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21. Januar 2012, 08:15 Uhr

Doppelter Abgang im Dschungelcamp

Da gerieten Brigittes Dschungelprüfung und Jazzys Tränen fast in den Hintergrund: Erst verließ Martin Kesici freiwillig das Camp, dann wurde Daniel Lopes vom Publikum geschasst. Davon unberührt: Ramona Leiß. Die nervte und zeterte erneut, dass es nur so krachte. Von Ingo Scheel

Ich bin ein Star, holt mich hier raus, Dschungelcamp, Ailton, Zietlow, Bach, RTL, Micaela Schäfer, Dschungelcamp 2012

Künftig muss sich Daniel Lopes nicht mehr von Ramona Leiß maßregeln lassen: Er wurde von den Zuschauern aus dem Camp gewählt© RTL

Gestern der Rabe, heute die Ramona. Im Dschungelcamp wechselten sich beim Ringelpiez mit Anblaffen wieder die üblichen Verdächtigen ab und kamen ihrer Stellenbeschreibung nach. Nach dem überbordenden Ausraster von Vincent Raven - wir erinnern uns: "Der Gestank ist in meiner Seele" - war es heute wieder an Ramona "Zoff Hoff" Leiß, den db-Pegel am Lagerfeuer anzuheben. Dabei hatte das defekte Promi-Dinner so versöhnlich, ja, beinah mütterlich begonnen.

"Jetzt wird gegessen, es wird doch sonst kalt" - Worte voll zärtlicher Strenge aus dem pergamentenen Mund der Stammesältesten. Nur waren nicht sofort alle am Napf, um loszulöffeln. Und so kippte Ramonas Stimmungsbarometer in einer Nanosekunde unter Null. "Verfluchte Scheiße, provoziert mich nicht dauernd", röhrte sie, "das ist ein Kindergarten, den will ich beenden". Rocco daraufhin mit der Gelassenheit eines halben Ochsenknecht: "Dann gibt es aber auch keinen Pflegedienst mehr".

Geschulte Meisterin der Verdrängung

Bislang war Lageristin Leiß ja vornehmlich durch Kommandieren und anschließende Pritschen-Wellness aufgefallen, das stand den Mitbewohnern mittlerweile bis zur Halskrause. Das Fass war kurz vorm Überlaufen. Doch bis die stille Post schließlich bei der Betroffenen selbst ankam, fiel die Revolte um wie die Spielsteine am Domino Day: Jazzy hatte Radost geimpft, die sollte nun zu Ramona und leise Protest anmelden, Pustekuchen war es am Ende. "Ich möchte das bitte nicht. I mog nit. Wir haben schönes Wetter, das ist gut. Manche Dinge erledigen sich von selbst, die muss man einfach lassen", zeigte sich Ramona als geschulte Meisterin der Verdrängung.

Für Jazzy war das schließlich zu viel. Im Sprechzimmer stand die Ex-"Rapperin" kurz vorm Kollaps und heulte sich das letzte bisschen Flüssigkeit aus dem Leib: "Ich schäme mich hier zu sein", schluchzte sie. "Ich finde die Sendung gar nicht so Scheiße, aber ich weiß nicht, wie lang ich das noch kann." Schon beim Tête-à-Tête mit Radost hatte Jazzy ihre mentale Schrägläge beklagt. "Ramona lässt sich den Arsch hinterhertragen und macht selber nichts. Ich kann das nicht mehr. Ich glaub, ich brauch Pillen". Droht hier der nächste Holt-mich-raus-Ruf?

"Ick fühl mich hier wie ein Tiger im Käfig"

Das erste ernst gemeint S.O.S. hatte Martin Kesici in den australischen Himmel gerufen: "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!". Erst nahm es zunächst kaum einer wahr. Daniel war ja schließlich auch zurückgerudert. Beim Vier-Finger-Faultier lag die Situation jedoch anders, der einst gesearchte Star meinte, was er sagte. "Ick liebe meine Freiheit zu sehr", so seine verspätete Erkenntnis. "Ick fühl mich hier wie ein Tiger im Käfig. Ick muss raus!", berlinerte Kesici, der am Abend noch die Drogenbeichte abgelegt hatte und von einer Bewährungsstrafe für Kokainbesitz zu erzählen wusste. Seine Freundin Mandy hatte am Tage im "Punkt 12"-Interview auf RTL simplere Gründe parat. In Auckland, beim "Big Day Out"-Festival, spielt Martins Lieblingsband Soundgarden. Die, so mutmaßte die Rockerbraut, wolle er sich wohl nicht entgehen lassen.

Seine Mitbewohner nahmen es mehrheitlich entspannt auf. Ailton schien es überhaupt nicht zu realisieren, Brigitte nahm es so gelassen wie ihre Dschungelprüfung "Winterschlussverkauf" (fünf Sterne) und Vincent Raven ist mittlerweile eh alles egal. Der einzige, der es tatsächlich bedauerte, war Daniel Lopes. Der war, wie so oft, den Tränen nah. "Ich warte draußen auf Dich" tröstete Kesici den Camp-Kumpel. Lange wird er das nicht tun müssen, kurze Zeit später fällten die Zuschauer bereits ein erstes Telefon-Urteil. Die Untertitel dafür hatten augenscheinlich Ailton und Brigitte geschrieben: "Wer soll in Camp bleiben?" lautete die eingeblendete Frage mit den entsprechenden Telefonnummer.

Tja, und wer sollte denn nun im Camp bleiben? Brigitte vielleicht, nach eigener Aussage "eine gude Person"? Ailton, den man mittlerweile noch schlechter versteht als Arantxa Sanchez-Vicario? Der abgerockte Rabe, die rasende Ramona? Ja, ja und nochmals ja. Sie alle dürfen bleiben. Gehen musste schließlich Daniel Lopes. Der darf sich nach einem siebten Platz bei "DSDS" ab sofort auch einen zehnten Platz beim "Dschungelcamp" ins Stammbuch schreiben. Glückwunsch.

Von Ingo Scheel
 
 
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