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Messie Menderes und die Billigwürze am Herd

Gab es je Promis, die so lieblos füreinander gekocht haben? Bei Helena Fürst, David Ortega, Nathalie Volk und Menderes bleibt die Küche kalt.

Von Simone Deckner

Großes Wiedersehen der Dschungelcamp-Teilnehmer in der Spezialsausgabe des Promi-Dinners"

Großes Wiedersehen der Dschungelcamp-Teilnehmer in der Spezialsausgabe des Promi-Dinners"

Da brat mir einer einen Storch, Vox! Konntet ihr da nicht mal ein bisschen mehr Dampf machen? Zu gern hätte man an einem Ostersonntag, noch leicht Zeitumstellungs-verkatert, die krasseste Küchen-Konfro aller Zeiten gesehen: Thorsten "Kasalla" Legat gegen "die Furzfrau" Fürst. Wortwechsel so scharf wie die Messer, mit denen Steffen Henssler in seiner Küche heimlich auf Tim Mälzer-Poster zielt. Aber nein, diese einmalige Chance habt ihr euch durch die Topflappen gehen lassen.

Stattdessen wurden der Fürstin der Finsternis in Teil 2 des "Dschungel Spezials" drei Ex-Kollegen zum Fraß vorgeworfen, die bei Höllena nur für ein süffisantes "Is' mir egal"-Schulterzucken gesorgt haben dürften: Menderes alias Sir Samtpfötchen, aka Schwester Ich-S-Genug und David Ortega alias DJ Sprechverbot. Alles keine ernstzunehmenden Gegner für die Frau, die einst als "Kämpferin aus Leidenschaft" auf RTL marodierte und sich demnächst öffentlich als Sängerin am Ballermann verdingen will.

Messie Menderes

Den Anfang in der Kochrunde aber machte der amtierende Dschungelkönig. Kurz meinte man, versehentlich in eine Folge "Das Messie-Team" auf RTL 2 hineingeraten zu sein. Vor lauter Klimbim konnte man das schmale Männlein in seiner Einraumwohnung kaum orten. Sein Dinner schraubte Menderes auf unbenutzt wirkenden Kochplatten zusammen. Jede WG in Bitterfeld dürfte besser ausgestattet sein. Beim ungelenken Tomatenschneiden säbelte sich Menderes dann folgerichtig mit einem 2-Euro-Messer in den Finger.

"Ich bin lieber in Hotels als hier" entschuldigte er sich später gewohnt kleinlaut, während man vor dem Fernseher mehrfach "Ein Königreich für eine Putzfrau!" deklamierte. Nach einem Bananen-Smoothie (Nathalie: "Es hat komischerweise geschmeckt"), einer Packung passiv mitgerauchter Zigaretten von ("Ich rauche, seitdem ich 16,15 oder 14 bin, aber meine Lunge ist ganz rein") und einer versalzenen Vorspeise tischte Menderes sein Hauptgericht auf: Versalzene Bratkartoffeln mit Broccoli und Tomatenmark aus der Tube. Zum Runterspülen gab es Bananenbrei. Und mitleidige 21 Punkte. Never give up!

Billig-Gewürzmischung am Herd

Pennäler-Philosoph rührte sein spanisches Menü hingegen gleich in der Wohnung eines Freundes zusammen. Er sei "derzeit wohnungssuchend", erklärte er in einer kurzen Pause einer Dampfplauderei zum Thema Uhren und Männlichkeit. In einem weiteren Redeschwall pries er die unschlagbare Qualität einer No-Name-Gewürzmischung für Spaghetti (Preis: 60 Cent), deren Nutzung er auf Nachfragen selbstredend verschwieg.

Dass er zum Dessert seines "Essens für Dumme" (kein Scherz) Ananas mit Sojamilch, Beeren und Chia-Samen kredenzte, sorgte bei den anderen allerdings nicht für die erhofften Hipster-Punkte, was beim Gastgeber wiederum zu "total starken Kopfschmerzen" führte. Aber auch zu mehr Punkten als bei Menderes.

Nathalie wer?

Unerwartet lustig wurde es kurzzeitig, als die Ex-GNTM-Vierte Nathalie zuhause in Soltau mit ihrer Mama einkaufen ging. "Sind sie neu hier?", fragte eine Fleischereifachverkäuferin und scannte die selbstverliebte 19-Jährige kritisch, "ich habe Sie hier noch nie gesehen." Nathalie zog 2009 in die Kleinstadt. Damit es mit dem Weltruhm noch was wird, hat ihr Freund und Millionär Frank Otto (58) ihr aber schon mal eine Dokusoap bei einem Hamburger Lokalsender organisiert.

Während Mutti Volk in der Küche noch eifrig Rezepte soufflierte (es gab Ukrainisches), überraschte das Model in den Schnippelpausen mit unerwarteten Zukunftsplänen: "Vielleicht möchte ich auch studieren." Medienwissenschaften. Oder so. Kurz darauf kündigte sie ihren Gästen einen "Apparativ" an. Oder so.

Die Nase rümpfte das Model, als Helena ätzte, sie esse nichts, was Sojamilch enthalte -wie Volks veganes Tiramisu. Die quarzende : "Soja macht dumm und erzeugt Krebs!" Besser war da nur noch Nathalies Geschichte ihres Opas, eines berühmten Physikers: "Der hat die ersten Hunde auf den Mond geschickt".

Kasernenton am Esstisch

Zum Einkaufen geschickt hatte Helena Fürst den Mitarbeiter eines Supermarkt-Lieferservices. Und einen Freund des Hauses, "Botox-Boy" Florian Wess, mit dem sie auch schon beim Wiener Opernball ihre Runden gedreht hatte. Der lieferte frei Haus eine Sachertorte und bestach ansonsten durch Banalitäten wie "Ich kann auch Bücher lesen". Auf seinem Pullover prangte in falschem Englisch der Satz "Vegan do it better".

Hatte man sich während der Einspieler noch verwundert gefragt, ob Helena womöglich Kreide gefressen hatte, kläffte sie zuhause direkt das Kamerateam an: "In diese Zimmer kommt ihr nicht rein." Den Gästen erging es nicht besser: "Schuhe aus! Fresse halten!"

Das herrische "Fühlt euch wohl!" nahmen diese dann nicht mehr so ganz ernst. Ein ums andere Mal tauschten sie zudem die schlimme Plastik-Tischdeko der Gastgeberin gegen frische Blumen. Die Fürstin was not amused ("Hier bin ich der Chef!"), tischte aber trotzdem Nudeln mit Pilz-Sahnesoße auf. Ketchup-Fanboy David verweigerte sie hingegen strikt seine Droge - mit fadenscheiniger Begründung: "Gibt kein Ketchup. Hat meine Tochter aufgegessen."

Dauerquassler David gewann am Ende das Dschungel-Spezial. Doch es blieb ein schaler Nachgeschmack: So uninspiriert, so lieblos, so wurstig wie in dieser Runde wurde beim "Perfekten Promi-Dinner" wohl noch nie gekocht.

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