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28. März 2008, 13:20 Uhr

Frau Presley und mein Cockpitspray

Angesichts eigener Schönheitsmakel versteht stern.de-Kolumnist Till Hoheneder nur allzu gut, warum sich Priscilla Presley das Gesicht mit Schmiermittel aufspritzen ließ. Es gibt sehr gute Gründe, warum das Cockpitspray bei ihm nicht neben dem Spiegel steht.

Ganz schön angeschmiert glänzt Priscilla Presley zwischen Riley Keough (l.) und Tochter Lisa Presley (r.)© K. Mazur/Getty Images

Leute, mal ganz ehrlich! Natürlich habe ich auch geschmunzelt - da rennt Frau Presley zum Schicki-Doktor, damit der aus ihren schlappen Bulldoggen-Bäckchen wieder ein straffes Bussi-Gesicht macht und was passiert? Der High Society Doc Serrano ist wahrscheinlich ein Hochstapler und sein "Geheimrezept" in der Spritze war nichts anderes als ein Autoschmiermittel! Na prima, küsst sich doch wie geschmiert! Wer den Schaden hat...

Aber: Wer auf dem Glastopf sitzt, sollte keine Steine scheißen! Ich sehe selber mit Anfang 40 aus wie Ende 50, aber das schon seit 15 Jahren: Mit 30 kam der Haarausfall und die biologische Umfärbung meiner kümmerlichen Resthaare von bastardbraun in ein schickes friedhofsblond! Wenn ich mir die grauen Haare auf 2 mm runterschere, was dann wie eine fleischfarbene Badekappe aussieht, sehe ich zwar meiner Meinung nach zwei Jahre jünger aus (wie 41!), aber meine Frau sagt nur: Egal, ich hatte schon immer eine Schwäche für alte Männer! So spricht eine charmante, 38 Jahre alte Mulattenschönheit, deren Kakaobutter-Teint gerade mal nach straffen 25 Jahren aussieht!

Warum ich das erzähle? Weil ich Verständnis habe für die Promis wie Priscilla Presley, die sich tackern, liften, bügeln und aufspritzen lassen! Eine prächtige Villa lässt man ja auch nicht verfallen, Oldtimer werden aufwändig restauriert und selbst die kleinste Macke im schangeligen Vertreter-Passat wird vom Lackdoktor ausgebeult! Heutzutage wir doch alles gepimpt! Natürlich ist Michael Jacksons Patchwork-Pfanne das schlimmste Beispiel für Pfusch am Bau! Wenn Jacko sich noch mal liften läst, dann kann er durch die Nase furzen, soviel ist klar!

Sicher ist es kein schöner Gedanke, dass man Frauen wie Cher oder Farah Fawcett nach ihrem Ableben im Gelben Sack entsorgen muss! Aber auch "Männer" wie Ochse Uwenknecht und Sly Stallone sind kein Vorbild für dezentes Gesichts-Tuning! Aber trotzdem: Ein bisschen Botox gegen die Krähenfüße und die Canyons im Gesicht, das ist doch wirklich kein Verbrechen und auch für mich eine Überlegung wert: Neulich bin ich in einen angesagten Club gegangen, um meine optische Wirkung auf Frauen mal zu testen.

Schon am Eingang sagt der Türsteher: Tach, Herr Lauterbach, mit Turnschuhen kommen sie hier nicht rein! Nachdem wir den Irrtum geklärt hatten, ging ich rein und bekam einen Schock: Das reinste Embryoschubsen, ich kam mir vor wie in einer Kinderdisco! Ich habe dann eine ältere Frau um die 20 gefragt, was sie trinken möchte? Die Antwort war eindeutig: Gib mir lieber das Geld! Wieso baggerst Du mich überhaupt an, Opi? Wir zwei stehen nicht mal auf der gleichen Artenliste! Nach sechs Küstennebel-Caipis bin ich nudeldick und frustriert nach Hause getaumelt. Im Neonlicht des Badezimmerspiegels sah ich aus wie eine alte Tüte Pansen und ich schwöre: Gut, dass ich die Heißklebepistole, den Tacker und das Cockpitspray nicht gefunden habe....wer weiß was ich meinem Gesicht angetan hätte! Bis die Tage!

E-Mail von Till

E-Mail von Till Till Hoheneder (früher Mitglied des Duos "Till & Obel") ist rotzfrech, charmant, gnadenlos geradeaus, immer cremig. Seine Karriere begann Hoheneder (41) als Musiker. Mit der Rockgruppe "Till & Die Altobellis" absolviert er regelmäßig Auftritte mit Comedy-Einlagen. Im Sommer 2007 begleitete die Band Atze Schröder auf seiner "Atze im Wunderland"-Open-Air-Tour. Derzeit ist der Comedian und Autor mit seinem neuen Solo-Programm "Herrencreme" auf Tournee. Termine gibt es unter www.tillhoheneder.de

 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
guinness.1 (29.03.2008, 17:41 Uhr)
Ach du Schreck.....
...Till Eulenspiegel hat eine Katalog-Frau zuhause.
Jetzt wird vieles klarer.
brustoderkeule (28.03.2008, 18:28 Uhr)
Die Axt im Hause...
...ersetzt halt nicht den Hobbychirurg! Ansonsten: Sehr amüsant, Herr Lauterbach! Liebe Grüße, Dein Uwe O.
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