HOME

Stern Logo Dschungelcamp

Silva Gonzales fliegt glücklich aus dem Dschungel

Der Traum vom Dschungelkönig ist geplatzt: Silva Gonzales muss das Camp verlassen. Der Hot-Banditoz-Sänger nahm das Urteil der Zuschauer gelassen hin - und freute sich gar über den Rausschmiss.

Von Jens Wiesner

Verließ das Camp mit einem Lächeln auf den Lippen: Silva Gonzalez

Verließ das Camp mit einem Lächeln auf den Lippen: Silva Gonzalez

Kurz und tränenlos: Als das Verdikt der Zuschauer verkündet wird, kann sich Silva Gonzalez nicht mehr auf dem Hosenboden halten. "Erster von hinten!" jubelt der frisch geschasste Dschungelkandidat und reckt die Fäuste in Siegerpose gen Himmel. Nur um in Windeseile zum Kofferpacken zu huschen. Die Hotelbar lockt.

Nein, große emotionale Bande sind nicht gewachsen zwischen dem Hot Banditoz-Sänger und dem Rest der Dschungelbagage. "Deine Show hat nicht funktioniert", giftete Olivia Jones, während Gonzales schnelle Free-Hugs an seine Mitstreiter verteilte und Gemeinplatz auf Gemeinplatz raushaute. "Der eine kommt halt nich' so an, der andere besser", bilanzierte der Gonzales nüchtern, in Gedanken längst frisch geleckt am Cocktail nippend. Und: "Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man." Aber den Vorwurf der Künstlichkeit wollte der Geschmähte dann doch nicht auf sich sitzen lassen: "Ich war Silva - so bin ich!" protestierte der verkappte Existentialist noch einmal kurz, wollte sich auf eine längere Exkursion ins Reich von Camus, Sartre und Beauvoir aber nicht mehr einlassen.

Tragik, Komik und die rechte Hand

Besonders über den Rauswurf gefreut haben durfte sich auch Georgina Fleur. Schließlich verschaffte der erste Kandidatenkick dem Ex-"Bachelor"-Schreck eine wohl verdiente Atempause. Hatte sie auch verdient: Mit sieben Dschungelprüfungen hintereinander knackte "Miss Ey" nicht nur den deutschen Rekord von Sarah "Dingens", sondern stürzte auch die bisherige Weltekelqueen, "Boxenluder" Katie Price, von der Pole. Soviel Erfahrung macht sich bezahlt: Georgina siebte Prüfung, ein Haus voll Getier zu durchforsten, gelang ohne viel Federlesens. Von elf Sternen brachte sie sieben zurück ins Camp.

Dort hatten die Geständnisse aus dem Intimbereich wieder Hochkonjunktur. Der große Klaus ist weiterhin für's Körperliche zuständig und philosophierte über die beschränkten Möglichkeiten der Masturbation im Camp. "Porno-Patrick" zeigte sich großzügig und gab sein Wissen über "vaginale Rejuvenation" zum Besten. Und Joey Heindle bewies, dass er offenbar noch an den Klapperstorch glaubt. Man lachte und scherzte und grunzte, bis der bisherige Lager-Clown plötzlich ein zweites, tragisches Zwischengeschoss in seine Lebensgeschichte einzog: Als Kind habe ihn sein Vater jahrelang geschlagen und emotional so fertig gemacht, dass er sich selbst umbringen wollte. Soviel Tragik war selbst für Sonia Zietlow und Daniel Hartwich zuviel. Zwar gab es keine Tränen, aber immerhin keine fiesen Sprüche. Und mehr Anteilnehme sitzt nun wirklich nicht drin.

Weitere Themen

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo