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Götz George attackiert ARD

Im Ersten darf er seinen eigenen Vater verkörpern. Dennoch ist Götz George auf den Sender sauer: In einem Interview beschwert sich der Schauspieler über nicht eingehaltene Zusagen der ARD.

  Götz George bei der Präsentation des ARD-Films "George"

Götz George bei der Präsentation des ARD-Films "George"

Eigentlich eine tolle Sache: Schauspieler Götz George darf in der ARD seinen Vater spielen. Heinrich George war der berühmteste Schauspieler der 20er und 30er Jahre. Das Dokudrama "George" wird am 24. Juli, einen Tag nach seinem 75. Geburtstag, ausgestrahlt. Doch so richtig Freude will bei George jr. nicht aufkommen - er ist über die ARD verärgert: "Wir haben uns auf 120 Minuten geeinigt. Nun sind doch noch einmal sieben wichtige Minuten weggefallen - und da kämpfe ich natürlich um jede einzelne Sekunde. Das macht mir klar, dass ich der Bürokratie immer noch sehr unterworfen bin", sagte Götz George der "Hörzu". "Letztlich ist es immer die gleiche Geschichte: Man wird mit dem Rolls-Royce abgeholt und mit einer Taxe nach Hause geschickt."

Auch über die späte Sendezeit ist der Schauspieler nicht glücklich. Die ARD sendet den Film am späteren Abend, um 21.45 Uhr, und nicht zur Primetime um 20.15 Uhr. Und noch etwas ärgert George: Er habe gebeten, dass der Film über das Leben seines Vaters am 9. Oktober, dem 120. Geburtstag Heinrich Georges, gesendet werden solle. Nun werde er einen Tag nach seinem Geburtstag ausgestrahlt.

Für das Dokudrama "George" wurden erstmals russische Verhörprotokolle ausgewertet. Götz George hat dazu Dokumente aus seinem Privatarchiv zur Verfügung gestellt: "Das waren Tagebücher meiner Mutter. Mein Bruder Jan hat zudem die politischen Vorwürfe genau recherchiert. Alles musste entstaubt werden." Es sei dabei deutlich geworden, dass sein Vater nicht so politisch war, wie man es ihm im Nachkriegsdeutschland angelastet habe. "Alle, die in diesem Land geblieben sind, haben Kompromisse gemacht - von Heinz Rühmann bis Hans Albers. Sie hatten allerdings die Chance, durch ihre Kunst rehabilitiert zu werden." Diese Chance habe sein 1946 in sowjetischer Gefangenschaft gestorbener Vater nicht gehabt. "So war es leicht, allen Dreck auf ihm abzuladen. Das war das Traurige bei meinem Vater."

che

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