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15. Januar 2012, 02:44 Uhr

Kohldampf unter Palmen

Im Camp liegen schon die Nerven blank. Der Grund: ein mieses Ernährungsmanagement. Kim Gloss, das Nesthäkchen, hätte Abhilfe schaffen können und versagte. Ist sie zu weich für den Dschungel? Von Mark Stöhr

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Kim Debkowski holte im "Fahrstuhl der Hölle" nur magere vier Sterne.© RTL

Kim Debkowski, das Koalabärchen unter den Campern, weiß jetzt, was sie werden will: weltberühmt. Das hat mit Tante Brigitte zu tun. Die erzählte wieder von früher. Von den goldenen Zeiten in L.A., damals in den Achtzigern, als das Leben noch aus Glamour war und nicht aus Gummi. Also vor allem von Sylvester Stallone. Kim klebte der blondierten Dänin an den Lippen und kaute auf ihrem Herpes herum. Sie träumte sich zu prächtigen Galadiners, wo der Schampus in Eimern serviert wird. Und zu romantischen Wochenenden zu zweit in Malibu. Doch die Realität sieht so aus: Ratten, rote Bohnen und, schlimmer als alles andere, Rocco, der Alptraum aller Pfadfinder.

Ramona Leiß brauchte nur zwei Tage im Dschungelcamp, um die Lage zu erfassen: "Das Essen ist das Manko dieser Veranstaltung." Das hat mit Rocco zu tun. Der halbautorisierte Sohn von Uwe Ochsenknecht entsorgte nämlich in einem Anfall von Vaterhass, der sich zum Welthass auswuchs, vielleicht auch nur aus Verpeiltheit, den Topf mit den eingelegten Bohnen im Dschungel. Die Quittung: Reis pur und heftige Flatulenzen im Gruppengefüge.

Stimmung im Camp erfreulich gereizt

Besonders Daniel Lopes tat sich als Rächer der Bohnen hervor. Der Mann ist hochnervös: Kippenentzug und keine Geschlechtspartnerin in Sicht. Micaela, eine mögliche Gespielin nach seinem Geschmack, steht dem Vernehmen nach auf kleine, runde, ältere Herren mit dicker Unterlippe und dichter Brustbehaarung ("Isse keine Fußballplatz, aber isse auch eine Spiel. Musse auch gewinne"). Und Kim teilt sich die Matratze mit – Rocco. Wie die jungen Wölfe gingen die beiden Schmierlocken aufeinander los. Lopez: "Du hast gestern den ganzen Eimer Essen kaputt gemacht!" Rocco: "Du hast doch eine verschobene Wahrnehmung!" Ausgang offen. Der Kampf um die besten Futterplätze ist aber eröffnet.

Nach dem furiosen Start der Staffel am Freitag hielt das Camp auch am zweiten Tag das Tempo hoch. Dank Regens und eines offenbar mangelhaften Ernährungsmanagements (Dirk Bach: "Die einzige deutsche Show, in der nicht gekocht wird") ist die Stimmung unter den Dschungelpromis erfreulich gereizt.

Die zwei raufenden Rüden, eine dauerkeifende Leiß ("Jetzt werd' ich narrisch!"), eine leicht entzündliche Jazzy ("Ist mir scheißegal, wer hier der Chef ist") und ein Mentalist an der Grenze zum betreuten Wohnen ("Die Raben sind mit dir") – der Urwaldboden ist bereitet für noch höchst vergnügliche zwei Wochen. Der Lagerkoller und die massiven Ichauflösungen aufgrund von Hunger und Heimweh kommen ja erst noch.

Wonneproppen aus der Warenwelt

Welche Rolle Kim Gloss, der Wonneproppen aus der Warenwelt, bei dem Ganzen spielen wird, ist indes noch ungewiss. Die Chance, sich bei der Dschungelprüfung als "Kämpfernatur" (Selbstetikett) hervorzutun, verpasste sie schon mal. Obwohl ihr Vincent Raven sein "Amulett der Pforten" mit auf den Weg zum "Fahrstuhl der Hölle" gab (Bach: "Bisher dachte sie, ein Amulett sei ein Frühstück aus Eiern"), holte sie magere vier Sterne. In einem gefluteten Käfig unter Tage kam sie mit Kröten, Schlangen und Krokodilen in Berührung und schrie mindestens einmal zu viel "Ich kann das nicht!" oder "Ich hasse Wasser!". Die Parameter ihrer Performance: Rückzieher statt Selbstüberwindung, kontrollierte Angst statt hysterischem Heulkrampf. Die Hamburgerin verhielt sich wie ein normaler Mensch. Das muss besser werden.

Denn sonst wird es nichts mit der Weltkarriere und dem Wochenende in Malibu. Sonst bleibt sie auf der Rocco-Matratze kleben, auf der sie jetzt schon liegt – weil die so schön "groß und bequem" ist. Rocco, der Überaktive und Überehrgeizige, wird seine Hände nicht mehr lange stillhalten, schon allein der Kameras wegen. "Kim ist total süß", sagte er gestern. Ein Kompliment wie eine Drohung. Dann doch lieber Kängurueier essen.

Von Mark Stöhr
 
 
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