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18. Mai 2008, 15:40 Uhr
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Ein Hartz-IV-Empfänger weniger

Rufen Sie bitte nicht mehr an! Die fünfte Staffel des TV-Gesangwettbewerbs "Deutschland sucht den Superstar" ist vorbei. Der Sieger heißt Thomas Godoj: 62 Prozent der Anrufer stimmten für den 30-jährigen Möchtegern-Rocker. Ein "schwitziges Hinterteil" hatte während der Show lediglich Marc Medlock. Von Sylvie-Sophie Schindler

Thomas Godoj (r.) jubelt über seinen Triumph, Fady (l.) schaut leicht bedröppelt© Rolf Vennenbernd/EPA/

Was noch mal ausdrücklich gesagt werden muss, denn es besteht der Verdacht, dass die Einschlafquote bei der gestrigen Sendung besonders hoch gewesen ist. Dagegen ist die öffentlich-rechtliche Show "Wetten, dass..?", neuerdings mit XXL-Gähn-Faktor, ein regelrechter Action-Thriller.

Nur das Publikum im Fernsehstudio geriet mal wieder außer Rand und Band. Ein Gekreische, da würden selbst die Rolling Stones vor Neid erblassen. Es kann nur vermutet werden, warum. Entweder die Zuschauer wurden literweise mit Energydrinks abgefüllt oder man hat ihnen, wenn sie denn nicht laut genug brüllen, damit gedroht, eine Woche lang exklusiv von Dieter Bohlen zur Sau gemacht zu werden.

Andererseits, man weiß ja kaum, was sich in Deutschlands Wohnzimmern abspielte, während DSDS in die letzte Runde ging. Haben sich Ehemänner von ihren Frauen losgesagt, weil die plötzlich ankündigten, sie wollten ein Kind von Thomas Godoj? Haben sich beste Freundinnen zerstritten, weil die eine dem Konkurrenten Fady Maalouf die Daumen drückte und die andere nicht? Gab es großen Knatsch, weil einer aus der Clique behauptete, die Kandidaten könnten überhaupt nicht singen?

So viel böses Blut, das vielleicht vor den Bildschirmen vergossen wurde, vor den Kameras hingegen hatte man sich so lieb wie nie zuvor. Keine fiesen Sprüche von der Jury, warum denn auch, die Jungs hatten es ins Finale geschafft, wer bitteschön sollte denn da noch meckern. Der einzige originelle Spruch kam, wen wundert's, von Dieter Bohlen, der Fady Maaloufs Interpretation von "Careless Whisper" so kommentierte: "Wenn ich als kleiner Junge im Winter in die Hose gepinkelt hatte, hatte ich ein wunderbar warmes Gefühl. So ein Gefühl habe ich auch, wenn du singst." Was übrigens ein Kompliment sein soll.

Traumhafte Wortbeiträge

Nicht nur für die zwei Sängerknaben ging es um die Wurst. Marco Schreyl hätte natürlich alle Register ziehen können, um noch zu zeigen, dass er als Moderator etwas auf dem Kasten hat. Aber er schien fest davon überzeugt zu sein, dass der durchschnittliche Fernsehzuschauer ein extrem schlechtes Gedächtnis hat. Also wiederholte er alles, was er sagte, sprach immer wieder und wieder davon, dass man anrufen solle, dass es sehr spannend sei und dass sich für die Kandidaten ein großer Traum erfüllen würde. Und Fady und Thomas antworteten, ja, ihr großer Traum würde in Erfüllung gehen. So weit im Wesentlichen die Wortbeiträge.

Aber gut, Deutschland sucht einen Superstar, und rhetorische Qualifikationen sind keine vorrangige Bedingung. Ob man unbedingt gut singen muss, um sich den Sieg zu sichern, auch darüber gibt es geteilte Meinungen. Am besten, man nimmt die Veranstaltung nicht allzu ernst, drückt mindestens ein Auge zu, hey, das ist Entertainment, und dann fällt es gar nicht so schwer, den Kandidaten jovial auf die Schulter zu klopfen und zu sagen: "Gut gemacht, Jungs."

