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16. Mai 2009, 18:21 Uhr

Show der Superlative lässt Moskau kalt

Mit mehr als 30 Millionen Euro stellt Russland den teuersten Grand Prix aller Zeiten auf die Beine. Es soll die Show der Superlative werden. Per Live-Schaltung läuten die Astronauten der Internationalen Raumstation ISS den Countdown für das Zuschauervoting ein. Doch die Moskauer lässt das alles völlig kalt. Von Jens Maier, Moskau

Eurovision Song Contest, Moskau,

Dita von Teese soll es als Backgroundsängerin für Deutschland richten© Ulrich Perrey/DPA

"Doch wer dich wirklich kennt, der weiß ein Feuer brennt, in dir so heiß", haben die Grand-Prix-Veteranen Dschinghis Khan einst über die Stadt Moskau gesungen. Vom lodernden Feuer ist beim Eurovision Song Contest (ESC), dessen Finale am Samstagabend in der russischen Hauptstadt stattfindet, bisher allerdings wenig zu spüren. Der größte Musikwettbewerb der Welt scheint im Alltag der Zehn-Millionen-Metropole unterzugehen. Und das, obwohl die Gastgeber mit Millionenbeträgen eine bombastische Veranstaltung auf die Beine gestellt haben.

Ganze 30 Millionen Euro hat die russische Regierung angeblich für die Organisation des Wettbewerbs zusätzlich zu den Geldern der europäischen Rundfunkanstalten bereitgestellt. Der ESC in Moskau könnte damit zum teuersten Grand Prix aller Zeiten werden. Wladimir Putin persönlich überwacht die Organisation der Veranstaltung, hat sich mehrmals in der Olympia-Arena davon überzeugt, dass alles klappt. Immerhin ist der Grand Prix die wichtigste internationale Veranstaltung für Russland seit den Olympischen Spielen 1980.

An Superlativen wurde deshalb nicht gespart: Die Bühne ist mit 25 Metern Länge die breiteste ESC-Bühne aller Zeiten, angeblich wurden für die aufwändige Lichttechnik 30 Prozent der weltweit verfügbaren LED-Beleuchtung verbaut. Vorläufiger Höhepunkt des Gigantismus wird eine Live-Schaltung zur Internationalen Raumstation ISS sein. Die Astronauten werden während des Finales den Countdown zum Abstimmungsbeginn für die voraussichtlich über 100 Millionen Fernsehzuschauer geben.

Während die Regierung mit Millionen um sich wirft, geben sich die Moskauer bislang zurückhaltender. Bei den beiden Halbfinals war die Olympia-Halle nicht ausverkauft und während die angereisten Fans aus Deutschland, Holland, Skandinavien, Griechenland und Spanien für Partystimmung sorgten, wollte bei den russischen Zuschauern kein Jubel aufkommen. Schon vor Ende der Live-Übertragung standen viele Besucher auf und gingen.

Das war sicherlich zum einen der Uhrzeit geschuldet, da Moskau zwei Stunden vor der mitteleuropäischen Zeitzone liegt, war es bereits weit nach 1 Uhr, zum anderen der Aufteilung der Sitzplätze im Saal. Der vordere Bühnenbereich, der traditionell für eingefleischte Grand-Prix-Fans reserviert ist, wird umgeben von meterlangen VIP-Bereichen, auf denen weder mitgeklatscht noch mitgejubelt wurde.

Auch die Entscheidung der Veranstalter, das Event nicht in der Innenstadt per Großleinwand zu übertragen, bleibt unverständlich. Im vergangenen Jahr in Belgrad haben tausende Menschen auf der Straße mitgefiebert. Es bleibt zu hoffen, dass beim Finale an diesem Samstag, wenn dann auch der russische Beitrag, der in den Halbfinals fehlte, zu hören ist, der Funke endlich überspringt, um das besungene "Feuer" Moskaus endlich zu entfachen.

