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Noch 'ne Twitterrunde mit Steinbrück

Chance verpasst: Reinhold Beckmann begrub den SPD-Kanzlerkandidaten in seiner Sendung unter Fragen, Stichwörtern und Anmerkungen. Heraus kam (fast) nichts.

Von Lutz Kinkel

  Nach der Debatte über das seiner Meinung nach zu miese Kanzlergehalt sind Vorwürfe gegen Peer Steinbrück laut geworden, er engagiere sich für niedrigere Strompreise für Thyssen-Krupp

Nach der Debatte über das seiner Meinung nach zu miese Kanzlergehalt sind Vorwürfe gegen Peer Steinbrück laut geworden, er engagiere sich für niedrigere Strompreise für Thyssen-Krupp

Doch, sicher, es gab eine Neuigkeit: Bei Steinbrücks daheim wird der Christbaum, den seine Gattin bereits gekauft hat, wie üblich in einer Höhe von ungefähr 2 Metern 20, am 23. Dezember abends geschmückt. Und dann gibt es "Lasagne und einen guten Rotwein". Aha. Newsjunkies können jetzt aufhören zu lesen. Denn mehr kam in einer Stunde "Beckmann" mit SPD-Spitzenkandidat Peer Steinbrück nicht heraus.

Das lag in erster Linie am Moderator. Reinhold Beckmann trat auf, als stünde in seinem Vertrag, dass er für jede gestellte Frage extra bezahlt wird. Im Stakkatotempo warf er Stichwort auf Stichwort in die Debatte: Europa, Familie, Frauen, Grüne, Merkel, Griechenland, Wahlkampf, Steuersätze, Parteitag, Eierschleifmaschine ... - passagenweise war nicht klar, ob er sich mit Steinbrück unterhalten wollte oder experimentell versuchte, Twitter im Fernsehen nachzuahmen. Selbst dem Befragten wurde es zu viel. "Herr Beckmann", mahnte Steinbrück und verdrehte die Augen. "Sie sind so ungeduldig, das ist ja wie der Steinbrück!"

Armutsforscher Butterwegge verklappt

Aber Steinbrück musste, und das war ihm sicherlich klar, auch dankbar für Beckmanns Fragenbombardement sein. Denn das verhinderte, dass der Moderator gezielt nachfragte. Nebeneinkünfte? Image? Metamorphose zum linken Sozialdemokraten? Alles nur Sekunden-Gigs, Soundbites, ein paar Sätze hier, ein paar Sätze da, nichts Substantielles. So konnte Steinbrück ungehindert Aussagen platzieren, die ihm strategisch gut in den Kram passen, aber der Nachfrage wert gewesen wären. Zum Beispiel: "Ich glaube, dass die Zeiten der Basta-Politik vorbei sind." Oder auch: "Ich habe keine pazifistischen Vorstellungen". Es wäre schon interessant gewesen zu hören, was das konkret heißt. Für Steinbrücks Führungsstil, für seinen Umgang mit der Partei, für die deutsche Außenpolitik. Doch speedy Beckmann war schon längst wieder beim nächsten Thema.

Auch die unvermeidlichen Einspieler brachten die Show nicht weiter. Sie waren ähnlich erwartbar und uninspiriert wie die Fragen des Moderators. Zum Schlagabtausch über Steinbrücks politische Positionierung schaltete die Redaktion ausgerechnet den Armutsforscher Christoph Butterwegge zu, der sein SPD-Parteibuch schon vor Jahren wütend zurückgegeben hatte, weil er die Agenda 2010 und die Rente mit 67 für grundfalsch hält. Diese Kritik schmierte er Steinbrück nochmals fingerdick aufs Brot, aber der biss erst gar nicht hinein. "Sie haben es mir jetzt voll gegeben und mir ordentlich eingeschenkt", erwiderte der Kandidat. Und ergänzte dann, zu Beckmann gewandt: Dies sei eine kritische Stimme zu seiner Parteitagsrede gewesen. Er habe aber auch sehr viel Zustimmung bekommen. Beckmann ließ das einfach so stehen - und verklappte damit selbst die Armutsdebatte.

Körperhaltung wie ein Fechter

Steinbrück machte während der Sendung einen ziemlich gesammelten, konzentrierten Eindruck, aber seine Körperhaltung verriet auch Anspannung. Die rechte Schulter hatte er zurückgezogen, die rechte Hand auf die Stuhllehne gelegt, seine linke Körperhälfte hatte er zum Tisch eingedreht. Er sah aus wie ein Fechter, der gefährliche Attacken erwartet und rechtzeitig reagieren will - entweder, indem er ausweicht oder indem er sprunghaft zum Konter ansetzt. Der Kandidat im Kampfmodus.

Im kommenden Jahr will Steinbrück eine Idee aus dem US-Wahlkampf imitieren und Hausbesuche bei ganz normalen Bürgern machen. Sie sollen Freunde und Verwandte dazu einladen, den Kuchen will die SPD selbst mitbringen, die Medien bleiben außen vor. Vielleicht menschelt es dann ja ein bisschen, vielleicht gibt es dabei Gelegenheit, einfach mal zu erspüren, wie der Mann, der Deutschland regieren will, so tickt. Beckmann, der in seinen großen Momenten einfühlsam und psychologisch geschickt ein Gespräch leiten kann, hatte diese Chance am Donnerstagabend auch. Und vergab sie glatt.

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