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Höllena erfindet den Spit-Rap - und im Camp wird geknuddelt

Ja mei, is denn schon großes Dschungelcamp-Wiedersehen? Die Campbewohner knuddelten, sangen und tanzten - sogar die Erzfeinde Legat und Höllena näherten sich an. So darf das auf keinen Fall weitergehen, RTL!

Von Simone Deckner

Dschungelcamp Helena Fürst

Wird im Dschungelcamp zur Fürstin der Fliegen: Höllena kämpft bei ihrer siebten Dschungelprüfung mit Insekten.

Und an Tag 7 sah der RTL, das alles gut war und außerdem Weltknuddeltag. Da wollte der RTL mal nicht so sein und ordnete eine einfache und öde Dschungelprüfung an. Die Helena musste bloß Klavier spielen und singen und der David durfte tanzen. Dazu wurden nur ein paar recht harmlose Tierchen (grüne Ameisen, schwarze Fliegen) eingestreut und ein bisschen Schmodder verschmoddert. Alle Bewohner durften mitraten. Und singen. Hach, das war schön! Alle hatten sich auf einmal ganz doll lieb. Ja, sogar der Thorsten und die Helena! Nix mehr "Furzfrau". Eine Umarmung gab es für die "Kämpferin". Sogar einen Knutscher auf die Wange. Und ein Lächeln von der Helena für den Thorsten. "Respekt" und so.

Jetzt hör mal gut zu, RTL: Verdirb uns hier nicht jetzt schon den ganzen Spaß, hörste?! Wir sind hier doch nicht bei "The Voice". Wenn wir Harmonie sehen wollen, gucken wir uns fünf Folgen hintereinander "Unsere kleine Farm" an oder YouTube-Videos, in denen süße Welpen von der Couchgarnitur kippen. Hallo, das ist das verdammte Dschungelcamp: Da muss gehated, gelästert und gefaked werden, dass es kracht. Sonst haben wir bald ein Problem. Der moderne Mensch weiß doch gar nicht mehr, wie er auf zu viel Frieden reagieren soll.


Helena erfindet den Spit-Rap

Gut, rekapitulieren wir noch mal: Erst klimperte Höllena auf einem bemitleidenswerten Piano ein paar Takte von "We Will Rock You" und "My Way". Dann musste die "Fürstin der Finsternis" ihren Kopf in eine Plastikkugel voller kleiner schwarzen Fliegen stecken und dabei Hits wie Helene Fischers "Atemlos" vortragen und fehlende Worte ergänzen. Einzig erwähnenswert, dass die Frau mit der Tic-Tac-Toe-Gedächtnis-Frise dabei ein neues Musikgenre erfand: den Spit Rap. Nur echt mit theatralischem Ausspucken nach jedem dritten Rhyme. Die letzte Aufgabe überließ Helena dann Joker Camp-David. Der durfte Lieder vortanzen. Hartwich zu Ortega: "Aus Quotengründen würden wir dich bitten, die Jacke auszuziehen". So weit, so langweilig.

Dann hätten wir uns doch lieber gleich die deutsche Filmkomödie "Der Formel Eins Film" aus dem Jahr 1985 angeguckt. Starring Meat Loaf, als "in seiner Garderobe randalierender Meat Loaf", Katrina and the Waves, Falco, Pia Zadora, Die Toten Hosen, Limahl und: Rolf Zacher als "Regisseur". Tja-ha! Nicht umsonst nuschelte Zacher zu Beginn in die Kameras. "Man kennt mich aus 300 Filmen." Wenn einer der Camper am gestrigen Bussi-Bussi-Tag unterhaltsam war, dann Zombie-Zacher. Unter aufmunernden "Schnauze-Fresse-Wixer-aufs-Maul-ihr-Flaschen"-Gebrabbel setzte der Schauspiel-Senior unvermittelt an und fing an zu pfeifen. Schließlich sei er ja auch im Camp, um "hier auch ein bisschen den kulturellen Teil reinzubringen", raunte er mit halb geschlossen Augen hinter seiner orange-getönten Brille hervor. Und so pfiff er erst eins, dann noch eins und noch ein Liedchen in den Dschungel hinein. Die schmissige Darbietung unterbrach er nur kurz, um nonchalant ein paar französische Chansonfetzen zu intonieren. Ganz groß auch seine leider nur angedeutete "Hey, hey Boss, ich brauch mehr Geld"-Persiflage auf den Altmeister der Ausscheidungen, Gunter Gabriel.

