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21. Januar 2010, 11:10 Uhr

Dieter schlägt Dieter

Sechs Millionen Euro machte die ARD für Dieter Wedels TV-Zweiteiler "Gier" locker. Doch die erste Folge musste sich im Quotenrennen gestern mit dem zweiten Platz begnügen. Eindeutiger Tagessieger wurde Dieter Bohlens "DSDS". Besonders deutlich sind die Zahlen in der jungen Zielgruppe. Von Carsten Heidböhmer

Dieter Wedel, Gier, DSDS, Dieter Bohlen, Quoten

Im Duell der Dieters hatte Bohlen gegen Wedel klar die Nase vorn© AP/DDP

Die Zeiten, da Dieter Wedel mit seinen TV-Mehrteilern das deutsche Fernsehen nach Belieben beherrscht, scheinen vorbei: Zwar schalteten gestern Abend den ersten Teil seines Zweiteilers "Gier" immerhin 5,75 Millionen Zuschauer ein und verschafften der ARD damit überdurchschnittliche Quoten von 16,7 Prozent. Auf den ersten Platz schaffte es die mit einem Rekordbudget von sechs Millionen Euro ausgestattete Produktion damit aber nicht. Dieter Wedel ist entthront - seinen Platz nimmt ausgerechnet Trash-Titan Dieter Bohlen ein. Seine Sendung "Deutschland sucht den Superstar" schalteten 7,34 Millionen Zuschauer ein - das entspricht einem Marktanteil von 21,2 Prozent beim Gesamtpublikum.

Besonders aufschlussreich sind die Zahlen, wenn man sich die Verteilung auf die Altersgruppen ansieht: "DSDS" erreichte in der sogenannten werberelevanten Zielgruppe zwischen 14 und 49 Jahren einen sensationellen Marktanteil von 33,9 Prozent, das sind in absoluten Zahlen 4,88 Millionen Zuschauer. Den Wedel-Film wollten dagegen nur 7,3 Prozent der jüngeren Zuschauer sehen - damit erreicht Dieter Bohlen in dieser Zielgruppe knapp fünf Mal so viele Menschen wie sein Namensvetter Wedel.

Nach Angaben der ARD erreichte der erste Teil von "Gier" einen für diesen Sendeplatz "alterstypischen Durchschnitt von rund 60 Jahren". Zwar hätten auch mehr jüngere Zuschauer eingeschaltet, doch da die Gesamtzahlen höher seien, bleibe der Altersschnitt unverändert.

Besonders bitter: Sogar die neu gestartete Serie "The Vampire Diaries" auf ProSieben erreichte 2,72 Millionen Zuschauer - das sind 17 Prozent der werberelevanten Gruppe - und damit mehr als doppelt so viele jüngere Menschen wie "Gier". Mit Spannung darf man jetzt auf die Quoten des zweiten Teils warten: Sollten die Zuschauer den Film - ähnlich wie die Mehrzahl der TV-Kritiker - negativ bewerten, werden heute Abend viele Zuschauer wegbleiben, die sich gestern noch den ersten Teil angeschaut haben.

Von Carsten Heidböhmer
 
 
KOMMENTARE (10 von 16)
 
snoopy3 (22.01.2010, 13:11 Uhr)
Das ist nicht sachlich
Sie haben nicht berücksichtigt, daß der Film ungekürzt in ARTE gelaufen ist und dort auch gesehen wurde.
Aus welchem Grund sollten Zuschauer, wie meine Familie uns den Film noch einmal ansehen?
Trotz unserer nicht geraden Begeisterung für diesen Film, würden wir niemals auf das niedere Niveau einer Sendung mit Bohlen und Konsorten herabsinken.
















Administrator (22.01.2010, 10:06 Uhr)
Liebe User,

wir haben an dieser Stelle einige Kommentare gelöscht. Bitte diskutieren Sie das Thema sachlich.

