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Tasten und grabbeln für Anfänger

m Dschungelcamp müssen die Wollersheim und Höllena in der Prüfung mal so richtig tief ins Terrarium greifen. Vor allem Helena, die "Fürstin der Finsternis" soll leiden. Doch noch bleibt sie cool.

Von Simone Deckner

Dschungelcamp, Tag 2: Sophia Wollersheim ist da was ins Dekolleté gefallen

Dschungelcamp, Tag 2: Sophia Wollersheim ist da was ins Dekolleté gefallen - Sonja Zietlow rettet den armen Wurm aus der Silikon-Hölle.

Ist es zu früh? Kann man sich bereits nach dem zweiten Tag festlegen, wer die Person mit dem größten Rumpelstilzchen-Appeal in dieser Staffel ist? Die, die mit Leichtigkeit den Groll ihrer Campgenossen und der Zuschauer auf sich zieht? Die neue Ramona Leiß?

Die Frage ist rein rhetorisch. Diese Person ist längst gefunden. Bester Seismograph dafür: Es kursieren bereits Spitznamen für Helena Fürst, die Frau mit der denkwürdigsten Fernseh-Frise seit Urban Priol und Mecki. "Fürstin der Finsternis" nennen Sonja Zietlow und Daniel Hartwich die 41-Jährige. Dabei schwingt gleichermaßen Ehrfurcht wie Ekel mit. Auf Twitter setzt sich anscheinend der nicht weniger düstere Hashtag #Höllena durch.

Die Frau mit den Rastazöpfen und den gelben Socken ist Kummer gewohnt: Im Nachmittagsprogramm von RTL stellte sie einst als "Sozialfahnderin" Hartz-IV-Empfänger vor laufender Kamera bloß. Zuvor hatte sie schon einen Schlecker-Markt geleitet und als Sachbearbeiterin auf dem Arbeitsamt ALG-I-Anträge bearbeitet. Dann änderte sie plötzlich komplett ihr Image: Fortan kämpfte sie als "Anwältin der Armen" für die armen Teufel, die sie zuvor noch drangsaliert hatte.

Dschungelcamp-Stress II: "Kleine Konfro mit Nathalie"

Dass sie für die Dschungelprüfung nominiert wurde, überrascht Fürst nicht sonderlich. "Ich weiß am besten, was hier auf mich zukommt. Ich komme von RTL", stellt sie klar, die Fluppe klemmt im Mundwinkel. "Ich hatte ja auch 'ne kleine Konfro mit der Nathalie", legt sie im Pseudo-Jugendslang nach. Fürst spielt damit auf den Streit zwischen ihr und GNTM-Sternchen Nathalie Volk an. Die 19-Jährige hatte sich am Vortag sichtlich genervt von den Anziehtipps der Älteren gezeigt ("Deine Unterhose hängt raus") und dies in einen offenen Schlagabtausch münden lassen.

In der Dschungelprüfung muss Fürst dann sowohl Kontakt mit Sophia Wollersheims aufgeklebten Fingernägeln als auch mit allerlei Getier (Echsen, Ratten, Kakerlaken) machen. "Die wollen mich kotzen sehen", mutmaßt Höllena zu Recht. Während die Frau von Puffbetreiber Bert Wollersheim mit vollem Körpereinsatz zu Werke geht, hält Fürst lieber Abstand. Da hilft es auch nichts, dass Daniel Hartwich versehentlich eine der Lösungen ausplappert – weder Wollersheim noch Fürst hören zu.

"Du redest einen Scheiß!"

Nicht zuhören kann unterdessen Gunter Gabriel den wirren Reden von Soap-Simpel David Ortega: Er habe früher Medizin studieren wollen, genauer "Gentechnologie", faselt der Muckimann. Sein Traum sei es gewesen, "die Köpfe meiner Familie einzufrieren, damit die später irgendwann mal wieder in Kontakt kommen". Architektur schmiss der junge Frankenstein-in-spe auch nach nur einem Semester, "weil man da kein Millionär werden kann".

Als Gabriel das Gespräch auf seine langjährige Freundschaft mit der Musiklegende Johnny Cash bringt, bekennt Ortega arglos: "Ich weiß nicht, wer Johnny Cash ist." Nur um dann seiner ureigenen Logik folgend zu erläutern: "Cash heißt Geld, also jemand der Geld macht." Von Gabriels Pritsche tönt ein lautes Stöhnen herüber. "Du redest einen Scheiß!" Ortegas Pläne für die Zeit nach dem Dschungel: Geld machen, eine Menge. Mit einem Burgerladen für Veganer. "Das sind intelligente Leute."

Thorsten Legat will Menderes therapieren

Thorsten Legat ist kein Veganer. Und kein großer Freund von Rolf Zacher. Am besten gefällt sich der ehemalige Profi-Fußballer in der Rolle des Duracell-betriebenen Drill Sergeants. Sein gestriges Opfer: der schüchtern-naive Menderes. Nachdem der mit leisem Stimmchen bekennt, mit 29 Jahren noch Jungfrau zu sein ("das ist mir unangenehm, eigentlich"), unterweist ihn Legat ungefragt einer seiner typischen Hau-Drauf-Therapien: "Du hast doch Klötze in der Hose. Du bist doch ein Junge." Menderes müsse dringend mal was an seiner Haltung tun, tönt das tatöwierte Michelinmännchen, das vor Kraft selbst kaum geradeaus laufen kann.

Auch Sophia Wollersheim macht sich große Sorgen. Mit ernster Miene bittet die Frau mit dem Doppel-Basketball-Vorbau Jenny Elvers zur Beichte am Lagerfeuer. Sie habe gehört, raunt Wollersheim in bester Frauke-Ludowig-Manier, dass Elvers' Freund sich im Flieger betrunken habe ("Ich habe hier wirklich sehr, sehr gute Quellen.") So was gehe doch aber nicht, wenn man mit einer trockenen Alkoholikerin zusammen sei! Oder? Elvers guckt leicht kariert, blockt dann aber entschieden ab: "Ach, das ist kein Problem für mich." Doch Sophia will ihre große Story noch nicht aufgeben und orakelt: "Das könnte für die Jenny und ihren Mann sehr tragisch enden."

Nur die Fürstin der Finsternis wird dieses pikante Gerücht wohl erst mal nicht zu hören bekommen – auch dann nicht, wenn beide Camps am Montag zusammen gelegt werden. Denn: Sophia Wollersheim mag Helena Fürst so gar nicht ("Sie wirkt auf mich wie eine Kampflesbe"). Darum nennt sie sie auch konsequent beim falschen Vornamen: Helene.


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