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21. März 2010, 11:38 Uhr

"Jey - jey - jey, Sadisfäktschn"

"Deutsch gegen Englisch", so lautete der Titel der fünften Mottoshow von "Deutschland sucht den Superstar". Kandidat Helmut Orosz verging sich dabei auf üble Weise an der englischen Sprache und machte Bohlen richtig giftig. Dass Manuel Hoffmann ausschied, war da nur Nebensache. Von Björn Erichsen

Deutschland sucht den Superstar, DSDS, Bohlen, Schreyl, RTL, Manuel Hoffmann, Dieter Bohlen, 192018

Sechs Kandidaten traten in der fünften "DSDS"-Mottoshow gegeneinander an, am Ende wurde Manuel Hoffmann (4.v.l.) rausgewählt© RTL/Stefan Gregorowius

Nein, die Queen wäre sicher nicht "amused", wenn sie wüsste, was die verrückten "Krauts" in Köln-Ossendorf da wieder ausgebrütet haben. "Deutsch gegen Englisch" tauften sie die fünfte Mottoshow von "Deutschland sucht den Superstar", klingt nicht gerade nach Schmusekurs oder Wembley-Tor, es wurde dann aber: "Jey - jey - jey, Sadisfäktschn". Es war gruselig was Helmut Orosz oder auch der "Checker" Thomas Karaoglan der englischen Sprache am Samstagabend antaten. Nach Westerwelle und Oettinger der nächste Frontalangriff auf die englische Sprachkultur.

Nun war bei DSDS ohnehin Großkampftag, die fünfte Mottoshow stand ganz im Zeichen der großen Klitschko-Fight-Night: Zur Einstimmung durften die Kandidaten im Einspieler auf Sandsäcke eindreschen, Marco Schreyl brachte in seinen Kurzmoderationen gut drei Dutzend Box-Metaphern unter. Die Kandidaten mussten diesmal zwei Songs vortragen, einmal auf deutsch einmal auf englisch. Und weil RTL das Elend schon kommen sah, wurden Helmut und Thomas schon während der Woche zum Englischunterricht geschickt. Doch auch die schöne Sprachlehrerin Rebecca schaute irgendwann verstört aus ihren großen braunen Augen: Als Thomas "Desire" für ein Dessert hielt und Helmut sicherheitshalber noch mal nachfragte: "You don't can english, too?"

"Tausen maa berüährt"

Nun braucht Helmut nicht zwingend eine Sprachbarriere, um einen simplen Song vollständig an die Wand zu fahren: "Tausen maa berüährt", grölte er den alten Schlüpferstürmer von Klaus Lage, als sei er bereits vor Stunden in der Kölner Südstadt versackt. Und weil er, genau wie später bei "Satisfaction" manche Textteile höchstens grob beschreibend wiedergab, wurde Bohlen sogar persönlich: "Es gibt Leute, die lernen es nie. Und dann gibt es noch Helmut", giftete er, und verriet, dass Helmut es in den letzten Tagen wohl so richtig hat krachen lassen, deshalb bekäme er nichts auf die Reihe. Brachial-Pädagogik vor Millionenpublikum, nicht die feine englische Art.

Die siebte Staffel von DSDS bleibt auch weiterhin eine Zweiklassengesellschaft: Mehrzad Marashi und Menowin Fröhlich turnen vorneweg, danach kommt lange gar nichts. Daran ändert auch Menowins eigenartige Interpretation von Maffays "Über Sieben Brücken Musst Du Gehen" nichts. Von den übrigen Talentzwergen sticht einzig der "Checker" hervor: Nicht etwa weil er singen könnte, schon das Take-That-Cover "Relight My Fire" war zu viel für sein Stimmchen, aber das ist auch egal: Er hat einfach "funny bones", es macht Spaß dem 1,68-Riesenego beim Tanzen zuzusehen. Auch wenn da eben nur Culcha Candelas "Hamma" kommt. Er muss ja nicht nach Oslo fahren.

Kim hat einen Plan B

Cleverle Kim Debkowski stolperte zunächst über ihre eigenen Gedanken ("Als letzte Frau bin ich schon weiblicher Superstar - diese Chance haben die Männer nicht"), präsentierte dann aber einen ausgefeilten Plan B für ihre Zeit nach den Superstars. Der Make-Up-Queen wird auch aufgefallen sein, dass sie zwar immer tolle Kritiken für ihr Outfit - am Samstag erst ein Iro und dann ein tiefgeschlitztes Kylie-Klon-Kleid - bekommt, aber nie für ihre Stimme. Und so will sie es auf dem zweiten Bildungsweg zum It-Girl als Schmuckdesignerin versuchen. Allerdings: Die Strasssteine, mit denen die 17-Jährige vor der Sendung eine Jutetüte aufpimpte ("Niemals beim Bling Bling sparen!"), kommen noch nicht ganz heran an die Produkte von "Branchengrößen", wie Babs Becker oder Sandy Meyer-Wölden.

In einer mit 30 Minuten angenehm kurzen Entscheidungsshow traf es am Ende Manuel Hoffmann, kurz nachdem auf anderer Bühne Klitschko Eddie Chambers in den Ringstaub geschickt hatte. Der Teenie-Schwarm mit den Knopfaugen nahm die Niederlage gelassen hin, fast erleichtert. Ganz anders Helmut, der zwar mal sein Hemd anbehielt, am Ende dafür im Close up "Danke, ich liebe euch" in die Kamera wimmerte.

