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Götterdämmerung

Mit Harald Schmidt und Thomas Gottschalk kann man derzeit zwei Großmeistern beim Scheitern zusehen. Ihr Absturz kam mit Ansage und ist bezeichnend für die Krise, in der das deutsche Fernsehen steckt.

Von Katharina Miklis

  Es wird zappenduster um die großen Zampanos des deutschen Fernsehens: Thomas Gottschalk und Harald Schmidt

Es wird zappenduster um die großen Zampanos des deutschen Fernsehens: Thomas Gottschalk und Harald Schmidt

  • Katharina Miklis

Lange Zeit waren sie die Unantastbaren. Gottschalk, Schmidt - zwei Namen, die Jahrzehnte lang das deutsche Fernsehbild prägten. So lange, dass auch ihre Arbeitgeber dem Glauben unterlagen, das allein würde ausreichen für den ewigen Erfolg, die ewige Quote. Vor den Augen der Zuschauer werden nun die Scherben dieser grenzenlosen Fehleinschätzung zusammengekehrt. Eine ganze Fernsehnation kann am Scheitern der zwei Großmeister teilhaben. Es ist die Woche der Verfehlungen: Harald Schmidt wurde bei Sat.1 gefeuert. Thomas Gottschalk erreichte gestern Abend einen neuen Tiefstwert in der ARD. Es ist die senderübergreifende Götterdämmerung.

Es findet ein Umbruch statt im deutschen Fernsehen. Schmidt ist so gut wie weg. Gottschalks öffentlich zur Schau getragenes Siechtum nähert sich dem Ende. Nicht mal Dieter Bohlens Zukunft scheint dieser Tage sicher zu sein. Die Konformität im Fernsehen nimmt ihren Lauf. Absurditäten weichen Belanglosigkeiten. Je weniger Profil, so scheint es, desto größer die Erfolgsaussichten. Markus Lanz ist der Mann der Stunde. Selbst Gottschalk versucht jetzt, ihn zu kopieren. Um die großen Zampanos wird es zappenduster.

Grenzenlose Quotengeilheit

Sind jetzt die Zuschauer Schuld, die einfach keine Lust mehr haben einzuschalten? Oder die Jugend, die sich lieber amerikanische Serien im Netz zieht, als den alten Herren bei der Arbeit zuzuschauen? So einfach ist es nicht. Die fatalen Fehler wurden vorher bei den Sendern gemacht. Die Gescheiterten, allen voran Schmidt und Gottschalk, könnten unterschiedlicher nicht sein. Und trotzdem vereint sie das Schicksal, dass bei ihren Arbeitgebern die grenzenlose Quotengeilheit regiert. Sie waren dem Irrtum aufgesessen, Schmidt und Gottschalk seien Selbstläufer und müssten nicht mehr gefordert werden. Ganz egal, wo und wann sie laufen und mit welch dilettantischem Konzept man sie an den Start schickt. Es wurden Marken gekauft, keine Visionen. Gottschalk, Schmidt, Kerner, Pocher - als den Sendern auffiel, dass Namen allein nicht reichen, war es zu spät. So unterschiedlich ihr Scheitern ist, die Lieblosigkeit, mit der Schmidt und Gottschalk ins Programm gedroschen wurden, ähnelt sich.

Mit ihrer Ungeduld und kurz gedachten Quotengier haben sich die Sender jedoch nicht nur selbst geschadet. Auch die Marke Gottschalk dürfte auf immer ruiniert sein. Dass die ARD vor ein paar Tagen die Unverfrorenheit besaß, jemandem wie Gottschalk die Kinder-Quizshow "Frag doch mal die Maus" anzubieten, spricht Bände: Von der Marke zur Maus.

Sender gegen Moderator

Auch die Unantastbaren haben Fehler gemacht. Sie sind sich nicht nur treu, sondern auch stehen geblieben. Das Fernsehen hat sich verändert, Gottschalk und Schmidt nicht. Ihre Versuche, Twitter, Facebook oder Youtube ins Konzept einzubauen, scheiterten. Gottschalk war dafür zu väterlich bemüht, Schmidt zu arrogant. Auch die Kannibalisierung der Beteiligten war ein Problem: Vermutlich haben in beiden Fällen Mann und Sender zu sehr gegeneinander gearbeitet statt miteinander. Die Unstimmigkeiten zwischen der ARD und Thomas Gottschalk werden dieser Tage deutlich, in denen Redaktionsleiter Markus Peichl öffentlich gegen den Sender wettert. Harald Schmidt hat nie einen Hehl aus seiner Aversion gegen den "Unterschichten"-Sender Sat.1 gemacht. Wie konnte das nur so lange gut gehen?

Die großen Zeiten der Late Night und der Samstagabendunterhaltung, wie Schmidt und Gottschalk sie im deutschen Fernsehen revolutioniert haben, sind vorbei. Dass die Altmeister nun von der Bildfläche zu verschwinden drohen, wird das Fernsehen nicht grundlegend verändern. Seine Gastgeber drohen nur austauschbarer zu werden. Die Spitzen, die Ausschläge, die Gottschalk und Schmidt personifizierten, werden fehlen - vor allem in den Hauptprogrammen. In den Nischenprogrammen wächst schon lange eine neue Art des Fernsehens heran. Ihr Scheitern war ein Abgang mit Ansage. Die Erwartungen, mit denen die beiden Fernsehpatriarchen bei ihren jeweiligen Sendern an den Start gingen, waren grenzenlos. Vor allem Gottschalk hatte angekündigt, am großen Rad des Entertainments zu drehen. Es war viel Selbstverliebtheit im Spiel, bei beiden. Doch das war es nicht, was sie zum Fall brachte. Es waren die Sender, die nicht mit den Herausforderungen umzugehen wussten.

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