Sie ist die Schöpferin von "Sex and the City": Candace Bushnell. Nun wechselt die Erfolgsautorin ins Produzentenfach und startet in Amerika mit ihrer neuen Serie "Lipstick Jungle". Im stern.de-Interview spricht sie über Kinder, Küche und Karrierefrauen in New York.

Candace Bushnell produziert die neue US-Serie "Lipstick Jungle"© John Smock/AP
Doch, aber das war Teil des Deals, weil ich das immer gern schon einmal machen wollte. Auch wenn ich Anfangs keinen blassen Schimmer hatte, was man als Produzentin eigentlich zu tun hat. Aber man wächst da rein. Ich habe am Drehbuch des Pilotfilms mitgeschrieben, mir die Castings angesehen und später dann die Dreharbeiten, ich habe mit den Stylisten geredet und mich mit meinen Co-Produzenten ausgetauscht. Es hat Spaß gemacht. Und jetzt bin ich furchtbar aufgeregt, weil das Ergebnis endlich zu sehen ist.
Nein, dafür sind ja die Castings da. Und der Sender, NBC, ist da auch sehr involviert. Und NBC liebte diese drei Frauen! Die Figur Victory Ford, die von Lindsay Price gespielt wird, ist im Buch 42 Jahre alt, in der Serie ist sie ein wenig jünger, einfach, weil Lindsay Price etwas jünger ist…
…aber wir fanden alle, sie sei perfekt für die Rolle. Und die Serie ist alles in allem sehr nah am Buch.
Nein, das ist etwas ganz anderes. Wenn du ein Buch schreibst, tust du das ganz für dich allein. Bei einer Fernsehserie aber sind hunderte von Leuten involviert. Wir hatten schon allein acht Stylisten. Das ist ein riesiger Apparat, der immer am Laufen gehalten werden muss, und ich war in der Regel von sechs Uhr morgens bis acht Uhr abends gut beschäftigt.
Niemand spezielles, das sind keine bestimmten Personen aus meinem Freundeskreis. Das sind einfach drei sehr erfolgreicher Karrierefrauen, von denen es in New York City inzwischen viele gibt: Sie sind Partnerinnen in großen Kanzleien oder Chefinnen großer Firmen - wie Cathy Black, Präsidentin von Hearst Publications. Auf diese Sorte von Frauen war ich neugierig, aber die gibt es ja nicht nur hier, die gibt es in ganz Amerika.
Das ist wahr, ja. Und eine Frau kann auch nur erfolgreich sein, wenn sie viel arbeiten möchte. Es gibt eben auch Frauen, die wollen das gar nicht, die bleiben lieber zuhause und unterstützen ihren Mann. Die wird es immer geben, aber ich denke, dass jede Frau heute entscheiden kann, was sie will, wie sie ihr Leben gestaltet und das Beste daraus machen kann. Manche Frauen sind eben ambitionierter als andere, sie möchten mit den Männern gleich ziehen, und ich finde es wichtig, dass Frauen mitreden in der Geschäftswelt, in der Politik.
Bei mir sind hin und wieder mal Charaktere aufgetaucht, die, sagen wir: nicht arbeiten. Aber ich habe keine Kinder und bin nicht sonderlich interessiert daran, darüber zu schreiben, was der Haushalt so macht. Also: nein.
Nein. Ich konnte mir das nie vorstellen, nicht mal, als ich selber noch ein Kind war. Das ist einfach nichts für mich. Ich weiß nicht, warum, ich wollte einfach eine andere Art Leben führen. Aber die meisten Frauen, die ich kenne, sind beruflich erfolgreich - und haben Kinder. Die managen das alles und scheinen trotzdem sehr gelassen und bei sich zu sein. Es heißt ja immer: Eine Frau kann nicht alles haben, aber ich sehe viele Frauen, die sehr wohl alles haben und sehr glücklich sind damit.
…seien Sie nicht böse, aber ich habe mir vorgenommen, nichts dazu zu sagen. Ich werde das nicht weiter kommentieren.
Waren Sie bei der Entstehung von "Sex and the City", dem Kinofilm, involviert, der ja kürzlich in New York gedreht wurde? Nein, gar nicht. Ich weiß, die Leute sind immer überrascht, wenn ich sage: Habe ich nichts mit zu tun. Aber mein Buch, herrje, es ist ewig her, dass ich es geschrieben habe. Michael Patrick King hat das Drehbuch für den Film geschrieben und Regie geführt. Er war der Produzent der Serie, er hat damals schon Episoden dafür geschrieben, und er ist fantastisch. Ich nehme an, der Film wird großartig werden. Ich arbeite derweil an einem neuen Buch, es geht um ein paar Menschen in New York, die eine Midlife-Crisis durchmachen. Frauen? Frauen und Männer. Aber fragen Sie nicht weiter, ich weiß selber noch nicht so genau, wie das Buch am Ende aussieht.
Interview: Ulrike von Bülow