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Die Akte Felix Baumgartner - seine schlimmsten Entgleisungen

Als Extremsportler hat er einiges geleistet, doch sobald sich Felix Baumgartner zu anderen Themen äußert, wird's peinlich: Er beschimpft Politiker als "Idioten" und schwärmt von einer "gemäßigten Diktatur".

Felix Baumgartner

Extremsportler Felix Baumgartner ist für seine rechtspopulistischen Ansichten bekannt.

Es gibt viele Arten, berühmt zu werden. Und es gibt eine todsichere Methode, sich lächerlich zu machen: Man faselt wiederholt dummes Zeug. ist ein Musterbeispiel für einen Prominenten, der zur Witzfigur verkommen ist.

2012 zog er sich nach seinem spektakulären Stratosphärensprung aus dem Extremsport zurück, auf dem Höhepunkt seines Ruhms - eigentlich ein gut gewählter Zeitpunkt. Doch keine zwei Wochen später weckte er bei vielen Menschen Zweifel daran, ob den Sprung aus knapp 39 Kilometer Höhe alle Gehirnzellen intakt überstanden haben. Da plädierte er nämlich im Gespräch mit der österreichischen "Kleinen Zeitung" für "eine gemäßigte Diktatur", die Führung sollte bei ein "paar Leuten aus der Privatwirtschaft" liegen.

Kein Ausrutscher

Wer noch gehofft hatte, dass Baumgartner zum Zeitpunkt des Interviews noch voller Adrenalin und deswegen nicht ganz zurechnungsfähig gewesen sei, sah sich spätestens 2016 eines Besseren belehrt. Die politischen Äußerungen waren kein Ausrutscher, sondern entsprechen seinen Ansichten. 

2016 verbreitete er auf seinem Facebook-Account ein Bild mit dem Spruch: "Ein Land, in dem Angeln ohne Angelschein rechtlich bestraft wird und Menschen ohne Pass die Grenze überqueren, können nur Idioten regieren." In einem weiteren Posting verteidigte er die Aussage und forderte den Friedensnobelpreis für den populistischen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán.

Felix Baumgartner feiert Einladung für Identitären

Doch es kam noch schlimmer: Am 23. Oktober 2016 feierte er auf Facebook den Fernsehsender Servus TV, weil er sich traue, "als erstes Medium europaweit einen 'Identitären' ins Hauptabendprogramm einzuladen." Die Sendung sei ein Beweis für das nahe Ende der staatlich geförderten, für Baumgartner damit "abhängigen" Medien. 

Dass der Sender einer rechtsextremen Bewegung ein Podium verschafft, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird, scheint den "putzigen Goleo für Neofaschisten" (Micky Beisenherz über Felix Baumgartner) nicht zu stören.

Was dem Extremsportler dagegen ziemlich auf den Keks geht, ist Feminismus. Obwohl er auf Frauenrechte pocht, wenn es um seine Ablehnung von Flüchtlingen geht, ist ihm selbst das Frauenbild völlig egal. "Bei der Figur auch kein Wunder!" schoss er in Richtung der TV-Moderatorin Corinna Milborn, die eine sexistische Werbekampagne kritisiert hatte. Deren Einladung, gemeinsam sein Frauenbild zu diskutieren, hat er bislang unbeantwortet gelassen. 

Im vergangenen November hat das Online-Magazin "Vice.com" ein Quiz erstellt: "Wer hat's gesagt: Felix Baumgartner oder Donald Trump?" Es zeigt, wie nah beieinander sie liegen, der Irre aus dem Weißen Haus und der Extremsportler, der zu viel Höhenluft geschnuppert hat.


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