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Was gehört zu Deutschland? So widersprüchlich sind die Antworten

Sturmgewehr, Döner, Mozart? Die Frage, was eigentlich zu Deutschland gehört, stellte das NDR-Magazin "Panorama 3" Passanten auf der Straße. Die Antworten waren widersprüchlich, doch eine Tendenz gab es.

Was ist deutsch? Diese Frage stellte das TV-Magazin Panorama 3 Passanten in einer Einkaufstraße in Buchholz

Deutschland ist vielfältig. Doch was gehört typischerweise zu Deutschland und was nicht?

Die ältere Dame in der Einkaufsstraße in Buchholz in der Nordheide hat eine klare Meinung: Roberto Blanco gehöre nicht zu Deutschland. Beim Koran sieht das schon anders aus: "Wenn die schon da sind, dann gehört das zu Deutschland", sagt sie über die Muslime und ihre heilige Schrift. Eine weitere Frau will konsequent tolerant sein: "Wenn ich für Sushi bin, muss ich eigentlich auch für Kopftuch sein. Ich möchte weltoffen sein und kann das akzeptieren."

Was gehört zu Deutschland? Diese einfache Frage stellte das NDR-Magazin "Panorama 3" Passanten in der norddeutschen Kleinstadt. Dazu sollten die Befragten Pappschilder mit Begriffen wie Sturmgehwehr, Rollbraten, Helene Fischer, Mozart, Chinese um die Ecke Synagoge etc. unter "rein" und "raus" einordnen. Das wichtigste Ergebnis des kurzen Einblicks in die Gedankenwelt normaler Bürger lautet: Die Ansichten darüber, was zu Deutschland gehört und dieses Land ausmacht, sind höchst unterschiedlich und widersprüchlich. Oder: Jeder hat sein eigenes Vorurteil. Zum Beispiel wurde NDR-Reporter Michel Abdollahi, der im Iran geboren wurde und die Leute befragte, von einem Mann "aussortiert". Ein anderer ließ Abdollahi im Land, weil er "ja toll deutsch" spreche.

Tendenz gegen den Islam

Und so ging es weiter. Das Sturmgewehr solle raus, die Assoziation von Waffen und Gewalt gefällt einer Frau nicht und gehöre nicht zu Deutschland. Aber das gelte auch für das Kopftuch. Nein, das habe in Deutschland keinen Platz.

Die Ansichten dieser Frau stehen für eine Tendenz in der Befragung: Unabhängig von den Meinungen über Waffen, Mozart oder Opel, sind sich viele in Sachen Islam und allem, was damit zusammenhängt oder zusammenhängen soll (der Döner), einig. Mohammeds Religion hat offenbar nicht die höchste Akzeptanz. Auch antisemitische Ansichten werden offen geäußert. Die Synagoge gehöre nicht zu Deutschland, meint eine Frau. Warum, fragt der Reporter. "Darüber habe ich keine Lust zu diskutieren", antwortet sie. Punkt. Eine Muslimin sortierte die Synagoge ebenfalls sehr zielstrebig raus.

Die Antwort kann so einfach sein

Doch warum lange diskutieren? Ein Mann mittleren Alters hatte folgende Antwort parat: "Ich würd‘ eher alles reinholen. Was gehört nicht zu Deutschland? Also das ist alles Teil unserer Gesellschaft". So einfach kann das sein.

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