Krauss zu stern.de. "Ohne kreative literarische Kunstgriffe kommen auch Historiker nicht aus. Man kann keine Biografie schreiben, ohne etwas über eine Person zu erfinden." Doch was hinzuzuerfinden ist, das wollten die Drehbuchautoren Katrin Tempel und Thorsten Dewi schon selbst entscheiden. Sie verkrachten sich mit Krauss, bevor es überhaupt zu einer Zusammenarbeit kommen konnte.

Das Ergebnis ist nun zu besichtigen: ein öffentlich-rechtlicher Zweiteiler auf hohem Kostüm-Niveau, die Rosamunde-Pilcher-Fassung eines hochpolitischen Lebens. Das ist schade. Denn die Historie der Hope Bridges Adams Lehmann wäre auch ohne Zutat packend genug.

*Das Zitat wurde nachträglich geändert, weil sich Heike Makatsch missverstanden fühlte.

Von Lutz Happel
Seite 1: Die Verpilcherung der Heike Makatsch
Seite 2: Eine Sackgasse in München
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
OttoB (20.03.2010, 12:55 Uhr)
Also ich hab den Film gesehen
Ich bin kein Pilcher Fan und habe dafür nichts übrig.
Aber es war ein Spielfilm und keine Dokumentation.
Dafür war er gut gemacht und Heike Makasch spielte ihre Rolle sehr gut.
Kein Film für RTL Aktion Fans, das ist klar.
Dafür brauchen wir auch nicht das ZDF und arte.
hotharissa (19.03.2010, 20:00 Uhr)
Mönsch, Heike ...
... hast Du doch gar nicht nötig! Oder doch? Der Stoff an sich ist prima. Nur ... wenn das ZDF das in die Finger bekommt ... jaul, schmerz. Das wird dann richtig glibberig, schleimig. Vorschlag: Heike M. lässt das, kriegt 'ne richtig gute Rolle. Und die von Dr. Hope im ZDF übernimmt ... HEIDE KLUM. Dat wär was. Oder? Was meint der Rest der Gemeinde, der sich vielleicht auch noch meldet?
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