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17. Januar 2012, 01:10 Uhr

Camp-Revolte am Lagerfeuer

Jazzy schwächelt in der Dschungelprüfung, der Rabenflüsterer hat Schmachter und Ramona will am liebsten nach Haus. Business as usual also im Dschungelcamp? Nicht ganz: Als das Lagerfeuer ausgeht, proben die Insassen den Aufstand. Von Ingo Scheel

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Jazzy quält sich durch ihre Dschungelprüfung© RTL

Die Geschichte der Dschungelprüfung muss neu geschrieben werden. Zumindest jene des Daniel Lopes. Wir erinnern uns: Lopes war ins Labyrinth hinabgestiegen, dort auch vor einem zwar kleinen, dafür wirklich übelgelaunten Krokodil nicht zurückgewichen und hatte sieben Sterne für seine Mithäftlinge erkämpft. Am Tag drauf die Ernüchterung. Nichts war es mit Crocodile Dandee, die Lopeshymnen wurden vergeblich gesungen. Der alberne Alligator war harmloser als Schni-Schna-Schnappi, hatte die RTL-Redaktion mit ihm doch das getan, was das Dschungellager schon seit Tagen am liebsten mit Ramona Leiß veranstalten würde: Man hatte ihm das Maul mit einem Klebestreifen zusammengebunden.

Lecker Essen gab es zwar trotzdem, befriedet werden konnten die aufgebrochenen Krisenherde dennoch nicht, verlaufen die Fronten doch zumeist in den Köpfen der einzelnen Kandidaten. Dabei schien es, als hätte Ramona Leiß sich beim Einstellen ihrer Morgen-Medikation etwas mehr Mühe gegeben. Ihr täglicher Ausbruch, das unablässige Wiederholen von Sachverhalten hielt sich - nicht zuletzt Dank Jazzys Bitten, ja, Flehen, sie möge damit aufhören - in Grenzen. In einem lichten Moment bat sie schließlich die notorische Nielsen, sie um Gottes willen nicht zur Lagerkommandantin zu machen. "Ich habe nicht so lange seriös gearbeitet, um mich so zu verabschieden", resümierte Raging Ramona gewohnt kryptisch. Da hatte selbst Brigitte ein Einsehen und wählte Radost zur Rädelsführerin.

Fünf Zigaretten am Tag

Ramonas innerer Klaus Kinski brach sich dennoch kurz Bahn, wieder bekam Rocco einen überraschenden Konter zu spüren: "Ich altes Weib schlaf auf dem Boden und der junge Herr hat eine Matratze." Das Camp betrachtet derweil das Patientenblatt der 54-Jährigen weiter mit Sorgenfalten unter der Bandana. "Ihr Zustand ist kritisch", so Rocco Stark. Das Ziel hat La Leiß dennoch im Blick: "Ich möchte nach Hause fahren. Ich habe die Schnauze voll!"

Genau das hätte der Rabe auch gerne - und zwar voll mit Nikotin. Stattdessen gibt es nur fünf Dippen am Tag, viel zu wenig für Vincent Raven. Erst die rote "Tuntenhose", jetzt auch noch rationierte Glimmstengel. Da konnte Vinnie noch so sehr pendeln, für eine anständige Vision gehört nun einmal Rauch an den Kopf. Keine wirklich neue Erkenntnis. So lang man lebt, soll man rauchen. Überhaupt: Warum holen die Raben ihrem Vogelflüsterer nicht einfach eine gepflegte Big Box Aktive? Marlboro tecum sunt! Stattdessen stimmte der matte Mentalist in den Leiß'schen Kanon ein und kündigte seinen Abschied an: "Morgen oder übermorgen bin ich raus."

"Da ha ick keene Lust drauf"

Wer weiß, wer ihm dabei, außer den Raben, alles folgt? Zu einem weiteren Kriegsschauplatz wurde nämlich plötzlich das Lagerfeuer - das ging einfach aus, was die RTL-Macher auf den Plan rief, um eine neue Regel zu statuieren: Rund um die Uhr müssten zwei der Insassen ständig das Feuer bewachen. Ein kleiner Schritt für die Redaktion, ein großer Schritt für das Camp. Denn darauf hatte nun wirklich niemand Lust. Das brachte dann sogar den Freizeit-Narkoleptiker Kesici auf den Plan. Gleichsam Quiqueg, jenem über und über tätowierten Bootsmann aus Melvilles "Moby Dick", schien auch der Mann mit dem Kinnbart sich bis dahin in eine Art Nahtod-Trance versetzt zu haben, um so dem erwarteten Ende entgegenzudämmern - und jetzt das: wach bleiben? Die ganze Nacht? "Da ha ick keene Lust drauf, ick schrei gleich den Satz." Noch einer also, der kurz vor dem Absprung steht. Und sich dann doch erstmal wieder hinlegte.

Brigitte Nielsen dagegen entdeckte die Red Sonja in sich wieder und erteilte dem RTL-Team im Sprechzimmer, mit der halben Lagerbesatzung im Rücken, abschlägigen Bescheid. Feuerwache 24/7? "Das is too viel!" Erfolgreiches Ende der Dschungelrevolte. Nicht ganz am Ende dürfte das Geplänkel zwischen Ailton und Micaela sein, auch wenn der Brasilianer bekennt: "I muss aufpass, i hab Frau suhaus in Mexiko." Wie lange sich der einstige Torschützenkönig zusammenreißen kann, wenn die Schäfer weiterhin ihre Nippel durch die Laschen zieht oder ob er ein weiteres Mal für den Kick für den Augenblick in die Auslagen fasst - das verspricht ebenso viel Spannung wie die Besetzung für die nächste Dschungelprüfung. Nach Jazzys dürftiger Leistung im Kampf gegen Ratten, Schlangen und Fischabfälle ruhen die Hoffnungen des Camps nun ausgerechnet auf Vincent und Ramona, den Sollbruchstellen unter den elf Insassen.

Von Ingo Scheel
 
 
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