Startseite

"Ich empfinde mich als normal"

In dem ARD-Vierteiler "Zeig mir deine Welt" nimmt Kai Pflaume am Alltag von Menschen mit Down-Syndrom teil. Einer von ihnen ist Sebastian Urbanski. Im Interview erzählt er von seinem Leben und Beruf.

  "Zeig mir Deine Welt" heißt das vierteilige Unterhaltungsformat der ARD. Darin begleitet Kai Pflaume Menschen mit Down-Syndrom in ihrem Alltag. Einer von ihnen ist der Schauspieler Sebastian Urbanski.

"Zeig mir Deine Welt" heißt das vierteilige Unterhaltungsformat der ARD. Darin begleitet Kai Pflaume Menschen mit Down-Syndrom in ihrem Alltag. Einer von ihnen ist der Schauspieler Sebastian Urbanski.

Sebastian, in der ARD zeigt Kai Pflaume das Leben von Ihnen und anderen Menschen mit Down-Syndrom. Wie hat er Sie gefunden?
Er muss von mir gehört haben und hat zuerst meine Eltern in Pankow besucht. Die haben ihm erzählt, was ich so mache und dass ich Theater spiele. Da wollte er mich dann haben für seine Sendung.

Und wie war es mit Kai Pflaume?


Die Dreharbeiten haben Riesenspaß gemacht. Kai Pflaume hat sich viel Zeit genommen, um mit meiner Familie und mit meinen Freunden im Theater und in der WG ausführlich zu sprechen. Er und sein Team waren richtig toll.

Jetzt sitzen wir hier in der Kantine an Ihrem Arbeitsplatz, dem Theater Ramba Zamba im Prenzlauer Berg. Wollten Sie schon immer Schauspieler werden?
Das hat sich so ergeben. Nach der Schule habe ich in verschiedenen Werkstätten gearbeitet, auch im Hotel. Aber da hatte ich zum Beispiel Probleme mit dem Bettenmachen. Irgendwann habe ich Gisela Höhne getroffen, die künstlerische Leiterin und Regisseurin an diesem Theater. Die hat mich dann in verschiedenen Stücken ausprobiert.

Offenbar haben Sie Frau Höhne überzeugt.


Sie hat gemerkt: Der kann was. Und schließlich gesagt: Der ist so gut, den muss ich haben. Sie hat viel mit mir gearbeitet, damit ich vorankomme, damit ich auch größere Stücke spielen kann, Stücke der Weltliteratur. Und dann hat sie mich auch vorgeschlagen für Kino- und Fernsehfilme, weil ich mich in ihren Augen wie ein Profi verhalte.

Wie lernen Sie Texte, haben Sie da Tricks?


Das geht immer einfach. Ich brauche da nur ein-, zweimal draufzugucken. Die Regisseurin ist dann oft baff, dass es so schnell geht bei mir. Sie weiß immer: Ich schaffe das.

Im neuen Theaterstück von Ramba Zamba geht es um Menschen mit Down-Syndrom, die Sorgen haben, dass es von ihnen immer weniger gibt. Deshalb kidnappen sie "normale" Männer, um mit ihnen Nachwuchs zu zeugen. Ist das auch eine Ihrer Sorgen: dass es immer weniger Menschen mit Down-Syndrom gibt?


Ja, das ist so. Wir haben das Stück "Am liebsten zu dritt" gemacht, weil es heute mit den Gentests immer einfacher ist, Babys vor der Geburt auszusortieren. Darum werden wir immer weniger. Aber wir sind auch Menschen und leben sehr gerne.

Merken Sie im Alltag, dass Sie ein bisschen anderes sind als andere?


Manchmal schon, wenn ich mit Freunden unterwegs bin, die auch das Down-Syndrom haben, werden wir gelegentlich schief angeguckt.

Müssen Sie sich dann auch unfreundliche Bemerkungen gefallen lassen?


Das passiert schon mal.

Was ist für Sie "normal"?


Also ich empfinde mich eigentlich als normal. Durch die Entwicklung, die ich durchgemacht habe, dank meiner großartigen und lieben Eltern und natürlich meiner großartigen Chefin Gisela Höhne, kann ich, können auch meine Freunde hier am Theater zeigen, dass auch Menschen mit Down-Syndrom zu sehr viel in der Lage sind. Wir beweisen, dass ihnen alle Türen offen stehen.

