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14. Januar 2012, 02:44 Uhr

Einmarsch der Plagiatoren

Die Spiele sind eröffnet: Elf Prominente transpirieren und intrigieren die nächsten zwei Wochen für ein bisschen Ruhm und Rendite. Im Zentrum: ein altes und ein neues Busenwunder. Von Mark Stöhr

Dschungelcamp 2012, Dschungelcamp, Micaela Schäfer, Vincent Raven, Ailton, Brigitte Nielsen, Dirk Bach, Ich bin ein Star

Micaela Schäfer und Rocco Stark beim Baden im See. Alle Infos zu "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" im Special bei RTL.de: http://www.rtl.de/cms/sendungen/ich-bin-ein-star.html© RTL

Für genau einen solchen Moment wurde das Fernsehen erfunden. Für Ramona Leiß und Brigitte Nielsen am Lagerfeuer im australischen Urwald. Die eine war einst in Friedhof-Formaten wie dem "Fernsehgarten" und der "Know-Hoff-Show" zuhause. Die andere hatte sie alle: Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger, Rennfahrer und Rapper, Footballspieler und Fotografen. Ramona Leiß brauchte 50 Jahre, um öffentlich zu bekennen, dass sie keine Männer mag. Brigitte Nielsen kann auch mit fast 50 nicht genug davon bekommen. Die welke Bayerin und die getunte Dänin – zwei ungleiche Frauen, die sich offenbar gesucht und gefunden haben. "Ich bin total happy mit der Brigitte", sagt Ramona. "Ramona ist sofort eine Freundin geworden", sagt Brigitte. Und der erzählt man schon mal was.

Nun ist Brigitte Nielsen bekanntlich ein Routinier in Reality-Shows. Sie sind ihr Beruf. Nicht weniger als 13 Guckloch- und Körperumbau-Sendungen hat sie seit 2001 absolviert. Sie weiß, wie Sachen, die man drinnen sagt, draußen ankommen. Was sie aber ihrer neuen Freundin Ramona am Lagerfeuer erzählte, war schon ziemlich spektakulär. Es ging um ihre Beziehung zu Sylvester Stallone.

Ein "Riesengefängnis" sei das gewesen, so Nielsen, Stallone ein besitzergreifendes, krankhaft eifersüchtiges Scheusal. "Auch gewalttätig?", fragte Leiß im besorgten Freundinnenton. Ja, sie habe Angst vor ihm gehabt. Und dann kam's noch dicker: Stallone habe vom vielen Anabolika "Schrumpfhoden" bekommen und sei ein mieser Liebhaber gewesen. Es fiel der Begriff "Rammler". Au Backe. Die Demontage eines Hollwoodhelden zum Auftakt. Es wird offenbar schon gleich mit offenem Visier gekämpft in der diesjährigen Dschungelcamp-Arena.

Rocco Stark geht tierisch auf die Nerven

Ansonsten orientieren sich die verschiedenen Rollen am Muster der fünf vorangegangenen Staffeln. Ex-"Tic Tac Toe" Jazzy ist die Krawallbraut – äußerlich noch höflich, innerlich aber schon am Brodeln, weil ihr Rocco Stark, der ungeliebte Ochsenknecht-Sohn, tierisch auf die Nerven geht. Kein Wunder: Stark ist ein ADS-Clown wie weiland Dustin Semmelrogge, immer auf der Suche nach Publikum. Daniel Lopes muss den Jay machen, Micaela Schäfer die Indira (und Dolly Buster noch dazu). Martin Kesici spielt die ehrliche Haut ("Ich will hier meine Finanzamtsschulden loswerden") und wird deshalb weit kommen. Ex-"Momo" Radost Bokel spielt die Biederfrau und wird deshalb früh ausscheiden.

So weiß jeder, was er zu tun hat. Plagiatoren unter sich, bei Reis und grünen Bohnen. Die RTL-Regie besorgt den Rest. Sie wird Ramona Leiß als Camp-Mutter inszenieren wie damals Lisa Fitz und Katy Karrenbauer. Sie wird Kim Gloss als pubertäres Trotzköpfchen zeigen, auf dass ihr die Zuschauer eine Dschungelprüfung nach der anderen reindrücken, sie die Nerven verliert und weint, weint, weint. Und sie wird versuchen, Brigitte Nielsen den Nimbus der Göttlichen zu bewahren, solange die Frisur und das Sillikon hält.

Ailton kommt noch nicht in die Zweikämpfe

Doch die Spiele könnten auch ihre ganz eigenen Regeln entwickeln. Gerade Nielsen (Dirk Bach: "Die brauchte für Australien kein Visum, sondern einen Frachtbrief") scheint in keiner besonders guten körperlichen Verfassung zu sein. Bei ihr wäre auch denkbar, dass sie das Geschehen vornehmlich im Liegen verfolgt wie die Hängematten-Connection Böhm-Wijnvoord-Illic-Schimpf. Ailton ("Vor die Kamera, hinter die Kamera, ohne Kamera – Ailton immer die gleiche. Nix verliere, nur gewinn, gewinn") kam beim Start noch nicht richtig in die Zweikämpfe und könnte am Spiel ohne Ball schnell den Spaß verlieren. Wohingegen Vincent Raven, der Rabenflüsterer, natürlich einen Vollschuss hat ("Es gibt schöne Vögelchen hier, mit denen habe ich auch schon gesprochen"), sich zum Erstaunen aller aber als Teamleiter positioniert hat mit so nicht erwarteten sozialen Qualitäten.

Als große Überraschung der Staffel könnte sich jedoch Micaela Schäfer erweisen. Sie ist schlauer als Indira, besser operiert und bestand mit Bravour eine Dschungelprüfung, wie es sie widerlicher wohl noch nicht gab: Sie musste einen halben Liter gequirltes Emu-Blut mit pürrierter Leber trinken. Lediglich ihr permanenter Entkleidungszwang hat pathologische Züge. Vielleicht sollte sie sich darüber mal mit Brigitte und Ramona unterhalten.

Von Mark Stöhr
 
 
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