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9. Februar 2006, 12:08 Uhr

Raab bläst zum Angriff auf den Grand Prix

Mit dem Sängerwettstreit, bei dem 16 Bands und Solo-Künstler aus allen Bundesländern antreten, hat Stefan Raab eine mächtige Konkurrenz für den Grand Prix ins Leben gerufen. Nun will er den Song Contest auf Jahre hinaus etablieren.

Stefan Raab hat mit seinem Bundesvision Song Contest eine ernsthafte Konkurrenz zum ARD-Pendant geschaffen© Ralph Orlowski/Getty Images

TV-Entertainer Stefan Raab will seinen Bandwettbewerb Bundesvision Song Contest zu einer Dauereinrichtung machen. "Ich hoffe, dass wir das in 50 Jahren auch noch machen", sagte Raab im mittelhessischen Wetzlar. Dort treten 16 Bands und Einzelkünstler im Wettstreit um Deutschlands besten Song an. Das Ereignis dominiert das Abendprogramm von ProSieben, wo es als Live-Sendung von 20:15 Uhr bis 23:45 Uhr ausgestrahlt wird. Die Gießener Band Juli ("Geile Zeit") hatte mit ihrem Sieg bei der Premiere des Bundesvision Song Contest im vergangenen Jahr die diesjährige Entscheidung nach Hessen geholt.

Vor 4000 Fans in der ausverkauften Mittelhessen Arena in Wetzlar werden Bands und Solokünstler um die Gunst des Publikums buhlen. Die Entscheidung fällt per Telefon durch die Fernsehzuschauer. Im vergangenen Jahr hatten 3,23 Millionen Menschen den neuen Musikwettbewerb live im Fernsehen verfolgt.

Konkurrenz zum Eurovision Song Contest

Im Fernduell mit dem ARD-Vorentscheid für den Eurovision Song Contest sieht Initiator Raab seinen Bandwettbewerb bereits als Sieger: "Wir sind die moralisch-musikalische Vertretung für Deutschland", sagte der Fernsehmoderator. "Mit unserem Aufgebot an Teilnehmern sind wir keine Konkurrenz, sondern die klare Alternative zum Eurovision Song Contest."

Die Konkurrenz gibt sich kratzbürstig: "Wir spielen in der Europaliga, keiner von Stefan Raabs Kandidaten hätte in Athen eine Chance", giftet NDR-Unterhaltungschef Jan Schulte-Kellinghaus, der für die deutsche Eurovisions-Beteiligung verantwortlich ist. Stefan Raabs Wettbewerb bediene die jungen Plattenkäufer, während der deutsche Beitrag beim Eurovisions-Grand-Prix alle Zuschauer von 0 bis 100 Jahren faszinieren solle. Raab kontert: "Wir machen hier Musik und nicht Comedy." Und verkündet selbstbewusst mit einem Augenzwinkern: "Hier könnte auch Herbert Grönemeyer teilnehmen, aber der hat wahrscheinlich die Hosen voll."

Die Teilnehmer

Hessen wird in diesem Jahr durch Ex-No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa vertreten. Ins Rennen gehen außerdem: Massive Töne (Baden- Württemberg), tiptop (Bayern), Seeed (Berlin), Diane (Brandenburg), Revolverheld (Bremen), OleSoul (Hamburg), Pyranja (Mecklenburg- Vorpommern), Marlon (Niedersachsen), AK 4711 (Nordrhein-Westfalen), 200 Sachen (Rheinland-Pfalz), Reminder (Saarland), Die Raketen (Sachsen), Toni Kater (Sachsen-Anhalt), TempEau (Schleswig-Holstein) und In Extremo (Thüringen).

Die Teilnehmer, deren Wettbewerbsbeiträge mindestens zur Hälfte deutschsprachig sein müssen, waren in Zusammenarbeit mit Plattenfirmen und Radiosendern ausgewählt worden. Sie hatten sich bei Themenabenden zu den jeweiligen Bundesländern in Raabs ProSieben-Show "TV Total" vorgestellt.

"Es ist mir ein persönliches Anliegen, dass die Musik im Fernsehen ein Forum hat", sagte der Moderator. Mit seinem Wettbewerb wolle er "eine Plattform für deutschsprachige Musik schaffen, die es in den letzten Jahren in dieser Form nicht gab" und so "zur Sicherung des Musikstandortes Deutschland" beitragen. Der "Bundesvision Song Contest" solle zeigen, "was die deutschsprachige Musikszene alles kann", so Raab.

DPA/AP
 
 
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