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4. Januar 2009, 12:41 Uhr

Vom hässlichen Entlein zur "Rebellin"

Das ZDF startet mit einem aufwendig inszenierten Dreiteiler ins neue Jahr: In dem 50er-Jahre-Drama "Die Rebellin" muss sich Alexandra Neldel als starke Frau in schwierigen Zeiten beweisen.

ZDF, Alexandra Neldel, TV, Film, Rebellin

Eine völlig neue Rolle spielt Alexandra Neldel im ZDF-Dreiteiler "Die Rebellin". Hier sieht man sie bei den Dreharbeiten in Prag.© dpa

Die 32-Jährige tritt damit in die Fußstapfen der "Kirschenkönigin" Johanna Wokalek und der "Patriarchin" Iris Berben. Der mehr als 7,5 Millionen Euro teure Film erzählt die ausgedachte Aufstiegsgeschichte einer deutschen Fernsehunternehmerin in den Nachkriegsjahren. Für Neldel, die durch die Sat.1-Serie "Verliebt in Berlin" einem breiten Publikum bekannt wurde, war der Dreiteiler eine große Herausforderung: "An der Rolle hat mich besonders gereizt, dass ich die Entwicklung der Figur über einen langen Zeitraum hinweg zeigen konnte", sagte sie der Nachrichtenagentur AP. "Die Rebellin" verfolgt Lena Berkows Lebensgeschichte von der Flucht vor den Russen bis zum Ende der 50er Jahre.

Nach dem Tod des Vaters erkämpft sie sich den gesellschaftlichen Restriktionen zum Trotz einen Job bei einem Radio-Unternehmen und setzt fortan alles daran, den Traum ihres Vaters umzusetzen und Fernsehgeräte zu bauen. Neben Neldel sind Stars wie Friedrich von Thun, Anna Fischer, Dominique Horwitz und Ulrike Folkerts zu sehen.

"Ich gehe immer mit einem großen Respekt ans Set und scheue mich auch nicht, mal erfahrene Kollegen um Rat zu fragen", sagte Neldel, die nie eine Schauspielschule besucht hat. Die Zahnarzthelferin kam zufällig zur Schauspielerei: "Ich hatte nicht schon immer davon geträumt, Schauspielerin zu werden". Sie habe "einfach viel Glück gehabt", als sie 1996 beim Besuch eines Poloturniers in Berlin von einer Casting-Agentin entdeckt wurde.

Als hässliches Entlein eroberte sie die Herzen

Erfolg im Fernsehen und im Kino Daraufhin begann sie ihre Karriere beim RTL-Dauerbrenner "Gute Zeiten, schlechte Zeiten". Nach drei Jahren stieg sie aus und schaffte, was nur wenigen Soap-Darstellern gelingt: den Wechsel auf die Kinoleinwand. 1999 gab sie ihr Leinwanddebüt in der Ruhrpottkomödie "Bang Boom Bang". Dann spielte sie in der Komödie "Erkan und Stefan", in "Lammbock" mit Moritz Bleibtreu und in "Barfuß" mit Til Schweiger. Zuletzt war sie 2008 in der Liebeskomödie "Märzmelodie" zu sehen. Parallel dazu spielte Neldel in beliebten Fernsehserien wie "Berlin, Berlin". Der endgültige Durchbruch kam 2005 als Lisa Plenske in der Sat.1-Telenovela "Verliebt in Berlin". Als hässliches Entlein mit Zahnspange und Hornbrille und viel Herz eroberte sie die Zuschauer und bescherte dem Sender Traumquoten, bis sie nach mehr als 350 Folgen ausstieg. 2008 spielte sie eine Rechtsanwältin in der ProSieben-Serie "Unschuldig". Den Mut zur Hässlichkeit, den sie bereits in "Verliebt in Berlin" bewiesen hat, konnte Neldel auch für "Die Rebellin" gut gebrauchen: Echtheit wurde beim Dreh groß geschrieben. In den 50er Jahren hatten Frauen in ihrer Lage weder Wimperntusche noch blonde Strähnchen, und auch die strahlend weißen Zähne wurden der Schauspielerin gelb eingefärbt. Die hübsche Blondine nahm es mit Humor: "Ich kann nicht als Flüchtlingsmädchen im Kuhstall Mist schaufeln und dabei perfekt geschminkt sein, das nimmt einem keiner ab." Später im Film habe sie dann ja auch schöne Kleider tragen dürfen.

"Da bin ich ganz Mädchen"

Neldel steht auf 50er-Jahre-Stil Diesen eleganten 50er-Jahre-Stil liebt die Berlinerin: "Die tollen Frisuren und die schönen Kleider, da bin ich ganz Mädchen." Tauschen würde sie trotzdem nicht: "Ich bin froh, in der heutigen Zeit zu leben, gerade als Frau hat man viel mehr Freiheiten." Dass Frauen in den 50er Jahren noch die Genehmigung ihres Ehemannes brauchten, um überhaupt arbeiten zu dürfen, könne man sich heute ja gar nicht mehr vorstellen. Den ersten Teil von "Die Rebellin" strahlt das ZDF am 5. Januar 2009 um 20.15 Uhr aus. Teil zwei und drei folgen am 7. und 11. Januar 2009, ebenfalls um 20.15 Uhr.

Nadine Pilz/AP
 
 
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