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11. September 2007, 06:30 Uhr

"Sie ist eine Wiederholungstäterin"

Über Eva Herman und ihre Thesen mag man denken, was man möchte. Désirée Nick ist eine ihrer schärfsten Gegnerinnen. Im stern.de-Interview sagt die Kabarettistin, warum sie Herman für eine Wiederholungstäterin hält und ob sie ein weiteres "Gegen"-buch schreiben wird.

Désirée Nick: Ich finde, ich habe einen Orden verdient© Michaela Rehle/Reuters

Désirée Nick ist ehemalige Balletttänzerin, Kabarettistin und amtierende "Dschungelkönigin" bei RTL. Die Berlinerin ist gefürchtet für ihre spitze Zunge. Das bekam auch Eva Herman zu spüren, nachdem sie mit ihrem Buch "Das Eva Prinzip" in die Schlagzeilen kam. Als Antwort auf die Hermanschen Thesen verfasste Nick ein eigenes Buch mit eindeutigem Titel: "Eva go home".

Haben Sie die aktuelle Entwicklung um Eva Herman verfolgt?

Natürlich. Und ich muss sagen: Ich bin entzückt, dass sie sich endlich selbst abgeschossen hat.

Überraschen Sie ihre literarische Ausflüge in die NS-Familienpolitik?

Nein, überhaupt nicht. Alles, was der Frau jetzt vorgeworfen wird, stand schon in ihrem letzten Buch, "Das Eva Prinzip". Schon da forderte sie "Designer-Kinder" und ergoss sich in den gleichen Parolen. Das ist doch alles nicht Neues.

Sie hatten dies schon vorher kritisiert.

Richtig. In meinem Buch "Eva go home" schreibe ich in einem Kapitel über die "Hermansche Rassenlehre". Darin habe ich bereits alles zu dem Thema gesagt. Dass die Diskussion erst jetzt in Gang kommt, wirft kein gutes Licht auf die Medienlandschaft. Jetzt tun alle ganz erschrocken, dabei hätte man es bereits seit Monaten aus meinem Buch abschreiben können. Ich finde, ich hätte dafür einen Orden verdient.

Schreibt Eva Herman aus Überzeugung oder dient die ganze Provokation nur als PR-Maßnahme?

Das spielt doch keine Rolle. Eva Herman selbst hat doch niemals ein Buch geschrieben. Vorne im Buch steht drin, dass die Bücher unter Mitarbeit von Dr. Christine Eichel, einer Journalistin, entstanden sind. Eva Herman hält doch nur ihr Gesicht hin und steckt die Prügel ein. Wer weiß, ob sie das Buch überhaupt selbst gelesen hat.

Also alles nur eine Inszenierung?

Sie hat sicher eingeplant, durch solche Äußerungen zwei, drei Jobs zu verlieren. Aber das eigentliche Problem besteht doch darin, dass sich heutzutage jede Abnormität verkaufen lässt. Es ist für alles Platz in unserer Gesellschaft, für alles finden sich Zuhörer und Zuschauer. Frau Herman nistet in einer verdammt kleinen Nische, die Mehrheit steht doch gar nicht dahinter. Es ärgert mich sehr, dass Eva Herman für so eine Scheiße so viel Aufmerksamkeit erhält.

Planen Sie ein neues Buch als Antwort auf Eva Herman?

Nein, ich denke gar nicht dran, das wäre mehr Ehre als ihr gebührt. Ich habe mich einmal mit dieser schlechten Autorin auseinandergesetzt, das muss reichen. Ich wollte der Gegenstimme ein Forum bieten, für alle Frauen, die Eva Herman in Misskredit gebracht hat.

Was erwarten Sie als nächstes von Eva Herman?

Sie ist eine Wiederholungstäterin und müsste daher schwer bestraft werden. Fau Herman missbraucht Deutschland als ihre private Schadstoffdeponie. Aber was will man von einer schlecht blondierten Nachrichtenaussteigerin schon erwarten?

Interview: Björn Erichsen
 
 
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