Von Jens Maier, Moskau
 
 
KOMMENTARE (10 von 12)
 
oper1979 (17.05.2009, 11:48 Uhr)
deutscher Beitrag
Mit hat unser Beitrag zum Grand Prix (sage ich immer noch) überhaupt nicht gefallen. Er kam so merkwürdig halbseiden herüber. Und wozu brauchen wir eine amerikanische Stripperin? Meinetwegen hätten wir auch ganz hinten landen können. Ich hätte für diesen Song nie angerufen. - Ich fand dieses mal viele andere Lieder super. Auf jeden Fall hat Norwegen verdient gewonnen. Mir haben die Beiträge von Island, Großbritannien, Russland, Bosnien und eben Norwegen am besten gefallen. Auch Schweden und Frankreich fand ich gut. - Ich habe eh den Eindruck, dieses mal wurde mehr auf Niveau geachtet und da kommen wir mit einer Stripperin. Naja ..... vielleicht wird es im nächsten Jahr besser.
susiwolf (17.05.2009, 09:41 Uhr)
sexy Sex ... die Schwabbelnden.
Norwegen hat seinen ersten Platz verdient ...
Verbanden sich doch die Träume nach einer heilen und jungfräulichen Welt mit jugendlichem Elan und Selbstverständnis.
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Wirklich neu an dieser Hyper-Show waren ja wohl die Leiber, die unter Aufbietung aller Positionen wie schwabbelnde Seelöwinen von einer Ecke zur anderen rutschten ... und dann noch ... die vielen Berührungen, von unten nach oben ->erhobene Hände. Welch' Genuß !
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Da entschwand die deutsche Mannschaft mit langweiligen Nackt-Darbietungen und noch langweiligerer Choreographie - wie ein Chorgesang in kirchlichen Gefilden - in die Masse der Darbietungen.
Bye bye Moskau, das war's denn. Nächstes Mal:
The winner is ... in ... ? Wie gehabt.
grendel1 (17.05.2009, 01:37 Uhr)
Toller Abend
Auch wenn ich den ESC nach dem letzten Jahr schon abgeschrieben hatte, aber dieses Mal muss ich zugeben, das war musikalisch das beste, was in den letzten 10 Jahren vorgetragen wurde....ok, in den letzten 9 Jahren, 2000 war auch noch recht ordentlich ;-)
Norwegen als Sieger geht voll i.O., genauso wie Island auf Platz 2. Bosnien, Estland, UK, auch Albanien, hatten tolle Lieder am Start. Die hätten durchaus alle das Zeug, international erfolgreich zu sein.
Und was den deutschen Beitrag angeht....nunja, seien wir mal ehrlich, im Vergleich zum Rest war das nicht mehr als Platz 20. Die anderen waren dieses Jahr eben sehr stark, und hochjubeln macht keinen Sinn. Eher sollten wir uns ein Beispiel ein England nehmen. Die sind die letzten Jahre auch immer unter ferner liefen geladet, und hatten dieses mal einen wunderschönen, massentauglichen Song am Start. Warum bitte schön sollte das bei uns nicht auch mal wieder drin sein?
Im Übrigen, selbst wenn wir letzter geworden wären, geht's doch um die Musik an sich. Und die war ausgezeichnete kurzweilige Unterhaltung, was will man mehr.
@Babymember
Dass die ESC-Teilnehmer nicht zwingend bei MTV laufen oder in den Charts zu finden sind, liegt zum einen daran, dass die meisten es sich finanziell gar nicht leisten können, europaweit derartige Promotion zu machen. Und zum anderen kann man die Scheiben i.d.R. außerhalb des Heimatlandes erst NACH dem Event kaufen, sofern der jeweilige Titel erfolgreich war. Macht für Produzenten auch Sinn, das Voting abzuwarten, denn dann wissen sie, wo eine Veröffentlichung lohnt, und wo nicht.
Und was den Rybak Alexander angeht, nunja, aus Deutschland kamen wie von den meisten Ländern 12 Punkte, daher muss er auch hier den Geschmack der Leute getroffen haben ;-)