Sie leben seit eineinhalb Jahren in einer Wohngemeinschaft. Ist der Alltag da auch so normal wie in anderen WGs: Jeder hat seine Macken, aber letztlich kommen alle Miteinander aus?
Ja, da hat jeder seine Eigenarten. Einige sind schwieriger, sind schneller beleidigt. Einer von uns will am liebsten gleich wieder nach Hause, wenn er Angst bekommt. Ich habe angefangen, das zu akzeptieren, habe auf ihn eingeredet, und inzwischen ist auch er mein Freund geworden. Aber man muss ihn immer noch an Dinge erinnern.

Kochen Sie auch gemeinsam, so wie es sich für eine WG gehört?


Wir haben einen Dienstplan, da steht auch drauf, wer wann kocht.

Was gibt es, wenn Sie dran sind?


Ich habe viele Lieblingsessen, chinesisch esse ich sehr gern.

Das bekommen Sie auch in der Küche hin?


Es ist eins der Ziele. Bis jetzt habe ich gelernt, Hackbraten zu machen, Kartoffeln, Nudeln, leichte Küche. Jetzt fange ich auch mit der schwereren an. Da helfen die Betreuer dann, aber auch die WG-Mitglieder. Und ich habe auch Kochbücher. Zum WG-Jubiläum gab es etwas Besonderes, da habe ich Toast Melba gemacht. Die Meisterin der Küche, die oberste Zarin aber ist meine Mutter. So weit wie die bin ich noch lange nicht.

Haben Sie Ihre Freundin Zora auch in der WG kennengelernt?


Ich habe sie zum ersten Mal im Zirkus gesehen, und als ich dann in die WG kam, war sie schon da. Da habe ich mich sehr gefreut.

Haben alle Mitglieder der WG das Down-Syndrom?
Fünf von sechs haben es, Christo nicht. Aber mit ihm ist es manchmal noch schwieriger als mit anderen. Christo war erst sehr ruhig, sehr verschlossen. Mittlerweile kann ich aber auch mit ihm reden. Irgendwann hat er mich in den Arm genommen und gesagt, dass ich auch sein Freund wäre. Trotzdem muss er noch ungeheuer viel lernen, er kann keine Zahlen erkennen, kann nicht lesen.

Aber Sie lesen?


Ja, vor allem Biografien von Komponisten und anderen Künstlern.

Auch Romane?


Kommt drauf an, welche. Die großen Romane der Weltliteratur sind für mich zu schwer, aber leichtere lese ich gern. Und ich mag gern Hörbücher.

Und über welche Komponisten lesen Sie gern?


Eher welche aus der Klassik, aber ich mag auch Rock 'n'Roll.

Wie haben Sie Klassik entdeckt?


Hauptsächlich durch meine Mutter. Sie hat mir erzählt, dass ich schon viel Johann Sebastian Bach gehört habe, als ich noch in ihrem Bauch war, den größten Komponisten der Welt. Und nach seinem zweiten Vornamen hat sie mich auch genannt. Sie hat gesagt, mein Kind soll musikalisch weiterkommen, es soll Instrumente lernen.

Welches Instrument spielen Sie?


Ich habe zwei gelernt, zuerst die Violine, aber irgendwann hatte die Lehrerin keine Zeit mehr. Da musste die Violine dann in den Kasten und schmollen. Anschließend habe ich angefangen, Klavier zu lernen. In der WG habe ich ein elektrisches Klavier, und ich bekomme wieder Unterricht.

Wenn Sie in die Zukunft blicken: Was wünscht Sie sich? Wovon träumen Sie?


Ich würde gern mein Klavierspiel ausbauen, es vielleicht auch mal zu medizinischen Zwecken nutzen können, es heißt ja, dass die Musik von Mozart auf Menschen eine heilende Wirkung hat. Und ich möchte ein Familienleben wie jeder andere Mensch auch.

Sebastian, wenn ich Sie erlebe, Ihre Kollegen hier sehe, scheint es, dass Menschen mit Down-Syndrom viel gute Laune haben. Stimmt das?


Ja, das stimmt. Und wenn einer traurig ist, wird er durchgekitzelt, dann lacht er auch wieder.

Sebastian Urbanski spielt die Hauptrolle in dem Film "So wie du bist", den die ARD heute Abend um 20.15 Uhr sendet. Im Anschluss daran, um 21.45 Uhr, kommt die erste Folge von "Zeig mir Deine Welt".