Fady strengte sich ernsthaft an mit seinem treuen Bernhardiner-Blick und seiner Schmalz-Stimme, auch bei " She's like the Wind" und "Blessed", einem eigens für ihn komponierten Song. Und Thomas schüttelte nicht nur rekordverdächtig Hände, sondern wenn er Gas gab, und er gab mächtig Gas, dann war es vorbei mit dem Dornröschenschlaf. Die Hits "Fairytale gone Bad" und "Chasing Cars" schienen ihm wie auf den Leib geschrieben. Anders hingegen der Song "Love is you", der zwar eigens für ihn produziert wurde, aber ihm genauso gut stand wie Dieter Bohlen sein Glitter-Flitter-Anzug.

Am 23. Mai kommt Thomas Godoj trotzdem mit diesem Titel auf den Markt - und wird sicher von seiner großen Fangemeinde ganz nach oben katapultiert. Was wiederum DSDS-Vorjahressieger Marc Medlock ärgern dürfte, der, wie er sagte, mit "schwitzigem Arsch" im Publikum hockte und seinen Nachfolgern die Daumen drückte. Gerade eben schubste Medlock noch mit seinem Hit "Summer Love" Pop-Queen Madonna vom Thron, bald wird es ihm wohl ebenso ergehen. Ein ausgesprochen schlechtes Timing.

Ein Hartz-IV-Empfänger weniger

Dass Thomas gewinnen würde, stand für die Jury bereits um 21.16 Uhr fest, knapp drei Stunden bevor Doktor Fleischhauer an Marco Schreyl den Umschlag mit dem Gewinnernamen überreichte. Dieter Bohlen prognostizierte: "Mach dich schon mal mit dem Gedanken vertraut, dass du das Ding heute gewinnst." Mit dem Sieg von Thomas Godoj hat Deutschland nun einen Hartz-IV-Empfänger weniger. Zwei Jahre lang arbeitslos und nun umjubelt und gefeiert. Demnächst wird er sich sogar in das Goldene Buch seiner Heimatstadt eintragen. Was gibt es Schöneres? Deutschland, ein Casting-Märchen.

Gefühls-Folter

Keine Angst um Fady - der findet sicher Trost in den Armen seines Mannes. Ex-Kandidatin Linda, die auch im Publikum saß und während der ganzen Sendung ein Gesicht zog, als hätte sie einen Teller Känguruhoden gegessen, wird die Sache sicher auch verschmerzen. Überhaupt, man nehme es mit Humor. Bestes Vorbild sind in dieser Hinsicht die "DSDS Allstars". Eine Truppe aus schrägen Typen, die beim Casting gnadenlos durchgefallen waren und im Finale dennoch ihren großen Auftritt hatten, mit einer extrem eigenwilligen Interpretation von "We are the Champions". Schräge Stimmen, die für die einzigen Lacher der sonst humorfreien Veranstaltung sorgten.

Einer schlug sich mit einer Okulele ständig gegen den Schädel, ein anderer legte einen Strip hin, eine Hausfrau tat so, als sei sie Marilyn Monroe und Dauerkandidat Menderes, der bei der Jury auch beim fünften Versuch keine Gnade gefunden hatte, war natürlich auch mit dabei. Pünktlich zum DSDS-Finale stellte Mister Fistelstimme übrigens den Video-Clip zu seiner Debüt-Single "unbeatable" ins Internet. - Sage noch einer, man brauche Casting-Shows.

Von Sylvie-Sophie Schindler
KOMMENTARE (10 von 27)
 
