Brummbär Marvin Cybulski hat sich endlich mal bewegt. Geholfen hat's ihm nicht. Adieu, Marvin hieß es bei der DSDS-Mottoshow "Après-Ski-Hits". Außerdem: Dieter Bohlen packte die Wut über den Zickenkrieg. Er moserte, er stänkerte. Und Nina hatte erneut einen Nervenzusammenbruch. Von Sylvie-Sophie Schindler

Und tschüß: Marvin Cybulski ist raus© RTL / Stefan Gregorowius
Dass das mal klar ist: Deutschland sucht nicht die Super-Putze. Diese Erkenntnis stammt von Anna-Carina Woitschack - die engelsblonde Kandidatin, die es in der Superstar-Villa mit der Ordnung nicht ganz so genau nimmt wie beispielsweise ihre erklärte Busen-Feindin, die Teenie-Walküre Nina Richel. Die wiederum formuliert eine Regel, an der sie so eisern festhält als stamme sie aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch: "Lebensmittel gehören nicht ins Badezimmer."
Dazu ist zu sagen: Ja, es stimmt, Deutschland ist kein Land, das - im Moment zumindest - eine Super-Reinigungskraft sucht. Deutschland sucht, warum auch immer, einen Superstar. Und das seit Jahren schon. Im Grunde versteht keiner, warum Deutschland das eigentlich macht. Und was es sich davon verspricht. Doch die Kursrichtung ist klar. Daran gibt es nichts zu rütteln. Trotzdem, Brummbär-Kandidat Marvin Cybulski hat es möglicherweise nicht kapiert. Am Samstagabend, bei einer weiteren Runde der RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS), muss er sich wohl gedacht haben: "Deutschland sucht den Super-Streber." Denn wie sonst ist zu erklären, dass er sich plötzlich an die DSDS-Regeln hielt? Oder sagen wir: Er versuchte es, so gut er eben konnte.
Und das war vielleicht ein Fehler. Denn: Marvin ist raus. So wollten es die Zuschauer, die per Telefon ihre Stimme abgegeben hatten. Eigentlich hatte der 30-Jährige seine ganz eigene Strategie. Die da lautete: hinstellen - und singen. Nicht mehr, nicht weniger. Das hatte, trotz Super-Stimme, bisweilen den Charme einer Blechtonne. Doch: keine Performance, kein Bühnen-Outfit - das muss man auch erstmal können. Aber gestern plötzlich, weiß Gott, was in ihn gefahren ist, schien er bei seiner Interpretation von Klaus Lages "1001 Nacht" aus der Leichenstarre zu erwachen. Marvin trug Lederjacke. Marvin lächelte. Marvin hob den Arm. Juror Patrick Nuo wusste gar nicht wohin mit seiner Begeisterung. "Das war ganz großes Kino", jubelte er. Auch Jury-Kollegin Fernanda Brandao schwärmte: "Du hast deinen Arm gehoben." Dieter Bohlen hingegen kühlte wieder runter. Der Chef-Nörgler war nicht überzeugt. Sein Tipp: "Nimm dir ein Beispiel an Johannes Heesters." Im Gegensatz zu Marvin ginge der 107-Jährige auf der Bühne "ab wie ein Zäpfchen".
Das Motto der Show lautete diesmal: Après-Ski-Hits. Vielleicht hätte man lieber Glühwein kippen sollen, denn besonders spektakulär waren die Auftritte nicht. Größter Gähn-Faktor allerdings war Moderator Marco Schreyl. Und leider: Das ist er immer. Man fragt sich wirklich, wo RTL diesen Super-Langweiler ausgegraben hat. Seine Gags funktionieren mindestens so gut wie ein kaputtes Handy. Und was er sonst so daherredet - ach, vergessen wir's. Wie hoch sein Beliebtheitsgrad ist, zeigt sich unter anderem auch in einer seiner zig Anbieder-Attentate, diesmal auf den Österreicher Marco Angelini, der mit dem "Fliegerlied" und in Jeans-Latzhose und Wollmütze ins Rennen ging. Dessen Fans nämlich hatten x Plakate gemalt, unter anderem mit "Marco, unser Held". Moderator Marco zu Kandidat Marco: "Gibst du mir zwei oder drei Plakate ab? Die hänge ich mir dann übers Bett."