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25. Juli 2011, 11:00 Uhr

Holmes und Watson im modernen London

Sherlock Holmes in heutige Zeiten versetzt - das hätte auch schiefgehen können. Ist es aber nicht. In England lieben die Zuschauer die moderne BBC-Version vom scharfsinnigen Verbrecherjäger und seinem treuen Adlatus. Am Sonntag kam "Sherlock" endlich auch ins deutsche Fernsehen - mit erstaunlichem Erfolg.

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Der britische Schauspieler Benedict Cumberbatch spielt den Sherlock Holmes der Gegenwart. Und das macht er großartig© Carl Court/AFP

Karierte Mütze, Pfeife im Mund und eine Lupe in der Hand - so stellt sich die Welt den Meisterdetektiv Sherlock Holmes vor. Kann die wohl berühmteste Krimifigur der Welt aus dem viktorianischen London in die Metropole von heute verpflanzt werden? Funktionieren die legendären Geschichten von Schriftsteller Arthur Conan Doyle auch im 21. Jahrhundert? Hat Sherlocks Spürsinn im Zeitalter von High-Tech-Kriminologie noch eine Chance?

Die Briten meinen dazu jedenfalls ja. Die drei TV-Filme der BBC, die den Zeitsprung gewagt haben, liefen höchst erfolgreich. Nun sind sie auch in Deutschland angekommen und der erste Teil hat gestern Abend gleich erstaunliche Quoten eingefahren: 4,42 Millionen Zuschauer - sonntags um 21.45 Uhr. Die BBC dreht mittlerweile im walisischen Cardiff bereits die zweite Runde.

Einerseits ist der Detektiv zwar kaum wiederzuerkennen. Andererseits aber durfte er doch auch viele seiner Schrulligkeiten in die Moderne mitnehmen. Der Sherlock des Jahres 2011 ist Anfang 30, hat sein Apple-Laptop quasi auf den Schoß geklebt und wohnt in einer ziemlich chaotischen WG. Gespielt wird er vom Briten Benedict Cumberbatch. In Deutschland ist der Mime unter anderem durch seine Rolle als Fiesling im Drama "Abbitte" mit Keira Knightley bekannt. Derzeit dreht er mit Steven Spielberg dessen neues Projekt "War Horse".

Die Rolle des berühmten Gehilfen Doktor John Watson hat der Brite Martin Freeman übernommen, der bald als Hobbit in der heiß ersehnten Verfilmung des Kultbuches von "Herr der Ringe"-Autor J.R.R. Tolkien zu sehen sein wird. Gute Gründe also für Filmfreaks, sich an die Gesichter der beiden Hauptdarsteller zu gewöhnen.

"Als ich zum ersten Mal von der Idee gehört habe, Sherlock Holmes in die Moderne zu verfrachten, dachte ich: Das kann nicht funktionieren", erinnert sich Freeman an die Anfänge von "Sherlock". Als er dann aber das Drehbuch gelesen habe, sei er sofort gefangen gewesen. Für die moderne Variante hat das Autorenteam Mark Gattis, Steven Moffat und Steve Thompson Elemente aus den Romanen und Kurzgeschichten Doyles aufgegriffen und daraus Geschichten für Heute gemacht. Im ersten Film etwa, "Ein Fall von Pink", entlarven Sherlock und Watson mutmaßliche Selbstmorde als die gut getarnten Taten eines Serienkillers. "Der blinde Banker" spielt im Investmentbanker-Milieu.

"Es war uns sehr wichtig, dem Geist von Doyle treu zu bleiben", sagt Gattis über die Drehbücher. Außerdem habe man die Beziehung zwischen Holmes und Watson in den Blick rücken wollen. "Das ist eines der wichtigsten Elemente, die die Geschichten bis heute so interessant machen." So bleibt Holmes der geniale, verschrobene Chaot. Watson übernimmt die feinfühligen Konversationen mit Opfern und Zeugen. Neben Action und Spannung gibt es deshalb auch besten britischen Humor, wenn Holmes in seiner direkten Art genau das sagt, was er denkt - und Watson das Schlimmste zu verhindern versucht.

Britta Gürke/DPA
 
 
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