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Helena haut den Legat

Was geht los da raus? Königin Brigidde muss den Traum von der Titelverteidigung begraben – während sich zwei Erzfeinde fast an die Gurgel gehen. Das Drama-Camp fetzt sich Richtung Finale.

Von Mark Stöhr

Helena Fürst und Torsten Legat im Dschungelcamp

Hitzige Diskussion: Helena Fürst (vorne) und Torsten Legat geraten im Dschungel aneinander

Aufgepasst, Leute, Onkel Thorsten erzählt jetzt eine Geschichte! Also hingesetzt und die Löffel aufgesperrt! Die Geschichte stammt aus einer Zeit, als der Name Legat noch für Tiki-Taka auf dem Fußballfeld stand und nicht für Pippi-Kacka in einem australischen Dschungelklo. Natürlich kennt die Geschichte jeder Schwanz – außer Menderes. Der musste früher beim Bolzen immer den Ball holen. Leise "Dirty Diana" summend kroch er mit seinen weißen Kniestrümpfen durchs Hagebuttengebüsch hinterm Tor. Ein guter Junge schon damals. 

Wir schreiben das Jahr 2000. Legat war bereits eine bekannte Lachnummer in der Liga und spielte bei Schalke. Beim Mannschaftsfoto fragte ihn sein Nebenmann Olaf Thon: "Haste Bock, die Hose bis zu den Achseln hochzuziehen?" Er bot ihm 500 D-Mark für die Aktion. Von hinten legte Andreas Möller nochmal 500 drauf. Legat brachte den Brüller, der genauso dann im Sonderheft des "Kicker" erschien. Der Verein war stinksauer. "20.000 Mark Strafe kostete mich die Scheiße."

"Du bist ein ganz falscher Mensch"

Ende der Geschichte. Menderes hat aufmerksam zugehört und fleißig neue Begriffe in sein Vokabelheft geschrieben. "Mannschaftsfoto", "Ton", "Demark". Dann beginnt er zu rechnen. 500 plus 500 macht 1000. Minus 20.000 – Moment mal. Aufgeregt erhebt er seine Stimme, sie überschlägt sich, als er in die erschöpfte Stille nach dieser Mörder-Anekdote kreischt: "Das hat sich ja gar nicht gelohnt!" Und Legat dreht langsam den Kopf zu dem zitternden Däumling und erwidert: "Du hast es erfasst."

Damit war die Stimmung auf Spitzbergen. Was dann folgte, war ein Showdown Shakespeareschen Ausmaßes.

Es begann mit einer harmlosen Flüsterei. Legat versicherte der geschassten Nathalie bei ihrer Abreise, dass mit ihr "die Falsche" gehen musste. Nun ist die Akustik in so einem Urwaldstudio durchaus tückisch. Helena Fürst jedenfalls bekam Wind von der Analyse des Pritschenkollegen, in der sie sich nicht zu unrecht als "die Richtige" identifizierte. Das brachte ihre innere Zeitbombe zum Explodieren.

"Du gehst mir unheimlich aufn Keks", baute sie sich vor dem Glatzenmann auf, der sie nur halbdebil anglotzte und wahrscheinlich dachte: Keks, geil. "Du spielst ein beschissenes, falsches Spiel, du bist ein ganz falscher Mensch", legte Fürstin Furiosa nach, und langsam kam Leben in Legats zwei Gehirnzellen. "Gequasselte Kacke" sei das, um nicht zu sagen, "überflüssige Rotze".

Doch Helena ließ nicht locker. Leider litt ihre sprachliche Akkuratesse unter der Erregung. "Nur weil du meinst, dass du ein Mann bist, meinst du hier einen dicken Macker riskieren zu können." Schlauchboot-Lippen-Legat darauf: "Wenn du Probleme mit der männlichen Gesellschaft hast, such' dir doch 'ne Transe."

Brigitte Nielsen unter Schock

Nach einem durchgehend geschrieenen Exkurs zum Thema klassisches Familienmodell versus alleinerziehend nahm die Debatte eine geradezu tiefenpsychologische Wendung. Helena Freud diagnostizierte bei dem Landesligatrainer "Schwachpunkte in der Vergangenheit", was dieser indirekt bestätigte ("Wenn die vor mir steht, sehe und höre ich meinen Vater"). Das Ping-Pong-Peng zwischen den beiden Erzfeinden gipfelte schließlich in Legats Erwägung: "Normalerweise müsste ich die jetzt anzeigen."

Gefechtspause. Mittlerweile war Menderes von seinen Campgenossen für die Dschungelprüfung nominiert worden, und dieser kleine feine Mensch hatte den rührendsten Einfall seit dem Helene-Fischer-Tattoo auf dem linken Oberarm von Florian Silbereisen: Helena und Thorsten sollten ihn doch bitte zusammen bis zur Hängebrücke begleiten. Der Subtext war klar: Mama und Papa, habt euch wieder lieb! Leider wurde aus der Sache nichts. Aber solchen Kummer ist Menderes ja gewohnt.

Ein Bäuerchen von Sophia Wollersheim ("Mir kommen noch die Hoden von gestern hoch") und ein Bonmot von Thorsten Legat ("Jetzt spielt die Raffinesse eine klare Antwort“) läuteten den letzten Akt dieses Dramas ein. Die Zuschauer telefonierten Jürgen Milski und Brigitte Nielsen in den Shootout – was beiden schlagartig die Farbe aus dem Gesicht löschte, so verblüfft und fassungslos waren sie. Als es schließlich die dänische Dschungelkönigin a. D. traf, schien der Urwald für einen Moment den Atem anzuhalten. Dann sagte Legat: "Die Leute wollen halt nur Unterhaltung haben." 

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