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Heilsbringer Heino - kann er die Castingshow retten?

Seit Jahren sinken die Quoten von "DSDS", doch RTL hält stur an der Castingshow fest. Nun wird ein 76-Jähriger zum neuen Heilsbringer: Schlagersänger Heino soll es richten. Kann das gutgehen?

Von Carsten Heidböhmer

  Für die "Bild"-Zeitung ist er ein Volkssänger, für RTL der Retter in der Not: Heino gehört der neuen "DSDS"-Jury an

Für die "Bild"-Zeitung ist er ein Volkssänger, für RTL der Retter in der Not: Heino gehört der neuen "DSDS"-Jury an

Die Not war groß: Weil die Zuschauer in Scharen davonliefen, mussten die Macher von "Deutschland sucht den Superstar" reagieren. Jetzt werde "kein Stein auf dem anderen bleiben", kündigte Poptitan Dieter Bohlen an. Und RTL-Unterhaltungschef Tom Sänger ergänzte, man werde die neue Staffel des Erfolgsformats "sehr, sehr deutlich verändern". War das der Moment, als Heino zum Retter der kränkelnden Show geholt wurde?

Weit gefehlt. Gefallen sind diese Worte bereits im April 2012. Gerade war die neunte Staffel der Castingshow zuende gegangen - mit der zweitschlechtesten Quote aller Staffeln. Für die neue, zehnte Ausgabe, sollte alles besser werden. Also wurden die Juroren Natalie Horler und Bruce Darnell geschasst und die Tokio-Hotel-Mitglieder Bill und Tom Kaulitz geholt. Doch die waren wider Erwarten auch keine Heilsbringer. Von den 15 Millionen Zuschauer, die das Finale der ersten Staffel 2003 sehen wollten, waren 2013 im Schnitt keine vier Millionen Zuschauer übrig geblieben.

Ein 76-Jähriger ist das letzte Aufgebot

Und Bohlen reagierte wieder mit markigen Sprüchen: "Wir müssen jetzt nur handeln. Basta." Seine Idee: "DSDS" solle künftig ausschließlich auf deutsche Töne setzen und Schlagermusik in die Sendung holen. Herzschmerz und Heimattümelei gegen den Quotenschwund. So saß im nächsten Jahr Schlagersängerin Marianne Rosenberg in der Jury. Doch was sich in der Theorie gut anhörte, verfing nicht beim Publikum: Das Finale der elften Staffel war mit nur noch 3,80 Millionen Zuschauern das schwächste aller Zeiten.

Nun soll es also Heino richten. Ein 76-Jähriger ist das letzte Aufgebot der erschlafften Castingshow. Kann er die Sendung wirklich im Alleingang retten? Wahrscheinlicher ist, dass Heino im kommenden Jahr einem neuen Retter Platz machen muss - das kränkelnde Konzept rettet man nicht durch den willkürlichen Austausch von Juroren.

Wäre es da nicht konsequenter, das Format gleich zu beerdigen? Doch das wird so schnell nicht passieren. Denn trotz der seit Jahren anhaltenden Quotenmisere liegt die Sendung in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen noch immer über dem Senderschnitt. Und solange das so ist, wird RTL die Zitrone weiter auspressen - und wenn dazu betagte Schlagersänger als Heilsbringer aufgebauscht werden.

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