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Interview

"Ich würde Hochverrat am Rock begehen, wenn ich Fans um ESC-Erlaubnis frage"

Hard Rock Hallelujah: Tobias Sammet spielt mit seiner Band Avantasia regelmäßig in Wacken, jetzt möchte er Deutschland beim Eurovision Song Contest vertreten. Dem stern erklärt er warum und wieso sein Lied an Meat Loaf erinnert.

Tobias Sammet von Avantasia

Tobias wer? Tobias Sammet! Der 38-Jährige gehört mit seiner Metal-Band Avantasia zu den erfolgreichsten Musikern Deutschlands.

Herr Sammet, Sie haben in Wacken vor zehntausenden Zuschauer gespielt, jetzt wollen Sie zum Eurovision Song Contest. Wie kam es zu Ihrer Teilnahme am deutschen Vorentscheid "Unser Lied für Stockholm?"?

Meine Plattenfirma hatte mich gefragt. Spontan habe ich sofort ja gesagt. Als Musiker rackere ich mich sonst auf der Bühne ab, um vor ein paar tausend Zuschauern zu spielen. Beim deutschen Vorentscheid werden mich in drei Minuten ein paar Millionen sehen. Das ist eine einmalige Chance.

Hatten Sie keine Angst, nach dem Debakel und dem Rückzug von Xavier Naidoo als zweite Wahl zu gelten?

Mir war das völlig Wurst. Klar hatte ich mitbekommen, dass es bei Naidoo irgendwelche Komplikationen gab. Aber ich dachte mir, solange ich mich nicht verbiegen muss, geht das in Ordnung.

Wie finden es Metal-Fans, dass Sie am ESC teilnehmen wollen?

Die kennen mich ja. Die wissen ja, dass ich jetzt keinen Schlager machen werde. Ich würde Hochverrat am Rock begehen, wenn ich meine Fans fragen würde, was ich machen darf und was nicht. Ich glaube, dass viele die Entscheidung gut finden und mich unterstützen werden. Und klar gibt es auch ein paar, denen das nicht passt. Man kann's eben nicht jedem recht machen.

Unheilig, Santiano, Thomas Anders - viele große Namen sind beim deutschen Vorentscheid gescheitert. Was passiert, wenn es Avantasia in Köln genauso ergeht? Wäre das kein Imageschaden? 

Ich mache seit 24 Jahren Musik, habe gerade mein 17. Album herausgebracht, habe zehn Welttourneen hinter mir. Ich gehe nach Köln um zu gucken, was rauskommt. Wenn es nicht klappt, wird das keinen Einfluss auf meine weitere Karriere haben.

Deutschland hat in den vergangenen Jahren nicht sonderlich gut beim ESC abgeschnitten. Haben Sie das verfolgt?

Ich habe diesen Wettbewerb nie verfolgt. Ich weiß, dass es eine Fernsehshow ist, dass alles sehr poliert und auf High Gloss getrimmt ist, so ein bisschen wie die Eröffnungsfeier bei Olympischen Spiele aufgemacht. Und ich weiß, dass Lordi mal gewonnen haben. Das ist aber auch schon so ziemlich alles.

Ist das ein Vorteil oder ein Nachteil?

Ich glaube, es ist ein Vorteil. Sollte ich tatsächlich nach Stockholm fahren, kann ich völlig unvoreingenommen an die Sache rangehen.

Wie würden Sie Ihren Musikstil beschreiben?

Das ist schwierig. Was ich mache ist melodischer Heavy Metal und Bombastrock. Da sind Elemente von Queen, Iron Maiden und sogar Richard Wagner drin.

Viele sagen, Ihr Song "Mystery Of A Blood Red Rose" sei eine Meat-Loaf-Kopie.

Das Stück hatte ich ursprünglich für ein Duett mit Meat Loaf komponiert, aber der hatte andere Pläne, somit habe ich es alleine eingesungen.

Wie wird Ihr Auftritt aussehen?

Es muss rappeln im Karton, es muss knallen und es müssen Verstärker auf der Bühne stehen.

Welche Chancen rechnen Sie sich für Köln aus?

Ich gehe nicht davon aus, dass wir das gewinnen. Ich gehe von gar nichts aus. Ich rechne mit dem Schlimmsten und will positiv überrascht werden. Underdog eben. Sollten wir aber tatsächlich nach Stockholm fahren, will ich die Rock-Fans in ganz Europa mobilisieren. Vote for Metal.


Beim deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest 2016 treten in der Show "Unser Lied für Stockholm" am Donnerstagabend, um 20.15 Uhr in der ARD, zehn Künstler gegeneinander an. Die Zuschauer entscheiden per Abstimmung, wer Deutschland beim ESC vertreten wird.

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