Interview: Alf Burchardt

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Was tun gegen ständige Lärmbelästigung in der Straße durch Lokal
Hallo, was kann man dagegen unternehmen wenn jedes Wochenende eine große Afterwork Studenten Party in dem Tanzlokal nebenan stattfindet. Es findet jedes mal eine massive Ruhestörung vor. Es geht meistens von 23:00 bis 03:00 Morgens. Unsere Lebensqualität ist momentan arg eingeschränkt. Wir wussten schon als wir hierher gezogen sind das es ab und zu etwas lauter sein kann. Aber das es jetzt solche extremen Ausmaße nimmt konnten wir nicht ahnen. Bei der Polizei ist dieses Party/Lokal wegen Ruhestörung bekannt. Nur leider unternimmt niemand etwas dagegen. Wir wohnen jetzt 5 Jahre in der Wohnung neben dem Lokal. Aber wir sind jetzt am überlegen deshalb nächstes Jahr wenn es finanziell möglich ist umzuziehen. Was kann man solange tun? Fenster im Sommer geschlossen halten ist unzumutbar. Beschweren beim Lokal Besitzer sowie bei der örtlichen Stadt die sowas genehmigt bringt auch nichts. Wenn es heißt war um wir dort hin gezogen sind, leider ist Heilbronn momentan eine reine Studentenstadt , das heißt als wir hierher gezogen sind waren damals nicht viele für uns preiswerte Wohnungen verfügbar, außerdem wurden damals schon sehr viele Wohnung nur an Studenten vermietet. Das heißt , uns ist nichts anderes übrig geblieben die günstigste Wohnung zu nehmen. Wie oben beschrieben hatten wir kein Problem damit das ab und an eine Veranstaltung stattfindet. Nur , es findet jetzt jedes Wochenende etwas sehr lautstarkes statt.
Ionisiertes Wasser oder Osmosewasser ?
Klar
Liebe Sternchen Community. Vor kurzem war ich bei einem Arzt und er hatte Azidose bzw. eine latente Übersäuerung festgestellt. Daraufhin habe ich viel recherchiert und einige Bücher gelesen. Erst bin ich auf die basische Ernährung gestoßen, die sehr effektiv sein soll, allerdings auch schwierig immer im Alltag zu praktizieren ist. Dann habe ich zufällig einen guten Bericht über ionisiertes Wasser bzw. basisches Wasser gefunden und mir auch ein Buch gekauft, "trink dich basisch" und "jungbrunnenwasser" da wird sehr positiv davon gesprochen. Insbesondere soll es auch das stärkste Antioxidanz sein mit Wasserstoff. Außerdem soll es den Körper basischer und Wiederstandsfähiger machen. Darmmileu und Blutmileu werden günstig beinflusst, heißt es. Sogar Haarausfall soll verhindert werden, weil die Hauptursache davon ist wohl Mineralienmangel, wegen Übersäuerung (pH Wert im Blut und Körper), weniger wegen der Genetik. Und noch einige weitere Vorteile hat es wohl, wie Obst und Gemüse wieder zu erfrischen. Und der Kaffee und Tee schmeckt wohl besser. Und noch einiges mehr.. Stimmt das? Allerdings habe ich "ionisiertes Wasser" gegoogled und bin auf einige Berichte gestoßen, die negativ davon sprechen. Meistens scheinen es Umkehrosmose Wasser Verkäufer zu sein, die so schlecht davon schreiben. Ich habe mal gehört Umkehrosmosewasser ist schädlich, weil es die Osteoporose verstärkt. Einige nennen es auch Osteoporosewasser, weil es wie destilliertes Wasser keine Mineralien mehr hat und deshalb Mineralien aus dem Körper zieht. Also ist es bestimmt nicht gut Osmosewasser zu trinken. Ich würde gerne mal ionisiertes Wasser probieren. Naja, aber hat jetzt jemand echte Erfahrung damit gemacht? Hat wer so einen "Wasserionisierer" zu Hause? Welches Wasser trinkt Ihr? Würde mich interessieren, weil die schon recht teuer sind. Aber vielleicht kaufe ich mir einen mit Ratenzahlung, wenn ich mir sicher bin. Im Moment braucht es etwas Aufklärung... Bitte nur seriöse Kommentare. Liebe Grüße KLAR

Partner-Tools