astrid47 (19.05.2008, 21:42 Uhr)
Journalisten
Dieser Artikel ist zunächst mal ohne besondere sprachliche Stilmittel, äußerst langweilig und ohne jeden Tiefgang und Humor geschrieben. In einer Castingshow würde dieser Journalist wahrscheinlich nicht die Top 10 erreichen.
Man hat das Gefühl hier wurde ein Artikel lieblos in fünf Minuten, vielleicht auf dem Weg zur Kantine, zusamengeschrieben.
Mit Sicherheit kann man sich über das Format der Sendung unterhalten, mit Sicherheit bietet RTL selten Bildungsfernsehen.
Aber hier wurde der Zuschauer unterhalten. Er konnte zwei Rivalen beobachten, die über hervorragende (Thomas Godoj) bzw. gute (Fady Maalouf) Stimmen verfügen. Diese beiden Männer haben etwas vorgemacht, was dem Journalismus leider oft abhanden kommt: Fairness im Umgang miteindander!
Aber auch das ist dem Verfasser natürlich nicht aufgefallen, wahrscheinlich war der Artikel schon längst fertig, die Sendung gesehen haben kann er nicht.
Der Schreiberling macht sich keine Mühe sich mit dem Gesangstalent der Sänger auseinanderzusetzen. Selbst ein Musikprofessor hat Thomas Godoj eine herausragende Stimme bescheinigt; zudem kann er die Massen begeistern. Sein Gesang berührt viele Menschen tief in der Seele.
In Deutschland ist es jedoch üblich klein zu denken, niederzureden! Immer wieder traurig.
Ich bedanke mich bei den beiden Kandidaten für wunderschöne, live! gesungene Lieder und wünsche ihnen viel Erfolg auf ihrem weiteren Weg.
Und mögen ihnen möglichst wenige Journalisten vom Format(?) des Verfassers dieses dümmlichen, oberflächlichen Artikels begegnen.
Der Artikel ist die Zeit nicht wert, die man verschwendet, um ihn zu lesen.
Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Nicht immer ganz einfach!
Felsen2000 (19.05.2008, 16:52 Uhr)
Frechheit
Mal abgesehen davon, dass der Autor dieses Artikels in frecher Weise Millionen Menschen beleidigt, nur weil sie einen anderen Geschmack haben, als er selbst. Mal abgesehen davon, dass im vorübergehen noch ein paar frauenfeindliche und homophobe Sprüche losgelassen werden. Mal abgesehen davon, dass der Autor offenbar bei Broder abschreibt und selbst nix originells zusammenbringt.
Von all diesen Punkten mal abgesehen: DSDS und Thomas Godoj in einen Topf zu schmeissen, zeugt nicht nur von Ahnugslosigkeit, sondern auch von mangelnder Aufmerksamkeit. Und das kann man einem Redakteur nicht mehr verzeihen.
Offenbar wollte der Autor einen persönlichen Frust von der Seele schreiben. Dafür sind aber Seelenklempner da; muss er die mediale Welt auch noch damit belästigen?
Frank
laketahoe (19.05.2008, 10:01 Uhr)
Respektlos und schlichtweg falsch
Wie es den Anschein hat, fällt es neben vielen anderen Kritikern dieser Castingshow auch der Autorin schwer, zwischen den unterirdischen Leistungen der etablierten Showgrößen wie Bohlen, den RTL Verantwortlichen und M. Schreyl, und denen der durchaus sehr begabten Kandidaten zu unterscheiden.
Auf mich wirkt das respektlos und ansonsten qualvoll originell geschrieben. Am schlimmsten ist der indirekte Beifall für Gottschalk und Wetten Dass....
In dieser Staffel von DSDS, aber auch in den vorangegangenen Staffeln gab es immer wieder vereinzelte Talente, die mit Managements, Songschreibern und Coachings auf internationalem Niveau, das es in Deutschland schlichtweg nicht gibt, zu sehr guten Sängern, Musikern, Künstlern weiterentwickelt werden könnten.
Das primitive Niveau, auf dem die Musikwirtschaft hierzulande agiert, kann man den jungen Leuten wohl kaum zum Vorwurf machen.
___Milkyway___ (19.05.2008, 05:57 Uhr)
Erfolg bei DSDS und was kommt dann....
