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Wo ist Zacher?

Menderes rührt zu Tränen, Gunter in alten Wunden und die Fürstin versagt. Mächtig was los im Camp, das jetzt in ein Gesamtlager umgewandelt wurde. Nur - was macht eigentlich Zachers Rolf den ganzen Tag?

Von Ingo Scheel

Rolf Zacher herzt Brigitte Nielsen im Dschungelcamp

Brigitte Nielsen freut sich über das Wiedersehen mit Rolf Zacher im Dschungelcamp

"Der Regisseur kann machen, was er will. Er zeigt ihn uns einfach nicht. Was ist da los?" Mann, ging Bruno Moravetz damals ab. Und womit? Mit Recht. Jochen Behle lag 1980 beim olympischen Ski-Langlauf mal ein paar Runden vorne, auf dem Schirm hatte ihn niemand so richtig. Außer ZDF-Kommentator Moravetz, der in seiner längst legendären Reportage sein ebenso legendäres "Wo ist Behle?" in die TV-Annalen brüllte.

Und an einem Tag wie diesem möchte man ihn zitieren: Wo ist Zacher? Was macht der Typ den ganzen Tag? Warum zeigt uns das niemand? Wir sind doch Ärger gewohnt. Wir können was ab. Wir haben Wijnvoord pennen sehen, dem Kesici und dem Langhans beim Verenden vor laufender Kamera zugeschaut. Wo ist Zacher? Der Regisseur kann machen, was er will. Er zeigt ihn uns einfach nicht. Man hört ja auch nichts. Könnte ja mal schnarchen. Oder mal bellen.

Machen die anderen ja auch. Vor allem Gunter G-Punkt. Was Zacher an Schweigen auf der Soll-Seite sammelt, das häuft Gunter auf der Haben-Seite mit irren Geschichten an.

Klo-Monologe im Dschungelcamp

Nicht aber ohne zuvor noch einen seiner Latrina-Monologe in den nachmittäglichen Dschungel zu stöhnen. Mit „Achtung, fertig, los“ zählt der Ätzengel Gabriel tatsächlich sein großes Geschäft an. Da kräuseln sich selbst dem vor der Klotür stehenden Ricky Harris die lichten Dreads noch ein wenig mehr und der Typ war immerhin mal Nachmittagstalker. Dass Leute in seiner Show mal hinter einer Wand saßen und krudes Zeug erzählen, dürfte ihn nicht wundern. Dass hinter der Wand einer sitzt und abführt - das dürfte selbst für ihn neu sein. Vom singenden Trucker zum ächzenden Kacker - nach vier Tagen im Camp sieht Gunter Gabriel mittlerweile aus wie Donald Trump nach einem Praktikum bei den Ludolfs. 


Wenn der Lokus operandi auch nur halb so schlimm aussieht, wie der Mann vom FC Remscheid ihn beschreibt, ist das kein Wunder. Was Thorsten Legat auf den Tod nicht ausstehen kann? Stehpinkler! Die fliegen sofort raus. Selbst wenn es bei ihm zuhaus die Gäste sind. Müsste man also nur noch rausfinden, wer im Camp seinen Piephahn nicht unter Kontrolle hat und ein ums andere Mal das Töpfchen so arg besudelt. Den Namen Zacher flüstert man sich zu, allein die Beweise fehlen. Die dürfte es auch nicht geben für jene X-Akten, die Gunter, der alte Schlüpferstürmer, schließlich am Lagerfeuer feierlich öffnet. Unterhaltsam sind sie allemal. 

Koks und Heroin auf dem Tisch

Wie Scheherazade auf Crystal Meth feuert der Hausboot-Käpitän eine Salve nach der anderen aus der Anekdoten-Uzi: Koksende Nutten, die einmal die Woche den Kranken und Lahmen für lau zu Diensten sind, Drogen im Nachtschrank, Alarmknöpfe für die Bullen, dauergeile Irrenanstalts-Tanten und mittendrin Gunter selbst, einer psychotischen Prostituierten verfallen: "Ich war außer Rand und Band damals, auch weil ich da unter Drogen stand. Sie hatte ziemlich viel Koks genommen und Heroin – und ich habe das auch genommen, weil es auf dem Tisch stand." Na, das kennen wir doch alle, Günni. Steht auf dem Tisch, also nehmen wir es auch. Salzletten. Maoam-Kracher. Speedballs. In der Reihenfolge. Immer rein damit. Steht ja aufm Tisch. 

Dschungelcamp, Tag 4: Helena heult - die bitteren Tränen der Fürstin
Dschungelprüfung

Jenny Elvers und Helena Fürst wurden von den Zuschauern zur Dschungelprüfung auserkoren. "Das große Kribbeln" ist eine Mischung aus Würfel- und Ratespiel, bei dem beide Teilnehmerin immer wieder mit Tieren überschüttet werden.


Alle Infos zu "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" im Special bei RTL.de.

So schillernd die Gabriel-Chroniken, so tränentief geht es diesmal an den meisten anderen Fronten des Camps zu: Menderes berichtete von einer schweren Darmkrankheit, Fräulein Volk erinnerte das zu arg an einen verstorbenen Freund und als die Fürstin der Finsternis erneut in die Dschungelprobe musste, war auch das wieder zum Heulen. Der Sieg ging, nicht ganz unerwartet, an ihre Konkurrentin Jenny Elvers, die damit dem Basecamp eine vollwertige Mahlzeit erkämpfte. Dass die jedoch direkt für Unmut sorgte, lag an einem Kniff von RTL. Am Tage war das schon durchgesickert, am Abend schließlich bestätigte es sich: Das Lager "Snake Rock" wurde aufgelöst, am "Base Camp" wohnt fortan der ganze Troß. Das aber hielt Jenny und die Base-Bande nicht davon ab, das erspielte Essen kalten Herzens - wie erspielt, so verschlungen - für sich zu behalten. Wiedervereinigungs-Kommentar von Jürgen: "Das gibt Stress!" Hoffen wir, dass er Recht behält. 

Und ganz am Ende, als hätten die Regisseure das Flehen endlich erhört, schiebt sich kurz vor dem Halali auch der lang vermisste Rolf Zacher ins Bild. Den Hut in die Stirn gezogen, die Brille schief über den Augen, die Decke wie einen Poncho umgelegt. Etwas brüchig der Schritt, aber majestätisch sein Gang. Wie eine wettergegerbte alte Squaw vom Stamme der Schoschonen, die eigentlich schon auf dem Weg in die ewigen Jagdgründe war. Die sich in den Wald zurückgezogen hatte, weil sie spürte, dass ihre Zeit gekommen war. Und die es sich in letzter Minute doch noch anders überlegte und zum Stamm zurückkehrte. Willkommen zurück, Brüchige Feder, dein Platz ist hier am Feuer.

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