So isses eben, die Geschmäcker sind verschieden, und dieses Jahr stand der Großteil eben auf skandinavische Kost. Mir hat's gefallen. Bin gespannt, wie's nächstes Jahr wird, ganz gleich, wen Deutschland schickt. Dabei sein ist alles :-)))
haddock (17.05.2009, 01:12 Uhr)
Hab ich ein Glück gehabt
Beim einschalten hat sich der receiver verabschiedet.
Babymember (17.05.2009, 00:45 Uhr)
Das Festival der Nationalen Befindlichkeiten ...
Jedes Jahr nehme ich mir aufs neue vor, nicht einzuschalten. Irgendwie mach ich´s aber trotzdem. An eine faire Abstimmung wagt man ja als Otto-Normal-Mensch schon lange nicht mehr zu glauben. Heute... Nunja, ich bin sicher kein Fan von leichter "Popmusik", Dita von Teese ist eine brilliante Darstellerin, wie immer man auch zu Ihren Akrivitäten stehen mag - anzüglich oder gar ordinär sind ihre Auftritte sicherlich nicht - somit bin ich nicht der Meinung, dass Deutschland erneut berechtigt auf den hinteren Plätzen zu finden ist - da gab es weitaus "schlimmeres" für mein subjektives Trommelfell zu hören. Ich habe das Gefühl, dass nationale Befindlichkeiten bei diesem Contest die größte "Stimmgewalt" haben. Nehmen wir den Gewinner Norwegen: Ich glaube kaum, dass dieses Lied den ALLGEMEINEN Musikgeschmack Europas wiederspiegelt, oder wie ist es zu erklären, dass man diese "Winnersongs" in keinerlei Charts oder bei den üblichen Verdächtigen (MTV, VIVA) EUROPAWEIT finden kann? Abgesehen von dem Vorjahressieger, einem Teenieschwarm und der tatkräftigen Unterstützung eines Weltweit bekannten Produzenten namens Timbaland, der seit Jahren weltweit am laufenden Band Nummer 1 Hits "on air" wirft.
Tip für den nächsten Deutschen Kandidaten: Am besten ein gebürtiger Russe, Vater Türke, Mutter Rumänin, der in Polen zur Schule ging und jetzt auf dem Balkan studiert und dessen schwerkranke Verlobte Norwegerin ist, deren Eltern aus der Schweiz und aus Frankreich stammen. In Deutschland ist er nur um Musik zu machen :-D
Mir persönlich haben die Beiträge aus Litauen, Bosnien und Aserbaidschan am besten gefallen.
andre1971germany (17.05.2009, 00:31 Uhr)
schmeichelhafter Platz
Mit Swing sind wir doch bei dieser Veranstaltung schon mal untergegangen?!
.
Es war einfach nur grausam. Jeder erhaltene Punkt war sicher weniger für die Leistung, eher als Trost gedacht.
.
Frau Teese hätte oben blank ziehen müssen, dann hätte man den Song vielleicht "wohlwollender" betrachtet
Miguelo (17.05.2009, 00:24 Uhr)
Danke an alle Juroren...
... dass unsere Combo nur 20. geworden ist.
Leider ist mein vorheriger Kommentar gelöscht worden. War wohl zu hart.
Aber es war nun einmal bitter peinlich, wie dieser Axel oder Alex diese Teese per Mikro angekündigt hat.
Unfassbar. Der deutsche Beitrag kündigt eine Amerikanerin an. Respekt für diese taktische Meisterleistung...
Norwegen hat verdient gewonnen. Super Song. Das ist Musik.
Kiezzabel (17.05.2009, 00:17 Uhr)
Show der Superlative lässt Moskau kalt
mich auch.
Remolus (17.05.2009, 00:15 Uhr)
der teuerste Grand Prix???
an der Übertragungstechnik haben die Russen aber kräftig gespart. Die Tonquali eines jeden 30ér jahre Films ist besser. Waren die Tontechniker so Wodkabeseelt...? Grausam einfach nur grausam
Miguelo (16.05.2009, 23:52 Uhr)
Ich schäme mich...
... das wir so eine Scheiße nach Moskau geschickt haben.
Besser und anders kann ich diese 0815-Combo nicht nennen.
Und da wird diese schummrige Teese auch noch von diesem Axel Sonstwie am Mirko angesagt. Wie peinlich war das denn?!?!?
Und zum Abschluss steht unser Vorzeigedeutscher mit aufgerissenem Hemd wie ein schmieriger Gigolo und hüpft herum. Albern.
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