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Wo Tom Wlaschiha Kim Hnizdo trifft

Der gebürtige Sachse Tom Wlaschiha spielt in der erfolgreichsten Serie der Welt mit. Bei Markus Lanz hat er erzählt, wie er an seine Rolle in "Game of Thrones" gekommen ist. Und warum sein Akzent egal ist.

"Game of Thrones"-Star Tom Wlaschiha

"Ein Typ, der von sich in der dritten Person spricht? Ein Mann will dies, ein Mann will das?" Tom Wlaschihas erster Eindruck von "Game of Thrones" war nicht so positiv

Er sei einer der wenigen Deutschen, die es in Hollywood geschafft hätten, stellt Markus Lanz den gebürtigen Sachsen in seiner Show vor. Neben "Germany's Next Topmodel"-Gewinnerin Kim Hnizdo sieht Tom Wlaschiha deutlich weniger mysteriös aus, als in seiner Rolle des Jaqen H’ghar in der Kultserie "Game of Thrones". Dort spielt er einen "gesichtslosen" Mann, der vorgibt, niemand zu sein. Aber wer kann schon geheimnisvoll wirken, wenn er nach seinem Bezahlverhalten im Alltag gefragt wird - bar oder mit Karte? Als es um Kims neue Frisur und Ex-Freund Honey geht, ist Wlaschiha nur stummer Beobachter. Niemand gleichsam.

Interessant wird es immerhin, als der 42-Jährige gefragt wird, was sich für ihn geändert habe, seitdem er in der zurzeit erfolgreichsten Fernsehserie der Welt mitspiele. "Gar nicht so viel", lautet seine Antwort. Er sei seit Jahren Schauspieler. Den Fragen nach könnte man Wlaschiha für einen Newcomer halten, doch das ist er nicht. Er war auch schon in "Duell - Enemy at the Gates" und "Krabat" zu sehen. Wlaschiha wird nach seiner Rolle des Jaqen H’ghar gefragt, und er antwortet als Schauspieler. Das sei eben seit Jahren sein Beruf. Ein entscheidender Faktor bei der Wahl neuer Projekte sei - wie bei eigentlich allen Schauspielern - das Drehbuch. Das müsse ihn interessieren.

Wlaschiha profitiert vom langsamen Schrifsteller

Das Drehbuch zu "Game of Thrones" betreffend teilt er einen kleinen Seitenhieb an George R. R. Martin aus, den Autor der Romanvorlage: Die Serie habe inzwischen die Bücher eingeholt, weil der so langsam schreibe, sagt Wlaschiha. Einige Fans hätten schon Angst, dass Martin vor dem Ende der Serie sterben könnte. Er sei schließlich bereits 65 Jahre alt und leicht übergewichtig. Das sorgt für Lacher unter den älteren Gästen der Talkrunde. Von der Arbeitsgeschwindigkeit des Autors profitiert allerdings Wlaschiha. War seine Figur in der Romanvorlage bereits entsorgt, erlebte sie in der Serie ein Comeback. Nach der zweiten Staffel spielt er auch in der fünften und sechsten mit.

Und? Wie kommt ein Deutscher nun an eine Rolle bei "Game of Thrones"? Um sich als Schauspieler "breiter aufzustellen" habe er sich eine Agentur in London gesucht, so der Mime. Weil die Serie in einer Art Mittelalter spiele, sei ein amerikanischer Akzent nicht gewünscht gewesen, und die Castings fanden in England und Irland statt. Wlaschihas sächsischer Zungenschlag sei im Englischen kein Problem gewesen. Seine Figur stamme schließlich von einer entfernten Insel und wurde mit einem eigenen Akzent konzipiert. Die deutsche Synchronisation übernimmt er selbst.

15 Minuten für eine merkwürdige Szene

Eines Tages habe er also von seiner Agentur per Email eine Anfrage erhalten, an einem Casting für eine Serie teilzunehmen. Amerikanische Fantasy stand im Anhang. "Game of Thrones" kannte er bis dahin nicht. Als er schließlich die Szene für sein Bewerbungsvideo las, habe er lachen müssen, erzählte Wlaschiha. "Ein Typ, der von sich in der dritten Person spricht? Ein Mann will dies, ein Mann will das?" Markus Lanz fühlte sich an Lothar Matthäus erinnert.

Er habe es damals eilig gehabt, das angeforderte Bewerbungsvideo aufzunehmen. Draußen war so schönes Wetter. Eine Viertelstunde dauerte die Aufnahme. Hätte er gewusst, wie groß die Serie werden würde, hätte er vermutlich Tage daran gearbeitet – und es wohl schlechter gemacht, sagt Wlaschiha. Wer weiß, ob er auch bei Regenwetter heute in der erfolgreichsten Serie der Welt mitspielen würde.

mgg

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