Startseite

Als Zwangsprostituierte zum Erfolg

In ihrer Rolle als verschleppte Weißrussin begeistert die Schauspielerin Emilia Schüle das "Tatort"-Publikum - es könnte ihr Durchbruch gewesen sein. Wer ist die junge Frau?

Von Henrietta Reese

  Die 20-jährige Emila Schüle überzeugt als verzweifelte Zwangsprostituierte

Die 20-jährige Emila Schüle überzeugt als verzweifelte Zwangsprostituierte

  • Henrietta Reese

Eine junge Frau steigt aus einem Müllberg, ihre Kleider sind zerrissen, sie blutet. Mit dieser Szene beginnt Emilia Schüles Auftritt in der "Tatort"-Doppelfolge "Das Wegwerfmädchen"/"Das goldene Band". Im Krimi spielt sie die Schlüsselfigur - neben Schauspielergrößen wie Maria Furtwängler ist sie der heimliche Star. Als russische Zwangsprostituierte überzeugte sie das Krimipublikum - mit ihrer Zerbrechlichkeit und ihrer mädchenhaften Schönheit bleibt sie dem Zuschauer in Erinnerung. Es ist nicht ihre erste große Rolle, doch Schüles eindrucksvoller Auftritt im "Tatort" könnte ihr Durchbruch sein.

Die 20-Jährige Abiturientin wurde am 28. November 1992 in Russland geboren, kam jedoch im Alter von einem Jahr mit ihrer Familie nach Deutschland. "Trotzdem habe ich eine russische Seele. Trinke gerne Tee, manchmal Wodka und bin auch melancholisch", verriet sie in einem "Bild"-Interview.

Seit Schüle sieben Jahre alt ist, nimmt sie Tanzunterricht, 2005 kommt sie durch den Workshop "Talents Getting Started" zur Schauspielerei. Es folgen mehrere Werbespots, durch die das junge Mädchen erstmals auf deutschen Bildschirmen erscheint. In "Freche Mädchen" spielt Schüle neben Anke Engelke und Armin Rhode ihre erste Hauptrolle in einem Kinofilm. Es folgten Teenie-Filme wie "Gangs" (mit Wilson Gonzales und Jimi Blue Ochsenknecht) und "Rock It".

Lieber wild als süß

In ihren früheren Rollen verkörpert die junge Frau das nette Mädchen von nebenan, doch damit soll nun Schluss sein. "Ich will nicht mehr das süße Mädchen sein! Immer nur süß ist ziemlich langweilig. In mir steckt eine Rebellin!", sagte sie "Bild". Mit ihrer Rolle als Larissa Pantschuk sollte es ihr gelungen sein, ihr altes Image hinter sich zu lassen. Von der vergewaltigten und verschleppten Weißrussin bis hin zur freizügigen, verängstigten Prostituierten bietet ihr die Rolle viel Potenzial, um ihr Können zu zeigen.

Und Emila Schüle hat ihre Chance genutzt. 2013 ist die talentierte junge Frau gleich in zwei Produktionen zu bestaunen: Mit den Filmen "Besser als nix" und "Lena Love" kann sie im Kino ihr Talent zeigen - genügend neue Fans hat sie sicherlich.

Der Erfolg des Doppel-"Tatorts" hat die 20-Jährige ziemlich überrascht, sowohl die fantastische Quote als auch die Resonanz auf ihre Rolle. "Als ich das Drehbuch gelesen habe, war mir aber sofort klar, dass ich das Mädchen sein will, das auf den Müll geworfen wird." Doch der "Tatort" ist keine kleine Nummer, und so bekam es Schüle dann doch mit der Angst zu tun, wie sie dem "Berliner Kurier" verriet: "Vor dem ersten Drehtag wollte ich eigentlich nur meine Sachen nehmen und am liebsten flüchten."

Glücklicherweise ist sie geblieben und hat sich in ihre tragische Figur eingefunden. Nach den bisherigen Rollen sicher keine leichte Aufgabe, doch Emilia Schüle ist mit ihren 20 Jahren bereits ein Profi: "Ich suche einen traurigen Part in mir, mache ihn auf und zwinge mich, dort zu bleiben."

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo

Partner-Tools