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"Ab Dienstag gibt’s Kasalla"

Thorsten Legat galt vielen als Macho und harter Hund.  Doch im stern-Interview zeigte sich der Dschungelcamp-Dritte ungewohnt nachdenklich und gefühlvoll. Dennoch kündigte er Kasalla an.

Thorsten Legat hat den dritten Platz belegt

Thorsten Legat hat den dritten Platz belegt

Er ist bekannt für legendäre Pressekonferenzen - und jetzt auch für das Kultwort "Kasalla": Ex-Fußballprofi Thorsten Legat hat im diesjährigen Dschungelcamp den dritten Platz belegt. Doch während er nach außen oft den Ruf eines harten Kerls hat, schlägt er im Interview eher ruhige Töne an.

Herr Legat, Sie haben es bis ins Finale geschafft. Sind Sie stolz, so lange dabei geblieben zu sein – oder überwiegt der Ärger, den Titel knapp verpasst zu haben?

Keineswegs. Dass ich so weit gekommen bin ist einfach nur genial. Es war toll, dieses Abenteuer zu erleben. Das kann mir keiner mehr nehmen.

Viele Zuschauer hatten vorher ein ganz anderes Bild von Ihnen, sie kannten Sie nur von Ihren Pressekonferenzen beim FC Remscheid. War es Ihnen auch wichtig, den  wahren Thorsten Legat zu zeigen?
Den Thorsten Legat, den die Zuschauer im Dschungelcamp gesehen haben, das wird der Thorsten Legat bis zum Ende seines Lebens sein. Ich werde nicht nur für mich da sein, ich werde im Verbund mit meiner Familie alles dran tun, dass ich in Frieden und Freiheit leben darf. Den Thorsten Legat von früher gibt es nicht mehr.

Sie waren im Dschungelcamp so etwas wie der heimliche Teamchef. War es Ihre Absicht, sich mit dem Auftritt auch als Trainer für höherklassige Vereine ins Gespräch zu bringen?
Ich bin nicht da reingegangen, um mir eine Plattform zu schaffen, sondern um dieses Abenteuer zu erleben. Natürlich erhoffe ich mir, irgendwann mal höherklassige Mannschaften zu trainieren. Dafür arbeite ich hart. Aber ab dieser Woche konzentriere ich mich auf den FC Remscheid, da stehe ich dann am Dienstag wieder auf dem Platz. Und dann gibt’s, wie Sie schon gehört haben: Kasalla.


War Ihnen bewusst, dass Sie damit ein Kultwort geschaffen haben?
Nein. Das war ein Leitspruch für die Mannschaften, die ich trainiert habe. Kasalla heißt nichts anderes als: Motivation. Auf geht’s Leute. Come on. Damit bin ich gut gefahren. Meine Mannschaft in Remscheid hat es mir auch zurückgezahlt.

Als Trainer wissen Sie, wie wichtig eine gute Mannschaft ist. Wer war im Dschungelcamp besonders teamfähig?
Eigentlich müsste die ganze Truppe an einem Strang ziehen, alle zwölf Teilnehmer. Es gibt aber immer Leute, die nicht mitziehen wollen. Für den FC Remscheid würde ich  einen Jürgen Milski und einen Menderes verpflichten. Das sind Teamplayer, die authentisch und natürlich rüberkommen. Die haben keine schauspielerischen Einlagen im Dschungel gemacht.

Was glauben Sie: Warum wurde Menderes Dschungelkönig?
Menderes hat einfach sein wahres Gesicht gezeigt. Er ist wirklich so, mit seiner Krankheit, mit seinen Problemen. Viele haben gesagt, er sei ein Lügner und wolle nur Eindruck schinden. Das ist Quatsch. Er hat wirklich schlechte Erfahrungen gemacht. Mit den Eltern und mit anderen Menschen. Diejenigen, die Vorurteile gehabt haben, sind jetzt die Verlierer. Menderes ist ein großartiger Junge mit viel Gefühl und viel Liebe.

Welche neuen Seiten haben die Menschen an Ihnen entdeckt?
Viele wussten ja über Thorsten Legat Bescheid: harter Hund. Emotional. Krass. Aggressiv. Das ist nicht mehr mein Stil. Deswegen habe ich ja meine Biografie "Wenn das Leben foul spielt" geschrieben. Damit die Leute verstehen, warum ich früher so war. Das Wichtigste ist für mich: Frieden, Freiheit, und liebevoll mit meiner Familie zu leben.

Hat die Teilnahme am Dschungelcamp diese Gedanken verstärkt oder waren die vorher schon da?
Die Gedanken haben sich im Dschungelcamp verstärkt. Man hat ja gesehen, wie ich dort attackiert worden bin. Vor drei oder vier Jahren hätte ein Thorsten Legat anders reagiert. Inzwischen habe ich im pädagogischen und psychologischen Bereich einiges dazugelernt.

Ihre Söhne haben Sie während der Zeit im Dschungel in den sozialen Medien unterstützt. Ein tolles Beispiel für gelebte Solidarität.
Wissen Sie was Solidarität ist? Integration, Zusammenhalt, sich austauschen. Für mich ist eins wichtig: Wenn meine Söhne das gemacht haben, zeigt es, dass sie eins gelernt haben: Sie sind diszipliniert und anständig. Wenn man Leistung von ihnen verlangt, dann bringen sie das. Und wenn meine Kinder Probleme haben, dann sind meine Frau und ich immer für sie da.

Sie haben eine klare Vorstellung von Werten. Haben Sie sich mal überlegt, in die Politik zu gehen?
Ich setzte mich tagtäglich mit der Politik auseinander, ich weiß, was in der Welt los ist. Aber für mich ist vor allem eins wichtig: dass es endlich mal Frieden auf Erden gibt. Und dass sich alle Länder dieser Welt Gedanken machen sollten, sich zusammenzusetzen.

Auf Ihren Pressekonferenzen und auch zum Teil im Dschungel kamen Sie deutlich härter rüber als in diesem Gespräch. Denken Sie darüber nach, an Ihrer Außendarstellung zu arbeiten?
Jein. Im Fußball muss man als Trainer eine gesunde Mischung finden: als Lehrer, als Psychologe, als Freund und als Vater. Da darf man sich kein Urteil aufgrund einer Pressekonferenz erlauben. Ich habe auch eine andere Seite: Gefühl.

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