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Orgasmus ist, wenn David schlafen kann

Die Fronten zwischen Helena Fürst und Thorsten Legat verhärten sich. Er nennt sie "Furzfrau", sie singt spöttische Lieder und verweigert die Nahrungsbeschaffung. Mit Orgasmen haben es die Camper auch nicht so. Außer David. Der weiß Bescheid.

Von Simone Deckner

Dschungelcamp David Ortega

David Ortega wusste als Einziger im Dschungelcamp die Antwort auf die Orgasmus-Frage

Da kann Dr. Bob noch so behutsam seine geliebten Goggles über den gerastalockten Kopf der störrischen Helena stülpen: Dieses Mal nimmt die "Anwältin der Armen" von ihrem Recht Gebrauch, die Ausführung zu verweigern. "Zu krass" die Prüfung. Irgendwas mit Labor und Tieren von klein bis groß. "Ich bin da echt traumatisiert", erläutert Höllena ihr "Nein". Schuld sei die vorletzte Prüfung "die, wo die Viecher von oben gekommen sind." Daniel Hartwich bietet daraufhin selbstlos an, die Goggles wieder von der Helena abzumontieren.

Ja, so kann es kommen. Wobei: "Ich verstehe immer noch nicht, warum ich immer wieder gewählt werde", klagt die Fürstin der Finsternis mit Leidensmiene. Draußen vor den Fernsehern donnert im selben Moment ein millionenfaches Lachen durchs Land. Es erreicht nach ersten Messungen 6,5 auf der Richterin-Barbara-Salesch-Skala.

Was fängt Helena mit der Aufmerksamkeit an?

Denn obwohl Helena keine Sterne holt, punktet sie: Sie bekommt Sendezeit. Publicity. Aufmerksamkeit. Nun schon am sechsten Tag in Folge. Es gibt da nur ein Problem. Bislang ist noch überhaupt noch nicht nachvollziehbar, was die Fürstin der Finsternis mit all der gewonnenen Aufmerksamkeit anfangen will. Hat jemand eine Idee? Irgendwas? Haben wir die geheimen Botschaften bislang nur noch nicht entschlüsseln können? Vielleicht eine Pro-Smoking-Initiative? Noch ist der inhaltliche Input der Frau, die auch Buchautorin ist ("Der Fürst Code", Auszug: "Nehmen Sie Ihr Leben jetzt in die Hand, um positiver zu leben."), recht überschaubar. "Hey, ich krieg Sendezeit." "Ich bin Helena Fürst und ja, ich bin stolz darauf." Ich. Und Ich. Und ich.

Dschungelcamp, Tag 6: Ich wollt' ich wär' ein Huhn
Helena Fürst Dschungelcamp

Und täglich grüßt das Murmeltier: Auch am sechsten Tag musste Helena Fürst zur Dschungelprüfung antreten. Die Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich erwarten sie schon - und erklären ihr "Das Dschungellabor".

"Ich habe jahrelang für andere gekämpft. Jetzt kämpfe ich nur noch für mich." Sie lasse sich "von niemandem unterdrücken", so die stolze Helena weiter. Die Motivationsansprache mündet in ein Spottliedchen, das auffällig an den YouTube-Hit der Berliner Verkehrsbetriebe erinnert: "Streit gehabt? Is' mir egal. Prüfung verkackt? Is' mir egal. Kein Essen da? Is' mir egal." Dazu tänzelt die Fürstin über Stock und Stein und lächelte dazu diabolisch. Es ist ein wenig schlimm.

Und obwohl Allesfresser Legat zwar eigentlich gar nichts mehr zu der "Frau Fürst" sagen wollte, sagt er nur noch so viel: "Die hat doch nichts erreicht, die Furzfrau! Ich war 15 Jahre Bundesliga." So poltert Machine Head Legat in einem Monolog, der ihn selbst gefühlsmäßig komplett aus den Angeln reißt. "Guck mal, ich krieg Gänsehaut. Ich steigere mich voll rein", so Legat mit aufgeregt wackelnden Popeye-Armen.


Jetzt muss sich ganz schnell der erste "We love Helena"-Fanclub gründen, sonst braucht die Fürst bald selbst eine Anwältin, Spezialgebiet Menschenrechte. Vielleicht sollte die 41-Jährige aber einfach mal einen Gang runter schalten. Und auf einen echten Master of Darkness hören, den just 70 Jahre alt gewordenen Filmgott David Lynch ("Blue Velvet"). "Negativität ist der Feind der Kreativität", sagte der einst. Wo er Recht hat ...

Orgasmus ist, wenn David Ortega schlafen kann

Recht hatte ausnahmsweise mal auch der Camp-David. Nachdem Sophia und Jürgen mit billigen Vorwand (viel nackte Haut zeigen) erfolgreich auf Schatzsuche gegangen waren, galt es, die entscheidende Frage zu beantworten, um die Kiste zu knacken. Wie viele Männer und Frauen bekommen beim Sex immer einen Orgasmus?

a) Männer 80 Prozent und Frauen 33 Prozent

b) Männer 95 Prozent und Frauen 12 Prozent

Alle Sexperten bis auf Ortega sprechen sich für die falsche Lösung b) aus. Sollte man den selbsternannten spanischen Heißblütler doch unterschätzt haben? Nanosekunden später meldet er sich gewohnt ahnungslos zurück. Als er im Dschungeltelefon das Wort Orgasmus definieren soll, wiederholt er es erst einmal minutenlang wie ein Mantra. Nur um dann festzustellen: "Ich bin unterfragt." Nach und nach plumpsen ihm dann doch die Worte aus dem Mund. Zum Mitschreiben: "Das ist eine Art von Punkt. Wo man eine Grenze erreicht hat. Dann kann man schlafen."

Schlafen ist das Stichwort, genauer Beischlaf. Man mag es kaum glauben, aber auch ein Legat hat eine Achillesferse. Beim Thema Orgasmus verschlägt es dem sonst so lautstarken Antreiber doch tatsächlich für Sekunden die Sprache. Nur die Augen rollen. Irgendwann ist es ihm dann selbst zu peinlich. Kann es wirklich angehen, dass nur 12 oder 33 Prozent der Frauen beim Sex einen Orgasmus haben? Legat verdattert: "Wir müssen viel mehr Liebe machen." Man kann nur hoffen, dass diese Botschaft auch bis zu Helena durchdringt. Denn sonst hören wir sie bald pausenlos rappen: "Keine Liebe? Is' mir egal!" 

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