29. Januar 2007, 12:44 Uhr

Triumph des Guten

Sie wurde beschimpft und bepöbelt, aber es hat sich gelohnt für Shilpa Shetty. Die indische Schauspielerin verlässt den Big-Brother-Container als Siegerin. Das gute Ende einer britischen Fernsehposse, die in Indien Proteststürme auslöste.

Big Brother: 63 Prozent der Zuschauer kürten Shilpa Shetty zur Siegerin©

Nach einem Skandal um mutmaßlich rassistische Beschimpfungen bei der britischen "Big Brother"-Show ist die indische Schauspielerin Shilpa Shetty (31) nun zur großen Siegerin gekürt worden. Bei der Abstimmung entschieden sich in der Nacht zum Montag 63 Prozent der Zuschauer für die ebenso schöne wie gebildete Asiatin. In Shettys Heimat hatten zahlreiche Menschen mit dem Bollywood-Star mitgefiebert. Ihr Sieg bei "Big Brother" beherrschte die indischen Fernsehnachrichten am Montag.

Angesichts des Triumphes gab sich Shetty versöhnlich: "Ich möchte Großbritannien für diese Chance danken und dafür, dass es mein Heimatland stolz gemacht hat." Mehr als 40.000 Briten hatten sich in den letzten Wochen bei der Fernsehaufsichtsbehörde Ofcom darüber beschwert, dass die Inderin im "Big Brother"-Container vor einem Millionenpublikum unter Anspielung auf ihre Herkunft, Hautfarbe und Kultur beleidigt worden war. Ihre schärfste Widersacherin war daraufhin per Zuschauer-Votum hinausgeworfen worden.

Der Fall hatte auch in Indien Proteststürme ausgelöst und drohte kurzzeitig, die Beziehungen zwischen Neu Delhi und London ernsthaft zu belasten. Der Hauptsponsor der Show, die Mobilfunkfirma Carphone Warehouse, zog sich vom "Big Brother"-Sender Channel 4 zurück. Mitbewohner des britischen TV-Containerhauses hatten der Schauspielerin unter anderem gesagt, sie wolle bestimmt am liebsten weiß sein. Zudem hatten sie ihr indisches English nachgeäfft, sie als unsauber verunglimpft und sich über Curry-Gerichte lustig gemacht.

In Anspielung darauf brachte Shetty nun mit der Bemerkung "Chicken curry rules!" (Hühner-Curry regiert) die Lacher auf ihre Seite. Die Welle der Sympathie, die der Inderin entgegenschlug, verhalf ihr schließlich dazu, den ebenfalls von vielen favorisierten US-Popmusiker Jermaine Jackson, einen Bruder von Michael Jackson, auf Platz zwei zu verweisen. Nun winkt der Inderin unter anderem eine Rolle in einem BBC-Fernsehfilm.

Der Vater der Schauspielerin, Surendra Shetty, dankte der britischen Öffentlichkeit für die Unterstützung seiner Tochter. "Ich freue mich sehr für sie darüber, was sie erreicht hat", sagte er. "Wir als Eltern und Familie sind sehr stolz." In der ostindischen Stadt Patna feierten Shettys Fans den Sieg. Sie trugen Plakate mit der Aufschrift "Wir sind stolz auf Dich". Bollywood-Filmregisseur Mahesh Bhatt verurteilte dagegen den Medienrummel um die "Big Brother"-Show. Vor der Show war Shettys Stern in ihrer Heimat im Sinken begriffen. Die Schauspielerin hat seit Jahren in keinem Kassenschlager mitgewirkt.

dpa
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
Vikar (29.01.2007, 16:00 Uhr)
Recht gut gebildet sogar
Die muss ganz genau wissen, wo man auf die Druese druecken muss, um gewaehlt zu werden.Also, meiner Meinung nach war das alles einstudiert von der.Erst mal die wichtigste Gegnerin ausschalten, indem man sie dazu bringt, rassistische Aeusserungen zu machen, ( was ja nicht schwer ist, denn bei jedem Streit outet sich eine rassistische Aeusserung,) und dann a la Bollywood die Massen zu hypnotisieren und Schuldgefuehle einzutrichtern.Mann, die das nicht durchschauen, an alle die, ihr tut mit leid.
tagora-sagittara (29.01.2007, 13:59 Uhr)
clever eingefädelt,..
wie Mahesh Bhatt bereits richtig formuliert hat. In Indien war die Dame schon out.
Das BB war nur eine PR-Masche.
Aber die Rechnung geht doch immer wieder auf,..gelle!?
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