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Legatus Rex am Abgrund

Nicht nur die Klobrille, auch die Gesamtsituation: latent beschissen. Im WC kein Anstand, im Camp keine Kondition, nur Maschine Legat läuft auf Hochtouren. Bleibt zu hoffen, dass der nicht bald jemanden haut.

Von Ingo Scheel

Dschungelcamp

Nicht das Essen, sondern Helena Fürst macht ihn im Dschungelcamp fertig: "Höllena" mag auch den Hauptgang aus fünf lebenden Strandwürmern, einem Schweine-Anus und sieben Riesenmehlwürmern nicht. Diesmal gibt es nur einen Stern.

Ende! Aus! Vorbei! Cut! Nein, nicht der Legat. Obwohl ja, der auch. Fast durchgedreht. Nein, im Ernst: Gunter Gabriel ist tatsächlich raus. Hat das Ticket für die Heimreise gebucht. Ich bin ein Schta, holt mich endlich hier raus - das Fanal der Frühbucher mit letzter Kraft in den australischen Himmel gebrummt. Hey Boss, ich brauch’ mein Bett. Und einen Arzt. Welches Körperteil der Medizinmann sich draußen als erstes vorknöpft beim Geronten-Trucker - man weiß es nicht. Kurz vor des Gabriels Abritt jedenfalls hatte Brigitte beim Gunter sogar noch nässende Wunden an den Beinen ausgemacht. Häuptling Offenes Bein darf also in Zukunft wieder weich liegen und zum Geschäfte machen auf die Hoteltoilette. Das Reinigungspersonal kann einem jetzt schon leid tun.

Zuletzt war das nämlich der Casus k(n)acksus im Camp: Der jämmerliche Zustand der Dschungeltoilette, vor allem, wenn entweder Statler oder Waldorf auf Sitzung waren.

Latrinen-Streit im Dschungelcamp

"Pisst einer im Stehen, dann knall ich ihn weg", hatte Thorsten Legat unmissverständlich gewarnt. Über den Punkt mit dem Pinkeln war man jedoch bereits weg: Hanky, der Dschungel-Kot, hatte sich längst ein ums andere Mal ein Plätzchen auf der Klo-Umrandung gesucht. Brille? Iiiieeh, Mann! 


Doch nicht nur das Abführen taugte zu Konfliktmasse, auch das Gegenteil davon bereitete Probleme. Wir erinnern uns  - also, jedenfalls alle außer Rolf Zacher: Am Vortag waren die beiden Lager im Base Camp zusammengezogen worden. Schon da hätte die verwirrte Frage Gunter Gabriels, ob die bis morgen bleiben, stutzig machen müssen. Zu sehr war man jedoch von der knallharten Nummer abgelenkt, die sich ums Essen herum abspielte. Das nämlich verzehrte das Base Camp schön allein und ließ die darbenden Snake Rocker zuschauen. O-Ton Ricky: "Das haben wir uns schließlich erspielt". Wirklich, Herr Harris? Wer sich an eine Dschungelprüfung mit Predator junior erinnert, bekommt von mir ein Sternchen. 

Dschungelcamp, Tag 5: Menü des Grauens: Legat schluckt, "Höllena" würgt
Dschungelcamp

Lecker, lecker: Thorsten Legat und Helena Fürst müssen an Tag 5 im Dschungelcamp gemeinsam zur Dschungelprüfung „Das defekte Promi Dinner“ antreten. Wie der Name schon erahnen lässt, bekommen sie dabei allerlei Leckereien serviert.

Herzerweichend aber, wie da ein Rolf Zacher um einen Happen feste Nahrung bettelte und schließlich ein Stück Rote Bete (!) von einem Base Camper ergatterte. Und das mit "Oh, geil, my friend" quittierte. Die Lage also terrible, dennoch menschelte es an allen Ecken und Enden. Jürgen Milski etwa überzeugte als langmütiger Alt-Zivi und auch Ricky, beim Essen noch engagiert-egoman, kümmerte sich geradezu aufopfernd um den Dorfältesten. Rickfried und Rolf in "Ziemlich beste Freunde", das ist Altenpflege mit Herz. Auch wenn die beiden sich Sorgen machen, für die Extrem-Betreuung nicht fachgerecht genug ausgebildet zu sein. 

Rate mal mit Rolf Zacher

Wobei - es scheint langsam Leben in Rolf Zacher zu fahren. Nachdem der sich vor ein oder zwei Tagen bereits danach erkundigte, wie die Sendung eigentlich heißt, wollte er jetzt sogar wissen, wie viele denn eigentlich mitmachen. "Zwölf? Und wir noch dazu?" Wunderbar, wenn man sich im Alter solch einen Wissensdurst erhält. Darauf wurden im Camp sogar italienische Evergreens geschmettert. Una festa sui prati! Weniger Ramazotti als vielmehr Rambo - mal wieder die Maxime bei Thorsten Legat. Der hatte sich endlich, endlich eine Dschungelprüfung - Rattenschwänze! Schweinearsch! Blut und Gedärm! - erarbeitet und trat mit Dauerprüfling Helena Fürst zum "Defekten Promi-Dinner" an. Lang, länger, Dschungelprüfung. Wie einst die Sketche in Ilja Richters "Disco": nicht witzig, abgestanden, irgendwie über. Aber - gehört halt dazu und immerhin taugte der Gnurps-und-Gnargel-Marathon zum Vorspiel für maximalen Zoff zwischen Legatus Rex und der holden Helena. Dabei war überhaupt nicht klar, warum und wieso und womit das losging. 


Als hätte man ihnen beim Therapy-Spielen eine Ereigniskarte mit der Aufschrift "Zofft euch" unter die Nase gehalten. Und das taten sie dann auch. Irgendwie ging es wohl mal wieder um die Gründe für die Teilnahme am Dschungelcamp. Sie wegen der Kohle und der Publicity. Er - Moment mal, was war es noch? - wegen seiner Frau und seiner Kinder. Ein Wort gab das andere. Scheisse, Scheisse, Scheisse. Und Cut! Cut! Cut! Legat übernahm da sogar selbst die Regie und für einen Moment lang sah es fast so aus, als würde er gleich zu einer trockenen Geraden ansetzen. 

Die Fürst durch den Wind, Meister Propper am Schnauben und im Netz ging es mit seinen Fans durch: "Torsten Legert kanallt die weck!!!". Wenn einem soviel Rechtschreibung wird beschert, das ist schon eine Bladdy Mähry wert. 

Was bleibt noch vom Tage? 

Der emotionale Abschied von Winky-Winkfleisch: "Ich bin ein Malocher. Ich muss über mein eigenes Ego meinen Weg gehen. Leck mich am Arsch. Ich muss nach Hause, sonst gehe ich kaputt." In diesem Sinne: Goodbye, Gunter, da war mehr drin. 

Und möglicherweise der Beginn einer Romanze. Wie David Ortega sich da so bei Nathalie Volk nach dem Entwicklungsstand erkundete, das war Flirten auf Leistungskurs-Bio-Niveau: "Du bist ja noch ganz jung. Noch nicht ausgereift, das wächst alles noch!" Danach ging es sogar noch gemeinsam in den Tümpel. Man darf gespannt sein, welche Teile der Knochenstruktur sich da in den nächsten Tagen bei Senor Ortega besonders aufwärmen.

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