Als Zwangsprostituierte zum Erfolg

17. Dezember 2012, 14:42 Uhr

In ihrer Rolle als verschleppte Weißrussin begeistert die Schauspielerin Emilia Schüle das "Tatort"-Publikum - es könnte ihr Durchbruch gewesen sein. Wer ist die junge Frau? Von Henrietta Reese

Tatort, Emila Schüle, Hannover, Maria Furtwängler, Star, Talent

Die 20-jährige Emila Schüle überzeugt als verzweifelte Zwangsprostituierte©

Eine junge Frau steigt aus einem Müllberg, ihre Kleider sind zerrissen, sie blutet. Mit dieser Szene beginnt Emilia Schüles Auftritt in der "Tatort"-Doppelfolge "Das Wegwerfmädchen"/"Das goldene Band". Im Krimi spielt sie die Schlüsselfigur - neben Schauspielergrößen wie Maria Furtwängler ist sie der heimliche Star. Als russische Zwangsprostituierte überzeugte sie das Krimipublikum - mit ihrer Zerbrechlichkeit und ihrer mädchenhaften Schönheit bleibt sie dem Zuschauer in Erinnerung. Es ist nicht ihre erste große Rolle, doch Schüles eindrucksvoller Auftritt im "Tatort" könnte ihr Durchbruch sein.

Die 20-Jährige Abiturientin wurde am 28. November 1992 in Russland geboren, kam jedoch im Alter von einem Jahr mit ihrer Familie nach Deutschland. "Trotzdem habe ich eine russische Seele. Trinke gerne Tee, manchmal Wodka und bin auch melancholisch", verriet sie in einem "Bild"-Interview.

Seit Schüle sieben Jahre alt ist, nimmt sie Tanzunterricht, 2005 kommt sie durch den Workshop "Talents Getting Started" zur Schauspielerei. Es folgen mehrere Werbespots, durch die das junge Mädchen erstmals auf deutschen Bildschirmen erscheint. In "Freche Mädchen" spielt Schüle neben Anke Engelke und Armin Rhode ihre erste Hauptrolle in einem Kinofilm. Es folgten Teenie-Filme wie "Gangs" (mit Wilson Gonzales und Jimi Blue Ochsenknecht) und "Rock It".

Lieber wild als süß

In ihren früheren Rollen verkörpert die junge Frau das nette Mädchen von nebenan, doch damit soll nun Schluss sein. "Ich will nicht mehr das süße Mädchen sein! Immer nur süß ist ziemlich langweilig. In mir steckt eine Rebellin!", sagte sie "Bild". Mit ihrer Rolle als Larissa Pantschuk sollte es ihr gelungen sein, ihr altes Image hinter sich zu lassen. Von der vergewaltigten und verschleppten Weißrussin bis hin zur freizügigen, verängstigten Prostituierten bietet ihr die Rolle viel Potenzial, um ihr Können zu zeigen.

Und Emila Schüle hat ihre Chance genutzt. 2013 ist die talentierte junge Frau gleich in zwei Produktionen zu bestaunen: Mit den Filmen "Besser als nix" und "Lena Love" kann sie im Kino ihr Talent zeigen - genügend neue Fans hat sie sicherlich.

Der Erfolg des Doppel-"Tatorts" hat die 20-Jährige ziemlich überrascht, sowohl die fantastische Quote als auch die Resonanz auf ihre Rolle. "Als ich das Drehbuch gelesen habe, war mir aber sofort klar, dass ich das Mädchen sein will, das auf den Müll geworfen wird." Doch der "Tatort" ist keine kleine Nummer, und so bekam es Schüle dann doch mit der Angst zu tun, wie sie dem "Berliner Kurier" verriet: "Vor dem ersten Drehtag wollte ich eigentlich nur meine Sachen nehmen und am liebsten flüchten."

Glücklicherweise ist sie geblieben und hat sich in ihre tragische Figur eingefunden. Nach den bisherigen Rollen sicher keine leichte Aufgabe, doch Emilia Schüle ist mit ihren 20 Jahren bereits ein Profi: "Ich suche einen traurigen Part in mir, mache ihn auf und zwinge mich, dort zu bleiben."

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