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Joey siegte auf dem letzten Meter

Der neue Dschungelkönig heißt Joey Heindle und das ist eine faustdicke Überraschung. Die von RTL veröffentlichten Votingzahlen zeigen: Olivia Jones lag die ganze Zeit in Front - bis zum Finale.

Von Björn Erichsen

Die Finalisten des Dschungelcamps 2013: Sieger Joey Heindle, Olivia Jones und Claudelle Deckert

Die Finalisten des Dschungelcamps 2013: Sieger Joey Heindle, Olivia Jones und Claudelle Deckert

Ihr stand die Enttäuschung ins bunt bepinselte Gesicht geschrieben, die Mundwinkel hingen auf Höhe ihrer Kunstbrüste: Olivia Jones hatte fest damit gerechnet, Königin des diesjährigen Dschungelcamps zu werden. Zu souverän hatte sich die 2,07-Meter-Transe von der Reeperbahn im Camp ausgebreitet, spielte Campmutti und Seelentrösterin und lästerte um einiges eleganter als alle anderen. Bei Berichterstattern und vielen Zuschauern galt Olivia als haushohe Favoritin. Und sie wäre wohl auch mit der Dschungelkrone heimgekehrt – hätte nicht ein unbedarfter junger Mann mit offenem Mund eine bemerkenswerte Aufholjagd hingelegt. Am Ende siegte der Mann names Joey mit etwas mehr als 53 Prozent der Stimmen.

Dabei lag Olivia auch in der Gunst der Anrufer fast die gesamte Staffel über vorn. Am vorvergangenen Freitag, als die Zuschauer erstmals darüber abstimmen durften, welcher Teilnehmer das Camp verlassen müsse, siegte sie mit fast 39 Prozent und weitem Abstand. Auch zwei Tage später, als nur noch neun Dschungelcamper am Lagerfeuer saßen, dominierte Olivia die Abstimmung (42 Prozent). Zum Vergleich: Gehen musste an diesem Abend Kaufhauserpresser Arno alias Dagobert, der gerade einmal 3,5 Prozent der Stimmen ergattern konnte.

Voller Einsatz, völlig unbedarft

Dass Joey es am Ende auf den Thron schaffte, ist deshalb eine faustdicke Überraschung. Der Fünftplatzierte einer "Deutschland sucht den Superstar"-Staffel war bis zum Dschungelcamp nur wenigen außerhalb des RTL-Universums bekannt. Bei den Abstimmungen der zweiten Woche belegte der 19-Jährige meist den zweiten Platz hinter Olivia. Mit zwei Ausnahmen: Einmal, am vergangenen Mittwoch, musste er sich Magermodel Fiona geschlagen geben (20,73 % vs. 16,73 %). Das zweite Mal war dann schon das Finale, wo er erstmals Olivia überflügelte.

Über die Gründe lässt sich nur spekulieren: War es sein voller Einsatz bei den Dschungelprüfungen, wo er schon mal ex und hopp einen Becher Schweinesperma hinunterstürzte? Hat er beim Fernsehpublikum Beschützerinstinkte geweckt, weil er oft so unbeholfen wirkte und immer ein bisschen langsamer dachte als die anderen? Oder profitierte Joey einfach nur stärker als von den Fans der ausgeschiedenen Kandidaten? Einen richtig großen Satz im Ranking machte Joey beispielsweise am Tag, nachdem sein Buddy Patrick Nuo herausgewählt wurde.

Sieben auf einen Streich

Die übrigen Kandidaten fallen in Sachen Publikumsgunst unter ferner liefen. Silva etwa, der im hohen Bogen als erster aus dem Camp flog, bekam bei der Abstimmung kaum mehr als ein Prozent der Stimmen. Auch bei Klaus Baumgarts Abgang am Tag danach sah es nicht besser aus (1,44 %). Und Allegra Curtis und Iris Klein gelang es im gesamten Verlauf der Show nicht einmal, mehr als zehn Prozent der Stimmen zu erreichen. Etwas besser schnitten da Finalteilnehmerin Claudelle Deckert mit Werten zwischen 10 und 15 Prozent ab sowie die beiden Zickenkriegerinnen Fiona und Georgina.

Apropos Georgina: Die "Bachelor-Torte" hat ja bekanntermaßen im diesjährigen Dschungelcamp den Rekord von Sarah "Dingens" Knappik gebrochen und wurde bei sieben möglichen Anläufen sieben Mal vom Publikum für die nominiert. Dass sich die verhaltensauffällige 22-Jährige diesen zweifelhaften Bestwert selbst eingeschenkt hat, zeigen die Anruferzahlen zu Beginn: Wurde sie am allerersten Tag im Camp mit gerade einmal 24 Prozent der Anrufe nominiert, so waren es tags darauf, also nachdem die Zuschauer sie bei einer Prüfung erleben konnten, schon fast 45 Prozent.

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