Von Björn Erichsen
 
 
KOMMENTARE (10 von 16)
 
blingbling (23.03.2010, 14:09 Uhr)
Circus Maximus
Wir sind Millionen, wir sind gierig, wir wollen euch, Samstag für Samstag, um jeden Preis, los macht schon, wir bezahlen für euch, jedes mal, immer wieder, los jetzt, singt und tanzt für uns!
Bling-Bling Yeahhh!
schade77 (23.03.2010, 13:39 Uhr)
es macht Spaß dem 1,68-Riesenego beim Tanzen zuzusehen
Wirklich? Also ich kenne keinen mit einem MIndestmass an Anspruch oder Schmalz in der Birne, dem das lächerliche Rumgezucke und Gekrächze gefällt...
andi254 (23.03.2010, 13:07 Uhr)
Ohne Koks nicht zu ertragen
Ich bin erstaunt, hier soviel für mich positive Berichte zu lesen. Mir reichte es bisher, um mich nicht auf das von den Privatsendern, herunter gesetzte Nivea der deutschen zu begeben, den Berichten der gesellschaftlichen Armseligkeit in den Zeitungen zu folgen. Ich bin erstaunt, dass man Menschen mit ein wenig Hirn untersagt völlig unter Drogen, eine Sendung von RTL, SAT1, Pro7 usw. zu betreten. Immerhin, kann man klar sagen dass keine davon Hirn verlangt und außer pädagogischem Abfall, nichts beinhaltet. Wo eine Gesellschaft steht, die nur noch davon lebt, sich an der Beleidigung, Erniedrigung und psychischen Vernichtung seiner Mitmenschen aus Kapitalsucht zu erfreuen, wenn man mal die Quoten aller wertlosen Shows betrachtet, muss man nicht erst erwähnen. Dann sollte einen Auch Pisa nicht mehr wundern, denn wo nur Müll rein gelassen wird, kommt auch nur Müll heraus. Dummheit wird
an erzogen und sie geht sicher nicht, wenn man sich einen Bohlen im Fernsehen anhört, der anderen sagt, was man über ihn immer dachte...
leberwurststulle (22.03.2010, 12:40 Uhr)
dsds-letzte chance
DSDS ist doch Realsatire, denn es geht darum,dass es unterhaltsam ist,wenn Menschen sich freiwillig zum Affen machen.Dieter Bohlen ist das grosse Vorbild von jungen Leuten, wie dem "Checker", denn er beweist, dass man mit dämlichen Sprüchen und schlichter Musik reich werden kann. Dem eifert man natürlich nach. In der Sendung geht es am Ende aber nur um eins. Das normale Volk macht per Telefonvoting einen von ihnen zum Superstar und das wird in dieser Staffel mal wieder derjenige sein, der draussen keine Chance hat. Der Checker wird 100% noch in allerlei Boulevardsendungen auftauchen und zum Schluss als "Promi" für andere Pseudo-und Ex-Promis kochen.Verwerflich an den Castings zu diesen Sendungen ist nur, dass man auch offensichtlich geistig zurückgebliebene Menschen vorführt. Da wird die Grenze des guten Geschmacks überschritten, aber die überschreitet Bohlen ja eh ständig !
anak (22.03.2010, 06:09 Uhr)
es bleibt
jedem leser ueberlassen welche beitraege er dann auch wirklich liesst.
kein leser ist dazu gezwungen, alle beitraege die ein magazin bietet auch zu lesen.
ich enthalte mich auch aller sozialkritischen artikel,wenn ich den playboy "lese"...
Miguelo (21.03.2010, 19:33 Uhr)
Auf wiedersehen, Stern...
... ist das peinlich, was hier abgeliefert wird.

DSDS, Top-Modell und Co. sind hier mittlerweile Pflicht.
So vergrault man sich diejenigen Leser, die auch mal was fürs Hirn haben wollen.

EINFACH NUR SCHLECHT!
Doshi (21.03.2010, 18:34 Uhr)
@Norderwelle
Der STERN hat es geschafft, die BILD-Zeitung noch zu überbieten. Mit Journalismus hat dies hier schon lange nichts mehr zu tun! Und bei politischen Kommentaren (so man sie denn so nennen kann) ist es nur noch "Draufhauen" - egal o´b die Meldung stimmt.
Norderwelle (21.03.2010, 17:38 Uhr)
Bildzeitung und Stern
Das der Stern ständig über so eine Hühnerkacke berichtet, rückt ihn in die Nähe der Bildzeitung und anderer Idiotenmedien.
Ganz schön traurig, was aus dem Stern geworden ist
franky71 (21.03.2010, 16:58 Uhr)
Komisch....
Naja ,wenn man aus 35000 Leuten nur ZWEI findet,die wirklich etwas können, sollte man sich als Juror zuerst mal selbst
beschimpfen. Für mich gibts seit einer Woche einen würdigen Star in Deutschland,gefunden in einem Format,das ohne Erniedrigung auskam .
Vielleicht kotzt das ja Bohlen & Co so langsam ein bisschen an.
Martin2008 (21.03.2010, 14:39 Uhr)
Bundesverdienstkreuz
Hiermit möchte ich Dieter Bohlen dank seiner Verdienste für das Bundesverdienstkreuz vorschlagen.
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