Herzliche Grüße,

Ihre stern.de-Admins

schlusi09 (22.01.2010, 06:28 Uhr)
schade
wirklich schade um unseren wirklich guten deutschen schauspieler,die sich diesem wedel-quarck hingegeben haben!!!! habe bei teil zwei auch wegen unerträglichkeit aufgegeben.kam mir vor wie 5% möchtegern wirtschaftskrimi,und die restlichen 95% waren wie "exklusiv das starmagazin".dann bitte eine wiederholung vom "schattenmann"
kabelmann (21.01.2010, 19:17 Uhr)
Übrigens...
....die Kategorie "Kultur" passt nicht zum Untermenü "TV"

So sehr sich das die CDU auch damals gewünscht hat - es ist wie so vieles vollends in die Hose gegangen.
hotharissa (21.01.2010, 18:34 Uhr)
(staub)wedel???????
In liebevoller Nostalgie an dem Semmeling denkend schalte ich gestern den TV ein: 20:15 "Gier". Oh nee. Was war das denn?! Zuerst dachte ich: Comedy. Nee, aber der (Staub)Wedel meinte es wohl Ernst. Plattitüde schlimmster Art. Nee, 2. Teil geschenkt. Und dafür kommt dann die GEZ....
bob-der-meister (21.01.2010, 16:02 Uhr)
Quoten
Man kann aber die Qualität eines Formates nicht anhand der Quote messen, die es innerhalb seiner Zielgruppe erzielt.
DSDS ist Trash-TV. Nach den Erkenntnissen von führenden Hirnforschern wie Manfred Spitzer wirkt sich der Konsum dieser Art Programme deutlich messbar negativ auf die Hirnleistung aus.
Klar, wenn ich immer nur Brei essen würde, würden mir igendwann wohlauch die Zähne ausfallen. Ich brauche sie dann ja auch nicht mehr.
Insofern ist Bohlens "Erfolg" Anlass zu größter Sorge!
pks2010 (21.01.2010, 15:27 Uhr)
Zeitgeist?
GIER war sicher nicht der erwartete Super- Zweiteiler. Dazu hakte es für mich an zwei Stellen. Der so hochgelobt Ulrich Tukur ist sicher ein einnehmender Charakterdarsteller, aber nun mal kein mitnehmender. Die Hauptschwäche waren aber weder Darsteller noch Regisseur. Wenn ich ein Drehbuch habe, das sich noch nicht mal im Genre festlegen will (war das jetzt eine Komödie, Tragödie, Dokumentation, Tragikomödie, Schauspiel, Aktion- Zweiteiler, Road- Movie , nichts davon oder zugleich alles) dann wird jede Umsetzung schwierig.
Nur, so schön und zugleich unangenehm der Vergleich mit einer Hirn- Amöben- Soap wie DSDS auch sein mag, mit Zeitgeist hat dieser Vergleich doch relativ wenig zu tun, oder? Denn wenn das Zeitgeist wäre, dann kann man auch den Anarcho- Spruch auspacken "Leute freßt Scheisse - Milliarden Fliegen können nicht irren", oder?

pks 2010
Administrator (21.01.2010, 14:32 Uhr)
Liebe User,
wir haben an dieser Stelle einige Kommentare gelöscht und möchten sie bitten sachlich zu argumentieren.

Herzliche Grüße,

Ihre stern.de-Admins
BiusK (21.01.2010, 13:52 Uhr)
Dieter versus Dieter
Ich habe mir den ersten Teil von "Gier" gestern angeschaut. Entgegen Wedels Anspruch ein Hort des jenen zu sein - kann ich immer wieder nur sagen: es fehlt der nötige Tiefgang. Da braucht sich die ARD nicht zu wundern, dass das junge Publikum wegbleibt. Die Intelligenteren jedenfalls. Sozialsoap für Youngsters über 50 - mehr war das eben leider nicht. Ich will "Gier" einen gewissen Unterhaltungswert jedoch nicht absprechen: Leichte Abendunterhaltung zum Eindöseln für "Hinz und Kunz". DSDS ist mir (38) sowieso zu blöd. "Brot und Spiele" für gaffende Kids ihre Eltern aus dem Prekariat - nur das keiner dabei umgebracht wird. Physiologisch betrachtet jedenfalls...
Mulholland (21.01.2010, 13:14 Uhr)
Also halb so wild
Die hier fehlenden %-Punkte finden Sie möglicherweise bei arte die den Film in voller Länge bereits am Freitag ausgestrahlt hat. Was der Dramaturgie des Schauens nicht abträglich war. Insofern...

Wir wissen doch: jonglieren kann man so gut wie mit allem - auch mit Zuschauerquoten.

Gruß Mullholland
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