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Ein Film mit toxischer Botschaft

Im dreistündige Politthriller "Der Fall Barschel" wird deutlich: Wer sich mit dem mysteriösen Tod des CDU-Politikers beschäftigt, wird früher oder später selbst kontaminiert.

  Die Journalisten David Burger (Alexander Fehling, rechts) und Olaf Nissen (Fabian Hinrichs, Mitte) zeigen ihrem Ressortleiter Walter Brauneck (Edgar Selge) das Obduktionsfoto von Uwe Barschel.

Die Journalisten David Burger (Alexander Fehling, rechts) und Olaf Nissen (Fabian Hinrichs, Mitte) zeigen ihrem Ressortleiter Walter Brauneck (Edgar Selge) das Obduktionsfoto von Uwe Barschel.

Der Tod kommt schnell. Nach 27 Minuten liegt Uwe Barschel, den der Schauspieler Matthias Matschke bis hierhin täuschend echt interpretiert hat, tot in der Badewanne. Es ist der Moment, in dem der dreistündige Film "Der Fall Barschel" ein fiebriges, hohes Tempo aufnimmt.

Aus einer Nacherzählung historisch belegbarer Ereignisse wird ein Politthriller. Er wirft die beiden Reporter David Burger und Olaf Nissen (grandios: Alexander Fehling und Fabian Hinrichs) in ein undurchsichtiges Geflecht aus Lügen, Intrigen und Verschwörungen, die Uwe Barschels Schicksal bis heute umwehen. Es ist eine abgründige, toxische Botschaft, die Regisseur Kilian Riedhof als Grundierung der Handlung gewählt hat. Sie lautet: Jeder, der sich mit dem mysteriösen Tod des CDU-Politikers beschäftigt, wird früher oder später selbst kontaminiert.

So verliert sich David Burger immer mehr in einer Drogensucht und der Überzeugung, dass hinter Barschels Tod ein Mordkomplott höherer, dunkler Mächte steckt. Wie Uwe Barschel beginnt auch er, ein Doppelleben zu führen. Sein Charakter spiegelt sich in dem Mann, dessen Todesursache er fanatisch nachspürt. Am Ende wird ihn das selbst an den Abgrund führen.

Uwe Barschel: Sein Fall bleibt ungelöst

Regisseur Riedhof, der sieben Jahre an diesem Film gearbeitet hat, ist mit "Der Fall Barschel" eine deutsche Variante der "Unbestechlichen" gelungen. All die Theorien und Spekulationen um den Tod im Genfer Hotelzimmer verwebt er mit der Wahrheitssuche der Reporter. Burger und Nissen beginnen als Freunde, werden zu Konkurrenten und enden als Feinde. Dem Film gelingt es, den Zuschauer bis zuletzt in der Hoffnung zu halten, dass dieser Fall doch noch gelöst werden könnte.

  Neben Fabian Hinrichs und Alexander Fehling spielen Antje Traue, Godehardt Giese und Matthias Matschke die Hauptrollen (v.l.n.r.). Regie führte Kilian Riedhof.

Neben Fabian Hinrichs und Alexander Fehling spielen Antje Traue, Godehardt Giese und Matthias Matschke die Hauptrollen (v.l.n.r.). Regie führte Kilian Riedhof.

"Der Fall Barschel" (mit anschließender Dokumentation), 6. Februar, 20.15 Uhr, ARD

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