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Das große Wiedersehen: Ricky rennt weg

Ein letztes Mal kamen die Promis im Dschungelcamp zusammen. Auf dem Programm stand das Übliche: Ein bisschen knutschen, ein bisschen nachkarten, ein bisschen mit den Augen rollen – doch plötzlich war einer verschwunden.

Von Mark Stöhr

Nach dem Finale im Dschungelcamp trafen sich die Kandidaten noch einmal zum Plaudern.

Die Kandidaten vom Dschungelcamp trafen sich noch einmal zum Plaudern.

Die gute Nachricht gleich zu Anfang: Gunter Gabriel ist auf dem Weg der Besserung. An Leib und Seele schwer traumatisiert vom Dschungel und seinen Bewohnern war er zwar noch nicht transportfähig. Für eine Videobotschaft war sein Zustand jedoch stabil genug. Darin erzählte der Musiker von einer Begegnung mit einem Lebewesen, das er zunächst für ein Tier gehalten hatte. Die Geschichte hatte sich offenbar frühmorgens in seinem Krankenzimmer abgespielt.

"Das Tier", so Gabriel überglücklich, "war in Wirklichkeit meine Morgenlatte. Und diese wunderbare Morgenlatte reckte sich gen Himmel wie der Eiffelturm." Steht also wieder bei dem 73-Jährigen, der schon an Tag fünf freiwillig das Camp verlassen hatte ("Ihr braucht mich nur in die Stadt fahren, den Rest mache ich selbst").


Ein-Ton-Politik von Helena und Jenny im Dschungelcamp

Nur drei Tage länger hielt bekanntlich Gunters Generationsgenosse Rolf Zacher durch. Seine Brust sendete Notsignale. Was ihm denn in der Woche im Urwaldstudio am meisten auf den Zeiger gegangen sei, wurde der Schauspieler beim "Großen Wiedersehen" gefragt? Die Monotonie. Und nicht etwa die Monotonie der Tagesstruktur oder der Menüplanung, nein: die der Tonlage. Zacher führte aus: "Die menschliche Stimme ist ja wie eine Geige. Man kann mit ihr mal hochgehen und mal runter." Kann man, kann man aber auch lassen. Vor allem die Ein-Ton-Politik von Helena Fürst und Jenny Elvers strapazierte das Ohr des Mimen wohl über die Maßen – wenn man seine wirren Dirigenten-Gesten ins Irgendwo richtig deutete.

Die traditionelle Reunion der Camper ist ja so eine Art Kassensturz, bei dem ausklamüsert wird, wer den größten Teil der Zeche bezahlt hat und wer bei der öffentlichen Blamage noch vergleichsweise gut davongekommen ist. Im besten Fall führen die Einspieler dazu, dass sich die Protagonisten noch einmal so richtig an die Wäsche gehen. Das funktionierte gestern nur teilweise.

Sophia Wollersheim, Menderes Bagci und Thorsten Legat sind die drei Finalisten

Die drei Dschungelcamp-Finalisten Sophia Wollersheim, Menderes Bagci und Thorsten Legat


Die Sticheleien gehen nach dem Dschungelcamp weiter

Ein Grund war die Tatsache, dass die beiden Hauptkontrahenten der diesjährigen Staffel – Thorsten Legat und Helena Fürst – schon im Camp ausgiebig übereinander hergefallen waren und sich im Prinzip alles gesagt hatten, was man bei einem normalen Sozialverhalten sonst für sich behält. Da war draußen nichts mehr zu retten oder schlimmer zu machen. Und so beließ es die finstere Fürst bei einem "Alles ist gesagt, alles ist on camera" – was sie natürlich nicht daran hinderte, trotzdem ellenlange Leierkasten-Monologe ins Baumhaus zu zimmern –, und Legat rollte die meiste Zeit wie epileptisch mit den Augen, was sehr anstrengend aussah.

Wenigstens das stumme Model Nathalie Volk hätte Anlass genug gehabt, der Zweitplatzierten Wollersheim einen Kehlbiss zu verpassen, als sie hörte, was diese so nächtens über sie am Lagerfeuer verbreitet hatte ("Die Gesichtssprache von der ist so dumm, die ist total verstrahlt, ein Alien"). Doch die innere Schlichtheit der 19-Jährigen scheint wie ein 24-Stunden-Tranquilizer zu wirken. Sie verzog keine Miene. Konnte sie dem Geschehen inhaltlich nicht folgen?


Lief nicht bei Ricky

Somit blieb es Ricky, dem traurigen ADHS-Clown, vorbehalten, vor aller Welt die Fassung zu verlieren. Der Ex-Moderator hatte schon im Camp keine gute Figur gemacht. Als die beiden Gruppen zusammengelegt wurden, wollte er als Teamleiter den Neuankömmlingen nichts vom gerade fertiggekochten Essen abgeben ("Das waren unsere Sterne"). Dazu die Bananen-Affäre, mit der er sich zum Gespött gemacht hatte. Lief nicht bei Ricky.


Aus den Einspielern erfuhr er dann gestern vom ganze Ausmaß des Schlamassels, von den Bosheiten der anderen über ihn und den üblen Vorwürfen (Helena: "Der Ricky lügt wie gedruckt und ist sowas von asozial") – und flüchtete prompt in einer Werbepause aus dem Studio. Später kehrte er zwar wieder zurück ("Ich musste auf Toilette") und versuchte noch irgendwie seinen Ruf zu retten ("Ich hätte mehr meinen Mann stehen müssen"). Allein, es half nichts. Ricky ist der große Verlierer von IBES 2016.

Und der Sieger? Genoss seinen Triumph zumeist im Stillen. Große Reden sind ja eh nicht das Ding von Menderes. Für einen schönen Moment sorgte der alte Zacher ganz zum Schluss. Er umarmte den ewigen Castingsänger mit den Worten: "I’m very proud of you, my little shity son." Jetzt braucht der Sohn nur noch eine Frau. Doch auch an der Front gibt es Hoffnung: Anscheinend erhielt RTL für den 31-Jährigen körbeweise Zuschriften von Interessentinnen.
 

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