Alexander Klaws spielt beim Musical Tanz der Vampire, Judith Lefeber wurde schon zum Musical Aida geholt, bevor die Staffel Nr. 1 vorbei war, Nevio, obwohl nur drittplazierter, vertreten in den Charts, das Kübelböck singt mittlerweile Jazz und das ohne Stimme von Kermit, Mark Medlock hat eine Dauerkarte in den Charts, Christina Stürmer war nur zweitplazierte , ist mittlerweile auch ein Name, aber wer hat in Österreich eigentlich gewonnen??? Gracia hat es immerhin zur Grand Prix Vorentscheidung gebracht. No Angles sind beim Grand Prix, Tobias Regner soll auch noch touren mit seiner "eigenen" Band, ja, und Elli.....die macht auch noch Musik.....
senf-dazu-geben (19.05.2008, 00:15 Uhr)
Kinderschänder Dieter Bohlen?
Machen wir uns nix vor: gefragt sind bei solchen Glitzerschauen keine Künstler, sondern Sound-Alikes, also solche, die als "die deutsche Antwort auf ..." durchgehen (sollen). Immer derselbe Schmalz, immer dieselben am amerikanischen und infolge dessen auch deutschen Massenmarkt orientierten, künstlich-inbrünstig hervor gebrachten Ohrenvergewaltigungsschmonzetten. Aber was soll's? Der Teenager steht drauf. Muss er/ sie auch. Denn sonst gibt's zur Strafe Klassenkeile von der Gangbanggang auf dem Nachhauseweg oder das zwangsweise Auftragen der Sonderangebote vom New Yorker aus dem vorletzten Jahr.
Xyr2 (19.05.2008, 00:12 Uhr)
guter artikel!
DSDS ist volks-verdummung!
Luki (18.05.2008, 23:20 Uhr)
Was für ein dümmlicher Artikel!
So einen zynischen Artikel eines gefrusteten Wochenend-Hilfsreporters hätte jeder Hauptschüler in der Schülerzeitung besser hinbekommen!
Zugegeben Schreyl hat genervt, aber die Leitung der Akteure war erstklassig und der Unterhaltungswert deutlich besser als "XXL-Gähn Wetten-dass".
Thomas Godoj und Fady Malouff haben in den letzten Wochen eine großartige Leistung geboten, das sollte man schon respektieren, auch wenn man mit dem Format wenig anfangen kann.
Thomas Godoj hat den Sieg verdient, er hat eine einzigartige Stimme, die mit amerikanischen Alternative-Rockstars problemlos mithalten kann und er ist ein starker Typ, ebenso wie Medlock auf seine Art und Weise.
Das Niveau des Stern, das dieser ständig weiter absenkt, ist schon traurig...
Schattenmund (18.05.2008, 22:00 Uhr)
Sarkastische Häme kann jeder...
....Depp.
Warum nicht anerkennen das dieses Format Erfolg hat und halt schlicht nur der Unterhaltung dient?
Die beiden Sänger Fadi und Thomas haben hervorragende Stimmen und beiden gönne ich für die Zukunft jeden Erfolg.
Da gehts um Kommerz, ja klar, ja und? Gehts doch beim Stern auch.
Den ich übrigens in vielen Artikeln schätze. Aber auf solche pseudointelektuelle Häme kann ich gern verzichten.
Ich schaue übrigens sowohl Arte als auch Sendungen wie DSDS, Germanys Topmodel etc. ;-).
Bumpinger (18.05.2008, 21:52 Uhr)
Juhu ! Godoj entlastet den Steuerzahler !
Weil wir jetzt für ihn nicht mehr Hartz IV zahlen müssen. Find ich gut. Es sollte jeden Tag eine Castingshow mit einem Gewinner geben, dann würden sich die Hartz IV Leute bald halbieren.
topolina (18.05.2008, 21:42 Uhr)
@bumpinger
"Ernstzunehmende Musiker schreiben ihre Songs selbst, haben einen ganz anderen Bezug zur Musik. Godoj fehlt jegliche Tiefe." 1)Ich habe noch nie gehört das Elvis Presley oder Frank Sinatra keine "ernstzunehmenden" *gähn* Musiker gewesen wären. Auch habe ich noch nie gehört das einer von den beiden jemals auch nur einen seiner Songs selber geschrieben hätte.
Abgesehen davon hat 2) Godoy als Bandmusiker schon massenhaft Songs selber geschrieben, die wollte - bis jetzt - nur keiner hören. Mit DSDS hat er sich immerhin Popularität verschafft.
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