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Hahnenkampf bei der "Tagesschau"

Hätte sich Marc Bator in seiner letzten Sendung als "Tagesschau"-Sprecher verabschieden dürfen, oder war es verboten? Darüber streiten Bator und sein Ex-Chef Jan Hofer. Jo Brauner bittet um Mäßigung.

Nachrichtensprecher Marc Bator - hier bei einer Veranstaltung im November 2010 - liegt mit seinem Ex-Chef im Clinch

Nachrichtensprecher Marc Bator - hier bei einer Veranstaltung im November 2010 - liegt mit seinem Ex-Chef im Clinch

Der Wechsel von Tagesschau-Sprecher Marc Bator, 40, zu den Sat1-Nachrichten ziehtn einen ins Persönliche gehenden Zwist nach sich. Tagesschau-Chefsprecher Jan Hofer, 61, bezichtigt laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung Bator der Lüge. Bator hatte sich beklagt, vor seiner Abschiedssendung Ende April seien ihm Abschiedsworte verboten worden. Das will sein ehemaliger Chef nicht auf sich sitzen lassen.

"Über Marc Bator habe ich mich sehr geärgert, weil er gelogen hat. Ich habe ihm gesagt, sein letzter Auftritt ist in den 'Tagesthemen'. Caren Miosga wird die Verabschiedung machen, er kann ein paar Sätze sagen, alles gut. Genauso ist es passiert. Dass er dabei keinen vernünftigen Satz rausgebracht hat, ist wohl kaum unsere Schuld", sagt Hofer laut "Bild" in einem Interview mit der Zeitschrift "Closer". Weiter sagte er: "Dann stellt er sich anschließend hin und behauptet, wir hätten ihm in der 20-Uhr-Sendung davor seine Abschiedsworte verwehrt, und das war wissentlich falsch, also eine Lüge."

Hofer ein Heuchler?

Hofers Anschuldigungen treffen Bator schwer. "Ich kann viel Kritik vertragen, aber der Lüge lasse ich mich nicht bezichtigen. Ich bin an meinem letzten Tag von unserem Chef vom Dienst angewiesen worden, auf Wunsch des Senders jegliche Abschiedsworte zu unterlassen. Wenn Jan Hofer nun etwas anderes behauptet, dann ist er der Lügner, nicht ich", sagte Bator zur "Bild." Und er setzt sogar noch einen drauf: "Jan Hofer ist nicht nur ein Lügner, sondern auch ein Heuchler! Er hat mir damals zum Senderwechsel gratuliert und gesagt, dass er meine Entscheidung total versteht. Und jetzt tritt er fies nach", zitiert "Bild" Bator.

Der Norddeutsche Rundfunk wollte sich zu dem Streit und der Darstellung Bators nicht äußern. "Dazu ist genug gesagt worden. Deshalb enthalten wir uns eines Kommentars", sagte NDR-Sprecher Martin Gartzke. Der frühere Chefsprecher der "Tagesschau", Jo Brauner, 75, will die Wogen glätten. Der Programmzeitschrift "Auf einen Blick" sagte er: "Die beiden sollten sich vertragen. Solche Streitigkeiten gehören nicht in die Öffentlichkeit. Wenn schmutzige Wäsche gewaschen wird, bleibt immer auch etwas an der "Tagesschau" hängen."

Für eine Versöhnung ist es vielleicht schon zu spät. Hofer äußert sich unversöhnlich: "Marc Bator hätte mein Nachfolger werden können", sagte der Tagesschau-Chefsprecher zur "Bild". "Das hat sich jetzt erledigt."

Thomas Krause

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