Auch Menderes darf im Dschungelcamp singen

Dann durfte der "Kleene" (gemeint war Menderes, Zacher, fiel dessen Name aber auch nach minutenlangem Zeigen auf den gespannt Wartenden nicht ein) auch noch was von seinem großen Idol Michael Jackson singen. "You Are Not Alone", Weltknuddeltag eben. Brigitte fand es "sehr, sehr gut", Jenny "sehr süß". Das "r" rollt Menderes dabei leider nicht. Finden wir "sehr Banane". Dafür hörte der schüchterne Sänger nach so viel ungewohnter Lobhudelei für sein Stimmchen gar nicht mehr auf. Rolf nach einer gefühlten Ewigkeit: "Das war anstrengend."

Bei Weitem jedoch nicht so anstrengend wie die neuerliche Ausgabe von "Wissen macht ah oder be oder ce?!?!" mit Prof. Dr. David Ortega. Das unspannende Thema heute: die geheime Macht der Pflanzenwelt. Ihr Einsatz bitte, Herr Doktor mit dem grünen Daumen: "Die Pflanzen sind die extremsten und intelligentesten Lebewesen auf diesem Planeten. Sie verstehen sich, ohne sich zu beschweren! Sie sind introvertiert." Respekt dafür! Auch für den Dalai Lama, den findet der David tatsächlich noch toller als intelligente, introvertierte Pflanzen. "Den habe ich auch als Freund bei Facebook geadded", verriet er Menderes und Helena.

Die Unterstützung eines weisen Mannes sollte sich Letztere besser auch suchen, wenn sie wieder draußen ist. Vielleicht kann ihr auch der Dalai Lama dann mal in aller Freundschaft erklären, dass es noch ein sehr weiter Weg ist bis zu ihrem Ziel: "Ich will in die Unterhaltungsbranche", erklärte sie in einer der wenigen Pausen zwischen ihren kraftraubenden Prüfungen. Das Showbiz biete ja so Einiges. "Das ist etwas, wobei man Spaß haben kann und das auch zeigen kann." Auf Super RTL lief zeitgleich eine alte Folge der Schenkelkopfer-Serie "Helena Fürst - Anwältin der Armen".


RTL, du weißt, was zu tun ist

Das Dilemma: Höllena hat noch nicht ansatzweise verstanden, dass die flehentliche Bitte, man möge doch mal einen anderen Kandidaten in die Dschungelprüfung wählen, das beste Argument für die eigene Wiederwahl ist. Sie habe nach all den Strapazen nun wirklich eine Pause verdient, am besten "mehrere Monate", sagte sie. Zum Glück sind die Zuschauer da draußen ja so gar nicht auf Harmonie aus. Sondern voll auf Konfro. Außerdem sind sie keine Fairplay-Typen wie der Sportsmann (Bundesliga, 15 Jahre!) Legat. Der hatte zwischenzeitlich dem Fass den Nagel auf die Krone geschlagen oder so ähnlich, als er feststellte: "Der Klügere lässt nach!" RTL, du weißt, was zu tun ist.

Dschungelcamp, Tag 7: Höllena haut in die Tasten
Dschungelcamp Helena Fürst

Zum siebten Mal in sieben Tagen muss Helena Fürst im Dschungelcamp zur Prüfung antreten. Diesmal hat sie allerdings Publikum: Sämtliche Camp-Teilnehmer sind mitgekommen und sehen zu, wie sich "Höllena" beim "Dschungeltalent" schlägt.


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